Dienstag, 21. Mai 2013
Was genau macht ein PR-Berater ... Geschrieben von Denise Holst-Pieper
in PR und Kommunikation um
15:20
Kommentare (0) Trackbacks (0) Was genau macht ein PR-Berater eigentlich? Meine Tochter kam am Montag freudestrahlend aus der Schule: „Mami, heute haben wir eine coole Hausix (Hausaufgabe) auf. Ich muss Deinen Beruf in der Schule vorstellen. ... Warte, sag noch nichts. Ich habe hier einen Fragebogen, den Du beantworten musst.“Bis dato hat sich ihr Interesse meinem Beruf gegenüber eher in Grenzen gehalten. Aber ok, vielleicht ziehe ich ja gerade eine potentielle PR-Beraterin groß. Wer weiß das schon. Dass ich meinen Beruf einer 8-Jährigen erklären muss, macht das ganze allerdings nicht einfacher, denn die meisten Erwachsenen verstehen selbst nach längeren und deutlichen Erklärungen nicht, was ich genau tue. Die meisten meiner Bekannten setzen PR mit Marketing oder Werbung gleich. Aber dieses Phänomen kennt wohl jeder PR-Berater. Und um ganz ehrlich zu sein, bin ich es mittlerweile meist leid, dies aufzuklären. Aber gut, hier kann ich nun Grundlagenarbeit leisten. Berufsbezeichnung: „PR-Berater.“ Ich sehe, wie mich meine Tochter fragend, aber interessiert anschaut. Deshalb fahre ich fort: „Das PR steht für Public Relations, d.h. übersetzt so viel wie Öffentlichkeitsarbeit.“ Kurzbeschreibung? „Wir organisieren die Kommunikation zwischen Journalisten und Firmen.“ Nachdem ich den fragenden Blick meiner Tochter entdecke, führe ich weiter aus: „Wir bringen Journalisten und Unternehmen (Firmen) zusammen. Wir informieren Journalisten über Unternehmen und deren Produkte. Und das versuchen wir möglichst so interessant zu gestalten, dass die Journalisten darüber berichten.“ „Mensch, Mama, das ist zu lang. Sag doch mal einen kurzen Satz.“ „Ok. Dann schreib: Bringen Unternehmen und Journalisten zusammen.“ Tätigkeiten: „Wir informieren Journalisten über Unternehmen und deren Produkte, sprechen mit Verbänden und Organisationen, planen und erstellen Texte, organisieren zum Beispiel Interviews, Pressekonferenzen, Produktvorstellungen und noch gaaanz viel mehr.“ „Wirklich. Das alles? Wow. Das hat hier aber alles keinen Platz. Du hast mir mal erzählt, dass Du ganz viel telefonierst. Kann ich das nicht hinschreiben?“ Ich verdrehe die Augen. "Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?" „Ich habe einen Schreibtisch, einen Computer und ein Telefon.“ „Aha. Dann stehst Du also den ganzen Tag, oder?“ „Nein, natürlich nicht. Ich habe auch noch einen Stuhl.“ „Mensch, Mama, dann sei halt nicht so ungenau.“ Oh Mann ... ich bleibe ganz ruhig. Mal ist es zu ausführlich und dann wieder zu ungenau. "Wo arbeitest Du?" „In einem Büro in der Innenstadt.“ "Arbeitest Du alleine oder hast Du Kollegen?" „Ich arbeite in einem Team von 6 Personen, insgesamt sind wir ca. 34 Leute in der Agentur ... im Büro,“ verbessere ich mich schnell. Arbeitszeiten: „Eigentlich ist es ein Vollzeitjob. Ich arbeite aber nur Teilzeit, damit ich auch noch Zeit für euch habe.“ "Was macht bei diesem Beruf am meisten Spaß?" „Das Organisieren und die Kommunikation.“ Meine Tochter schaut mich mit großen Augen an. Mhh, war das jetzt zu hoch gegriffen? Ich erläutere: „ ... das Sprechen mit Journalisten und meinen Kunden.“ "Was ist daran nicht so schön?" „Manchmal ist es sehr anstrengend, wenn nämlich alles schon gestern hätte fertig sein müssen.“ „Ok, Mama, das war’s. Vielen Dank.“ Meine Tochter schaut mich verschmitzt an. „Also, Mama, am coolsten fand ich, als ich im Sommer mit zu Dir ins Büro kommen durfte. Ich hatte einen eigenen Schreibtisch und durfte sogar ein Eis essen,“ dann herrscht kurz Stille. „Ich hab mir da was überlegt. Sag Deinem Chef schon einmal, dass ich auch bald bei euch arbeiten möchte. Dann kann er schon einmal einen Platz für mich freihalten. Darf man sich das Eis eigentlich aussuchen?“ Tja, was soll ich sagen, anscheinend war meine Erklärung ein „durchschlagender“ Erfolg.
Donnerstag, 16. Mai 2013Home, Smart Home „Schaaatz, wir haben einen Hacker in der Dusche!“ Welch gruselige Vorstellung! Was wie eine Version der berühmten Szene aus Hitchcocks Psycho scheint, könnte – zumindest im übertragenen Sinne – bald Realität werden. Hintergrund ist die immer stärkere Vernetzung unseres Zuhauses im Zuge der Etablierung von Smart Grids – intelligenten Stromnetzen. Im Prinzip kein schlechter Gedanke: Clevere Stromzähler (Smart Meter) und Haushaltsgeräte die mittels Datenleitungen untereinander, mit Energieversorgern und anderen Haushalten kommunizieren, sollen für eine effizientere Energienutzung sorgen. So startet die Waschmaschine oder heizt der Boiler dann wenn Solarzellen oder Windräder gerade viel Strom produzieren oder zu Tageszeiten mit allgemein niedrigerem Stromverbrauch (z.B. Nachts). So weit, so gut.
Allerdings hat die Sache einen Haken, genauer zwei: Immer dann wenn Daten erhoben und gesammelt werden, stellt sich die Frage des Datenschutzes und es besteht das Risiko des Informationsmissbrauchs. Okay, dass der Angestellte der Stadtwerke erfährt, dass ich gerne extraheiß dusche und exzessiv meine Mikrowelle nutze finde ich nun nicht so beunruhigend. Viel mehr macht mir Angst, dass potenziell auch Hacker auf ein solches smartes Versorgernetz zugreifen können. Natürlich wird die Spülmaschine ihm keine sensiblen Bankdaten verraten (außer man nimmt Geldwäsche wörtlich) aber Möglichkeiten, Schäden oder zumindest Ärger zu verursachen, gibt es dennoch genügend. Morgens im Bad eiskalt überrascht zu werden, weil Cyber-Angreifer die Warmwasserversorgung unterbrochen haben, ist noch eines der harmlosen Szenarien. Kaum vorstellbar die Auswirkungen, sollte das Stromnetz einer ganzen Stadt Ziel der Hacker-Attacke werden. Gegen die Risiken von Smart Grids gibt es verschiedene Schutzmaßnahmen – leider, wie oft in der allgemeinen Euphorie angesichts der immensen Möglichkeiten die eine neue Technologie bietet, ging Kritik bislang unter – aber es besteht Hoffnung: Neben Forschern wie Ulrich Greveler, der sich bereits seit einigen Jahren dem Thema widmet, befindet es sich nun auch auf dem politischen Radarschirm: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, arbeitet an einem Schutzprofil für Smart Meter, die bald in jedem Haus Pflicht sein sollen. Bis es soweit ist, lautet für uns Verbraucher die Devise: Tür zu und der letzte macht das Licht aus.
Passend dazu ein aktuelles Video mit unserem Kunden Cyber-Ark zum Thema "IT-Sicherheit in Industrieanlagen"
Mittwoch, 15. Mai 2013
Der Gilb bleibt cool Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
11:24
Kommentare (0) Trackbacks (0) Der Gilb bleibt coolWas ist cool? Schwer zu erklären. Zumal "erklären" selbst eher was Uncooles hat. Wer ist cool? Schon einfacher. Die Telekom zum Beispiel, die ist cool. Aber sowas von cool. Doch der Reihe nach. Vor ein paar Wochen hat eben diese Telekom mit ihrer Ankündigung die Flatrates von Festnetzanschlüssen künftig ab einem bestimmten Datenvolumen zu drosseln, ganz Deutschland in helle Aufregung versetzt. Nicht nur die einschlägig bekannten Blog-Nörgler wie Markus Beckedahl waren empört. Auch die Medien waren sich einig wie selten: Spiegel ("Armes digitales Deutschland"), SZ ("Die Telekom steht auf der Leitung"); in der Zeit, ja in der liberalen Zeit, wurde gar die Verstaatlichung der Telekom, nein, nicht gerade gefordert, aber immerhin angedacht. Und die FAZ – ja, die konservative FAZ – titele gar: "Der grässliche Gilb ist wieder da" und legte im Fließtext gleich noch eines drauf:
Die "Flatrate-Drossel" schlug schließlich "Wellen auf höchster Ebene": EU-Wettbewerbskommissarin Kroes riet Telekom-Kunden zu einem "Votum mit den Füssen" (?), das Bundeskartellamt wollte prüften, die Bundesregierung war "besorgt" und der Bundeswirtschschaftsminister schrieb einen persönlichen Mahnbrief an den Telekom-Vorstandschef. Diese landesweite Aufregung war und ist reichlich uncool. Cool, wie gesagt, ist die Telekom selber. Denn die schickte mir – ja, mir persönlich – gestern, also noch mitten in den Ausläufern des Shitstorms, eine SMS folgenden Inhalts:
Wer so cool ist, kann kein schlechter Provider sein. Ich werde anrufen. Solange es noch kostenlos ist. ![]() Quelle: Telekom Dienstag, 14. Mai 2013
Viel News um nichts Geschrieben von Niklas Merk
in Wirtschaft und Politik um
10:29
Kommentare (0) Trackbacks (0) Viel News um nichtsDass sich unser Medienkonsum über die letzten Jahre stark verändert hat, wurde von vielen Seiten bereits konstatiert, wissenschaftlich beleuchtet und in zahllosen Artikeln ausgeschlachtet. Tageszeitung und Tagesschau – diese Zeiten sind längst Geschichte. Wir leben in einer Welt von Spiegel Online, RSS Feeds und Social Media. Interessant ist dabei die Frage, wie sich durch diesen rasanten Wandel des Medienkonsums die Form gesellschaftlich relevanter Diskurse verändert – in einer Welt, in der fast jede Information in Echtzeit auf unseren Mobiltelefonen und anderen Devices abrufbar ist und Online-Medien rund um die Uhr um die Informationshoheit ringen. Die schnelle Headline, die kurzfristig zusammengeschusterte Story und die tendenziöse Meldung ersetzen in einem Markt, in dem es um Minuten gehen kann, schnell die langfristig recherchierte und Hintergründe beleuchtende Berichterstattung. Hauptsache Aufmerksamkeit. Die Folge: Es wird zugespitzt, übertrieben, skandalisiert – in einem harten Kampf um die Medien-Konsumenten. Ein Beispiel ist die Berichterstattung rund um Peer Steinbrück: Der SPD-Kanzlerkandidat hat in den letzten Jahren durch Vorträge und Bücher viel Geld verdient. Die Chance, ihn als materiell orientierten Raffke darzustellen war daraufhin für viele Medien ein gefundenes Fressen. Interessant wird das ganze, wenn man sich die Diskussion um das Kanzlergehalt anschaut, die durch seine Äußerung ausgelöst wurde. Eine Meldung jagte plötzlich die nächste und das Thema bestimmte lange die Schlagzeilen auf Bild Online und Co. Nur: Er hatte ein höheres Kanzlergehalt weder gefordert und schon gar nicht geäußert, dass er es im Falle eines Wahlsieges erhöhen würde. Er hatte eine einfacher Wahrheit ausgesprochen, wie es viele schon zuvor gemacht hatten: „Ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin verdient in Deutschland zu wenig – gemessen an der Leistung, die sie oder er erbringen muss und im Verhältnis zu anderen Tätigkeiten mit weit weniger Verantwortung und viel größerem Gehalt.“ (Quelle: faz.net) Steinbrücks Art und Weise der Kommunikation war nicht sonderlich clever, aber: Er hat eine harmlose Aussage getroffen, die dann unter „Nachrichten-Aufmerksamkeits-Druck“ zu einem großen Popanz aufgeblasen wurde. Auf der Suche nach Futter für den News-Apparat wurden im Nachgang sogar solch bedeutende Nachrichten wie diese ausgegraben. Hier stellt sich dann die Frage nach der Verhältnismäßigkeit und der thematischen Prioritätensetzung. Sollten wir uns nicht in erster Linie über Fragen der Rente, der Pflege, der Familien-, Außen- oder Umweltpolitik unterhalten – also über die wesentlichen Dinge? Ist das für unsere Zusammenleben und die Zukunft des Landes nicht relevanter als der Kontostand und Weingeschmack des Kanzlerkandidaten? Gehen Sie mal raus und stellen einem Passanten die Frage nach fünf prägnanten Unterschieden zwischen den Politikvorstellungen von schwarz-gelb und rot-grün. Viel Spaß! Aber eben diese Fragen sind von Relevanz und von langfristiger Bedeutung. Klar ist aber auch: Sie sind nicht so prickelnd, sie sind anstrengend, man kann sie nur schwer in der Mittagspause in der Büroküche diskutieren. Angesichts eines News-getriebenen Journalismus gehen die entscheidenden Zusammenhänge, die bedeutenden Grundsatzfragen aber oft unter. Rolf Dobelli, Schweizer Unternehmer und Schriftsteller („Die Kunst des klaren Denkens“) sagt hierzu: „News sind für den Geist, was Zucker für den Körper ist. News sind appetitlich, leicht verdaulich und gleichzeitig höchst schädlich.“ Dobelli verzichtet auf News, liest nur noch Bücher sowie Zeitschriften und Magazine, die im Wochen- oder Monatsturnus über große Zusammenhänge schreiben. Er wünscht sich eine Berichterstattung, die unsere Gesellschaft kritisch beäugt, welche die Wahrheit ans Licht bringt und in ihrer Komplexität darstellt. Ein kluger Gedanke, auch wenn eine Welt ganz ohne News nicht richtig vorstellbar ist. Wenn die Partien der Champions-League-Halbfinals ausgelost werden, will man doch das Ergebnis sofort wissen, oder nicht? Trotzdem hat Dobelli unterm Strich sicherlich Recht. Gerade als PR-Berater stellen sich einem diese Fragen nach den Mechanismen unserer Medienlandschaft. Auch hier gibt es News, natürlich. Sehr viele sogar, das ist unser Job. Aber gerade im IT-Umfeld, in dem wir uns bewegen, sind diese zum größten Teil Mitteilungen über Fakten und Zahlen, über die Leistung eines Servers oder die Speicherkapazität eines Laptops. Sie sind vielleicht oftmals nicht so unterhaltsam wie die News eines Nachrichtenmagazins. Aber auf Skandale, Effekthascherei und alles stark Tendenziöse zur plumpen Leser- und Aufmerksamkeitsgewinnung trifft man hier nicht. Und egal, welche News wir nach außen geben: Der Ausgang der Bundestagswahl und die Zukunft des Landes werden davon zumeist nicht entscheidend beeinflusst. Irgendwie beruhigend.
Montag, 6. Mai 2013
Die Big-Data-Falle Geschrieben von Jürgen Wasem-Gutensohn
in Technologie und Märkte um
16:36
Kommentare (0) Trackbacks (0) Die Big-Data-Falle
![]() Korrelationen ausrechnen: So einfach ist es! Auf Powerpoint-Präsentationen sieht Big Data immer ganz toll aus – so als könnten damit (fast) alle Probleme dieser Welt gelöst werden. Big Data analysiert geschickt und visualisiert sehr überzeugend die ungeheuren Datenmengen, die wir im Internetzeitalter produzieren. Die einen geben sich dann damit zufrieden, dass die Ergebnisse in sachgerechte, wertfreie oder einfach nur bessere Entscheidungen einfließen. Für die anderen liefert Big Data gar den Treibstoff, der die digitale Ökonomie zu neuen Höhenflügen antreibt. Um den tatsächlichen Nutzen, aber auch die reichlich vorhandenen Irrwege, beurteilen zu können, hilft ein Perspektivenwechsel. Auf interessante Aspekte hat Evgeny Morozov in seinem im März dieses Jahres erschienen Buch „To Save Everything, Click Here: The Folly of Technological Solutionism” hingewiesen. Eines vorweg: Seine grundsätzlich internetskeptische Haltung teile ich nicht. Wo er jedoch die Ideologie des „Solutionism“ entzaubert, trifft er einen wunden Punkt. Solutionism geht so: Wir schaffen uns ein Problem, zu dem wir die Lösung suchen. Und die Lösung ist allein schon deshalb richtig, weil es Werkzeuge gibt, die die Lösung liefern. Anders ausgedrückt: Mit all den Daten, die täglich anfallen, muss sich doch etwas machen lassen … Morozov diskutiert unter anderem das, was die empirische Sozialforschung den „versteckten Bias“, die systematische Verzerrung, nennt. Und die ist nicht nur Big Data inhärent: Schon bei der Datenerhebung, spätestens aber bei der Auswertung und Interpretation schleichen sich die Fehler ein. Zwei Beispiele die das Problem verdeutlichen. Morozov erinnert in seinem Buch an die „Operation Igloo White“ aus dem Vietnamkrieg. Damals warfen die Amerikaner Sonden ab, um die Aktivitäten des Vietkong auf dem Ho-Tschi-Minh-Pfad zu überwachen. Im Dschungel platzierte Sensoren erfassten Daten und übermittelten diese an eine Einsatzzentrale, die Kampfflugzeuge losschickte. Das Problem dabei: Die Kämpfer des Vietkong hatten die Sensoren der Amerikaner entdeckt und die Sensoren an anderen „ungefährlichen Orten“ platziert. Die Aktion der Amerikaner lief also vielfach ins Leere – die Datenanalyse war betriebsblind. Ein anderes, aktuelles Beispiel ist der Versuch von Google, den Verlauf der letzten Grippewelle in den USA zu prognostizieren. Das Tool „Google Flu Trends“ schloss aus einer steigenden Anzahl von Suchanfragen auf einen Anstieg der Erkrankungen. Im Nachhinein wurde klar, dass das gründlich danebenging. Die Prognose des Anteils der Grippe-Kranken an der Gesamtbevölkerung lag fast 100 Prozent über der Zahl der tatsächlichen Erkrankungen. Eine denkbare Erklärung: Berichten Medien sehr intensiv über eine Grippewelle, neigt Google Flu Trends dazu, dass die Infektionszahlen systematisch überbewertet werden. Die Lehre daraus: Big Data besteht nicht aus völlig neutralem Datenmaterial. Es sind Menschen, die Daten, in einem bestimmten Kontext und zu einem bestimmten Zweck produzieren. Big Data hat Konsequenzen, deshalb gehören sowohl das Was als auch das Warum immer mit dazu. Und dann klappt das auch besser mit Big Data. Donnerstag, 2. Mai 2013
Mit Amazon macht Conni nix Geschrieben von Markus Schmid
in Medien um
12:59
Kommentare (0) Trackbacks (0) Mit Amazon macht Conni nix
Das Unglück ereignete sich – natürlich! – auf Seite 13: Conni, die 15-jährige Heldin der gleichnamigen Kinderbuchreihe bekommt im neuen Band einen Amazon-Gutschein geschenkt. AMAZON! Das kann ja wohl nicht sein, dachten sich viele Buchhändler – und liefen Sturm.
„Wir können hier in der Buchhandlung nur den Kopf schütteln “, so eine Reaktion. „Was hat sich das Lektorat nur dabei gedacht?“ Ausgerechnet die verhasste Online-Konkurrenz beim Namen zu nennen – das geht nun wirklich nicht. Viele Buchhändler weigerten sich rundweg, den Band zu verkaufen. Und der Carlsen Verlag, in dem die Conni-Reihe erscheint, hat reagiert. Nach Rücksprache hat die Conni-Autorin nun darum gebeten, bei der nächsten Auflage das böse Wort zu streichen. Künftig erhält Conni nur noch einen „Geschenkgutschein“. Exemplare der ersten Auflage, die sich bereits im Verkauf befinden, können von den Buchhändlern zurückgegeben werden. Schon erstaunlich. Ausgerechnet der Buchhandel macht sich für Zensur stark. Und wie wird wohl Amazon reagieren? Ob der Online-Händler nun alle Bücher aus seinem Angebot streicht, in dem das Wort „Buchhändler“ vorkommt? Freitag, 26. April 2013
Der Hirschrücken der Woche Geschrieben von Rainer Doh
in Medien um
16:53
Kommentare (0) Trackbacks (0) Der Hirschrücken der WocheEs muss nicht immer alles neu sein, auch wenn der Zeitgeist das so fordert. Im Gegenteil. Ein Hirschrücken zum Beispiel sollte generell gut abgehangen sein, auch eine Rinderlende, Rotwein wird zumindest eine Zeitlang durch Aufheben besser, Ölgemälde ganz generell und Pyramiden sowieso. Das gilt aber auch für Themen, sogar für Titelthemen, auch die widersetzen sich gelegentlich dem Zeitgeist:
Aufmerksame Leser dieses Blogs muss das an einen Hirschrücken von Spiegel Online erinnern, der seit Februar 2011 herumhängt:
Gut abgehangen hat sich das Thema weiterentwickelt: Aus den vollschreibenden Männern ist nun eine ganze Sekte geworden: westlich, weiß, männlich. Das ist in der Tat so: zum Beispiel sind die Mexikaner und die Japaner in der deutschen WP nur ein kleines Häuflein. Im Unterschied zu New Scientist.
Bei der deutschen Ausgabe der Männer-Sekte Wikipedia kann man erfahren, dass die deutsche Ausgabe des New Scientist im Spiegel Verlag erscheint. Und noch etwas hat der Weiße Mann in sein Lexikon hineingeschrieben:
Wegen vier Wochen muss man wirklich nicht mehr groß Themen vom Zaun brechen. Donnerstag, 25. April 2013
Von Drosseln, Amseln, Fink und Star... Geschrieben von Barbara Schön
in Wirtschaft und Politik um
11:35
Kommentare (0) Trackbacks (0) Von Drosseln, Amseln, Fink und Star... Die Telekom sorgte für große Aufregung, als sie am Montag verkündete, die Tarife für die Internetnutzung zu ändern.
Wie bei Smartphone-Tarifen soll es dann Tarife geben, die je nach Datenvolumen abgerechnet werden. Überschreitet man das vereinbarte Datenvolumen, wird die Surfgeschwindigkeit gedrosselt und man kehrt wieder ins Internetsteinzeitalter zurück. Das ist ein riesen Einschnitt in die Netzneutralität. Denn diese soll eigentlich gewährleisten, dass die Internetanbieter alle Datenpakete unverändert und unabhängig von Inhalten transportieren. In den Niederlanden ist dies seit Juni 2011 sogar gesetzlich verankert. Daraufhin ist natürlich eine Welle der Entrüstung durch das Internet gerauscht. Auf der Petitionsplattform change.org haben bereits über 30.000 Menschen (Stand: 25.04.) einen offenen Brief an René Obermann unterschrieben und einen sofortigen Stopp des Vorhabens gefordert. Und auch die Bundesregierung hat sich bereits eingeschaltet. Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf die neuen Streaming-Angebote beziehungsweise die gesamte Online-Wirtschaft haben wird, ist noch nicht abzusehen. So gelten die Änderungen zum einen nur für Tarife, die ab Mai abgeschlossen werden – und das werden sicher nicht viele sein – und zum anderen treten die Änderungen erst 2016 in Kraft. Klar ist auch noch nicht, wie die anderen Anbieter handeln, welchen Druck die Netzgemeinde ausüben kann und wie die Politik reagiert. Gibt es vielleicht endlich ein Gesetz, das die Netzneutralität gewährleistet? Es wäre auf jeden Fall an der Zeit. Mittwoch, 24. April 2013
Leben im Schwarm Geschrieben von Eva Kia-Wernard
in PR und Kommunikation um
14:56
Kommentare (0) Trackbacks (0) Leben im SchwarmIntelligenz ist, wie wir wissen, eine individuelle Eigenschaft und nicht übertragbar – im Falle von Crowdsourcing kann jedoch die Masse an Unterstützern (sog. Crowdsourcees), den Unterschied machen. Das ist nicht unbedingt Ausdruck von addiertem Intellekt, bei dem die Weisheit proportional mit der Zahl der Beteiligten wächst, sondern eher Ausdruck der Kollaboration vieler, die zusammen entweder eine relevante Menge ergeben oder die Chance auf die eine, entscheidende Idee erhöhen. Das Beispiel für erfolgreiches Crowdsourcing schlechthin ist ja bekanntlich Wikipedia. Genau aus diesem Grund spricht man auch von der Weisheit der Vielen oder Schwarmintelligenz. Grundsätzlich geht es dabei um die Auslagerung von Teilaufgaben an eine Gruppe freiwilliger User, in der Regel mit Hilfe des Web 2.0. Auch wenn man sich manchmal an das kollektive Bewusstsein gewisser Sternenvölker erinnert fühlt (die „Borg“ finden sich sogar auf Wikipedia), die so manchem Star-Trek-Jünger wohlige Schauer über den Rücken jagen – die Ergebnisse sind thematisch breit gefächert und können sich sehen lassen. Und dabei sind diese noch nicht mal auf IT-relevante Themenfelder beschränkt, was ja nach dem Verständnis des geneigten Betrachters nahe liegen würde. So versuchte erst unlängst Island – nach der Bankenkrise ganz von basisdemokratischem Geist durchdrungen – per Crowdsourcing einen neuen Verfassungsentwurf durchzubringen. Dass dies vorerst gescheitert ist, kann man nicht der Methode Crowdsourcing anlasten. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Dass der Vielfalt der Einsatzgebiete kaum Grenzen gesetzt sind zeigt auch ein Beispiel, bei dem sich entscheidungsschwache Eltern neuerdings mit Hilfe von Crowdsourcing bei der Namensgebung ihres Nachwuchses auf die Sprünge helfen lassen können. Somit scheint bewiesen: Crowdsourcing ist die eierlegende Wollmilchsau der Generation 2.0 und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Ach ja, da waren doch noch die Sternenvölker: Auch Star Wars Episode IV wurde in einem Crowdsourcing-Projekt der besonderen Art nochmal ganz neu in Szene gesetzt. Unterteilt in 15 Sekunden lange Segmente gingen Fans daran, diese ganz individuell zuhause neu zu verfilmen, zu animieren oder auf sonstige Weise nachzustellen. Das Ergebnis: ein Emmy Award und irgendwas zwischen Kunstprojekt und Impro-Theater. Ohne die kollektive Mithilfe zahlreicher Fans und Enthusiasten wäre diese Neuinszenierung sicher nicht möglich gewesen. So tun sich für die Zukunft ungeahnte Dimensionen auf und wie es scheint, ist Widerstand zwecklos.
Montag, 22. April 2013
Datenschutz – Eine kleine ... Geschrieben von Nicole Auburger
in Datenschutz um
11:51
Kommentare (0) Trackbacks (0) Datenschutz – Eine kleine Märchenstunde
Das Internet als sicher und friedlich? Wohl kaum: Polizei und Geheimdienste wollen mittels eines neuen Bestandsdaten-Gesetzes vollen Zugriff auf Bankkonten, Email-Accounts, private Nachrichten in sozialen Netzwerken und persönliche Daten von Smartphones - und sie kommen diesem Ziel immer näher. Auch große soziale Netzwerke kämpfen um die Vorherrschaft auf dem Markt, der Gewinner bekommt - ja richtig - unsere privaten Daten. Von uns selbst eingegeben und bestätigt. Der Laie kennt sich schon lange nicht mehr aus in Punkto Datensicherheit – welches Programm erhebt welche Daten und wozu? Welche Informationen muss ich denn vor wem genau geheim halten? Können Straftäter wirklich mittels eines neuen Bestandsdatengesetzes schneller überführt werden oder werden wir unter diesem Deckmantel alle endgültig zum gläsernen Bürger? Schon jetzt ist die Lage schwer einzuschätzen, denn unterschiedliche Länder sehen unterschiedliche Daten als schützenswert an. Je nachdem wo sich der Hauptsitz eines Unternehmens befindet, gelten andere Richtlinien. Ein Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland darf die zur Verfügung stehenden Daten nicht so umfangreich nutzen wie beispielsweise ein Unternehmen in den USA. Und bei all den kursierenden Apps, die wir uns auf unsere technischen Spielzeuge laden, überprüfen wir zumeist weder in welchem Land das zugehörige Unternehmen sitzt, noch was diese Anwendungen nebenbei noch so alles an Informationen über uns herausfiltern. Soziale Netzwerke, die uns dabei helfen uns mit Freunden, Arbeitskollegen und Kommilitonen zu vernetzen, entpuppen sich als Datensammler, die nur darauf aus sind unsere privaten Informationen möglichst gewinnbringend zu verkaufen - ganz legal versteht sich, immerhin geben wir die Daten freiwillig und voller Enthusiasmus preis. Die Verantwortung für die Daten liegt beim Nutzer. Doch wer macht sich schon die Mühe im heutigen Datenschutz-Wald nach dem bösen Wolf Ausschau zu halten? Der Jäger wird schon rechtzeitig kommen und uns vor dem Wolf retten – nicht auszudenken was passiert wenn er daneben schießt, deshalb schnell zu einem anderen Märchen: Hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen wartet schon das nächste, diesmal aber WIRKLICH verbesserte Datenschutzgesetz, das unsere Daten vor der bösen Stiefmutter beschützt – ob es auch bei vergifteten Äpfeln hilft in die wir freiwillig hinein beißen?
Freitag, 12. April 2013
Nichts für Weicheier Geschrieben von Nicole Gryzewski
in München um
09:22
Kommentare (0) Trackbacks (0) Nichts für WeicheierSie gehört zu den beliebtesten Touristenattraktionen in München: die große Eisbachwelle am Rande des Englischen Gartens an der Münchner Eisbachbrücke. Dort schießt das Wasser mit voller Wucht gegen eine Betonrampe, wodurch sich eben jene Eisbachwelle auftürmt, die, je nach Wasserstand, bis zu einen Meter hoch sein kann. Seitdem die Stadt München das Surfen dort vor einiger Zeit legalisiert hat, steht dem feuchten Vergnügen auch nichts mehr im Weg. In der warmen Jahreszeit scharen sich zahlreiche Schaulustige rund um den Eisbach, um den Surfern beim Wellenreiten zuzuschauen. Wer allerdings denkt, man könne nur im Sommer surfen, der irrt. Die große Münchner Eisbachwelle ist ein Ganz-Jahres-Surf-Gebiet: Ganz Wagemutige surfen hier auch bei Eis, Schnee und frostigen Temperaturen. So wie Maximilian Schwarzkopf, der in „Winter Eisbach“ zeigt, dass man auch im Winter surfen kann. Entstanden ist ein Video mit spektakulären Bildern von Colin Stewart, die belegen, dass Surfen im Winter und bei Nacht ein ganz besonderes Naturerlebnis sein kann - und das mitten in einer Stadt.
Winter Eisbach from Big Col on Vimeo. Montag, 8. April 2013
Der Opa muss jetzt weg Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
16:57
Kommentare (0) Trackbacks (0) Der Opa muss jetzt wegDen Weg allen Fleisches muss nun auch Windows XP gehen: In genau einem Jahr, am 8. April 2014, ist endgültig Schluss.
Tatsächlich ist die Gefahr gering. Denn glaubt man Microsoft, dann gibt es dieses Opa-System, das "drei Produkt-Generationen alte Betriebssystem", eigentlich sowieso schon so gut wie nicht mehr:
Doch auch Zahlen haben ihre zwei Seiten: Über ein Drittel der Nutzer arbeitet also immer noch mit Windows XP. Wir wollen das gar nicht erst in Millionen umrechnen. Von den Qualitäten der beiden folgenden Windows-Generationen scheinen die Nutzer nicht so überzeugt gewesen zu sein. Kein Wunder, dass der Hersteller nun pampig wird. Nichts als Ärger hat man mit diesen Schlafmützen von Nutzern. Freitag, 5. April 2013
„Der Horcher an der Wand... Geschrieben von Stefanie Schuller
in Technologie und Märkte um
15:21
Kommentare (0) Trackbacks (0) „Der Horcher an der Wand......hört seine eig’ne Schand'". Dieses von meiner Oma gern zitierte Sprichwort im Ohr, huschte ich in meiner Kindheit stets rasch an tuschelnden Grüppchen vorbei, um ja keine Schmach erleiden zu müssen. Dass derartige Lauscherkenntnisse heutzutage hoch gefragt sind - wie ich hier lese - wäre mir in dieser Zeit nicht in den Sinn gekommen. Umso faszinierender finde ich daher die Entwicklung, dass Unternehmen mittlerweile sogar Technologien, sogenannte „Sentiment Analysis Tools“ einsetzen, die ihnen dabei helfen, den unzähligen Diskussionen über sie und ihre Produkte in sozialen Netzwerken zu folgen. Und dass es sogar möglich ist, die emotionale Färbung von Gesprächen über Unternehmen oder dessen Produkte in Echtzeit auszuwerten – und das automatisch und ohne menschliche Hilfe. Ein großer Fortschritt für die Beziehungen zwischen Unternehmen und ihren Interessensgruppen? Oder wird die Datensammlerei in einer ähnlichen Sackgasse münden wie die Operation "Igloo White" im Vietnamkrieg? Um wirklich von den Erkenntnissen der „Sentiment Analysis" profitieren zu können, sollten Unternehmen nicht nur Daten anhäufen, sondern sich ernsthaft mit dem Gehörten auseinandersetzen und auf Stimmen ihrer Gesprächspartner - ob positiv oder negativ - eingehen. Dann kann der Lauschangriff durchaus seine positive Wirkung entfalten zu „Der Horcher an der Wand vermeid't die eig’ne Schand’".
Montag, 25. März 2013
Und wieder ein paar Prozent mit ... Geschrieben von Rainer Doh
in Medien um
16:17
Kommentare (0) Trackbacks (0) Und wieder ein paar Prozent mit einer superguten Idee*Draußen ist ja immer noch dieses scheußliche Winterwetter (zum Glück habe ich meine Michelin-Reifen noch aufgezogen), man will ja gar nicht mehr vor die Haustüre gehen. Darum hab ich mich drinnen, wieder mal mit der Zukunft der Medien beschäftigt. Lange Zeit war das für mich identisch mit meiner Süddeutschen Zeitung beim Tchibo-Frühstückskaffee, die ihren festen Platz zwischen Schwartau-Extra und Pfister-Brot hat. Das ändert sich, ohne Tablet geht gerade auch beim Frühstück nichts mehr. Mein geschätzter Blogger-Kollege Richard Gutjahr hat das gerade wieder bestätigt. Richard war zu einem Presseclub nach Wien eingeladen – ich weiß gar nicht, hat der den Zug genommen oder die Lufthansa? Oder hat er sein neues Audi A5 Coupé aus der Duplexgarage geholt? Egal. Er hat aus der Donaustadt eine Super-Idee mitgebracht, die das Zeug hat, die Medienlandschaft zu verändern - und ich kann nur sagen: Ein paar Prozent kann man immer brauchen.
* Wenn Ihr über meine Links … na, Ihr wisst schon. Sonst ändert sich an unserem Blog nix. Mittwoch, 20. März 2013
Unsichere Sicherheit Geschrieben von Jürgen Wasem-Gutensohn
in Technologie und Märkte um
09:12
Kommentare (0) Trackbacks (0) Unsichere SicherheitAls wenn man es schon immer geahnt hätte: Viele Firewalls, Remote Access Server, UTM-Systeme und andere Sicherheits-Appliances weisen beträchtliche Sicherheitslücken auf. Fakten dazu gab es in einem Vortrag von Ben Williams, Penetration Tester bei der NCC Group, auf der Sicherheitskonferenz Black Hat Europe 2013 Mitte März in Amsterdam. Die NCC Group aus Manchester ist Anbieter von Dienstleistungen für IT-Absicherung und IT-Sicherheit. Der Titel der Präsentation von Ben Williams: „Hacking Appliances: Ironic exploitation of security products”. Grundlage dafür bildeten Produkttests. Das Fazit von Williams, zusammengefasst in einem Whitepaper: Mehr als 80 Prozent der Sicherheits-Appliances wiesen schwerwiegende Sicherheitslücken auf. Die meisten boten keinen Schutz gegen Versuche, mit Gewalt Passwörter zu hacken und enthielten Cross-Site-Scripting-Lücken. Eine weitere typische Schwachstelle war Cross-Site Request Forgery, eine Art Website-übergreifende Fälschung von Anfragen. Über diese Lücke erhält ein Hacker Zugriff auf Funktionen, mit denen er einen Administrator dazu bringt, eine gekaperte Website zu besuchen, von der dann Malware geladen wird. Besonders anfällig sind natürlich Systeme, die bei Anwendern extern über das Web zugänglich sind – auch das geschieht nach Angaben von Williams allzu oft. Bei vielen getesteten Appliances handelte es sich um schlecht gewartete Linux-Systeme mit veraltetem Kernel oder unsicheren Konfigurationen. Oft waren oft Filesysteme nicht gehärtet, es gab kein SELinux (Security-Enhanced Linux) oder AppArmo-Kernel-Sicherheitsfunktionen. Angriffsziele bilden derart schlecht geschützte Systeme vor allem für Hacker, die es auf Industriespionage abgesehen haben – kein Wunder, dass BSI und BITKOM das Aktionsbündnis Cyber-Sicherheit ins Leben gerufen haben. Aber auch die Hersteller von Sicherheitslösungen sind gefordert. Die nachträgliche Suche und Behebung von Schwachstellen ist zeitaufwändig und teuer. Weit effizienter wäre es, neue zuverlässige Systeme zu designen und zu bauen als veraltete mühsam anzupassen. Es bleibt noch viel zu tun. Wollen wir hoffen, dass es Hersteller gibt, die das anpacken.
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