Im Oktober steht der Datenschutz ganz im Zeichen von Halloween. Was derzeit an Datenmissbrauch, Datenpannen, Datenklau usw. abläuft, ist nur noch gruselig. Das Projekt Datenschutz hat die Datenvorfälle von verlorenen Festplatten mit Patienteninformationen über ausspionierte Mitarbeiter bis zu millionenfach verschluderten Kreditkartendaten seit Januar protokolliert. Dabei ist seit Ende des Sommers eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Banken, öffentliche Einrichtungen und Web-2.0-Plattformen scheinen derzeit in Sachen Datenmissbrauch außer Rand und Band zu sein; letzte Woche die Postbank, gestern (schon wieder) StudiVz, heute die Bundesagentur für Arbeit, es gibt derzeit kaum noch einen Tag, an dem kein massiver Vorfall zu verzeichnen ist.
Die Verursacher sind mittlerweile abgehärtet und daher meist nicht einmal mehr ordentlich zerknirscht, sondern eher hart gesotten ("Im Zuge einer weiteren Verschärfung unserer Sicherheitsmaßnahmen werden wir ..." - so StudiVZ), dreist ("Das in der Praxis angewandte Verfahren sei in der Vergangenheit nicht beanstandet worden" - die Postbank) und gern auch mal richtig dreist: "Wir haben die Zugangshürden bewusst niedrig gehalten, damit so viele Menschen wie möglich das Angebot nutzen", so eine Frau Huth von der Bundesagentur. Mit anderen Worten: alles Absicht!
Richtig halloweenmäßig ist auch das:
Auf Libri prangt ein Gütesiegel des TÜV Süd für sicheres Einkaufen im Internet. "Sicherheit hat höchste Priorität beim Online-Einkauf", heißt es auf der Website des Prüfsiegels.
... womit wir eigentlich gleich beim TÜV die nächste Panne hätten.
"Zuständige Stellen", insbesondere die Datenschutzbeautragten von Bund und Ländern, ringen derweil hilflos die Hände. Die große Datenparty kann also weitergehen ... es muss lediglich um 0:00 Uhr die Musik ausgeschaltet werden.