Nun sind die Kundendaten von Quelle also bei Otto gelandet. Das Hamburger Versandhaus hat das Recht erworben, die etwa acht Millionen Quelle-Kunden einmal mit einer Werbesendung auf dem Postweg anzuschreiben. Nur einmal, wie allseitig versichert wird:
Damit seien die Adressdaten der Quelle- Kunden anschließend geschützt; sie könnten nicht ein zweites Mal vermietet oder verkauft werden, sagte ein Otto-Sprecher am Sonntag in Hamburg (...)
Der Otto-Sprecher meinte vermutlich "dürften", denn weshalb die Daten nicht ein weiteres Mal verkauft werden "könnten", ist nicht so recht nachvollziehbar – lösen sie sich etwa automatisch auf? Wie in einem Säurebad?
Zur Erinnerung: Die Quelle hatte über die Verwendung der Daten auch schon eine ganze Menge zugesichert:
Wir verarbeiten und nutzen personenbezogene Daten zur Auftragsabwicklung, zur Pflege der Kundenbeziehungen und für unsere Werbeansprachen. Die dafür erforderlichen Daten werden ggf. an Dienstleister weitergeleitet.
...
Listenmäßige Adressdaten nutzen und übermitteln wir ggf. für werbliche Ansprachen unserer Konzern- und Partnerunternehmen.
Das hat man nun gelernt, dass unter "ggf." auch die Insolvenz fällt. Und dass in so einem Insolvenzverfahren zwangsläufig neue "Partner" für alte Daten auftauchen. Bleibt zu hoffen, dass bei Otto nicht ähnliche, unvorhersehbare Ereignisse Hand an die Semantik des Begriffs "einmal" legen. Wir halten Otto vorsorglich die Daumen.