Donnerstag, 28. Januar 2010
Unliebsame Erfolgsbilanz Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz um
13:47
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenmissbrauch, datenschutz, datensicherheit, datenskandale, informationelle selbstbestimmung
Unliebsame ErfolgsbilanzAls wir im Frühjahr letzten Jahres mit der Planung des "Projekt Datenschutz" begonnen hatten, war die Welt noch fast in Ordnung. Unser Ziel war, Datenschutz-Vorfälle zentral zu sammeln, zu dokumentieren und der Internetgemeinde zur Verfügung zu stellen. Schließlich hatte das Thema Datenschutz einen gewissen "Achtungserfolg", nachdem das Jahr 2008 von vielen Stellen als das Jahr des Datenmissbrauchs deklariert wurde. Durchschnittlich zwei Datenvorfälle pro Monat, das ließ aufhorchen. Und der Gesetzgeber versprach zu reagieren. Und er ist in den letzten Monaten auch selbst aktiv geworden, etwa bei der Datenvorratsspeicherung, der Körperscannerdebatte oder der Arbeitnehmererfassung Elena. Allesamt Projekte, die datenschutzrechtlich mindestens bedenklich, manchmal aber auch, so die Meinung vieler Experten, klar verfassungswidrig sind. Wirtschaft und Politik Hand in Hand beim Demontieren des Datenschutzes? Eine Entwicklung, die nachdenklich macht, zumal im Zeitalter des Internets.
Mittwoch, 27. Januar 2010
Innovationen aus dem Tollhaus Geschrieben von Rainer Doh
in Datenschutz um
21:27
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: blippy, datenmissbrauch, datenschutz, datensicherheit, datenskandale, persönlichkeitsrechte, web, web 2.0
Innovationen aus dem TollhausEin gewisser Ali Mir – der Name tut nichts zu Sache, er ist "Student at the University of Michigan" – war kürzlich beim Essen im Bella Notte Ristorante. Dafür hat er $66,06 ausgeben. Dann hat er bei iTunes für jeweils $3.17 zwei Apps erstanden. Und vor einer Woche hat er für 25 Dollar in einer Internet-Apotheke eingekauft. Wir wissen das alles aus "Blippy". Das ist so etwas wie Twitter für Geld: Man meldet sich an, gibt seine Kreditkartennummer ein und dann wird über jeden Kauf, den man mit der Karte bezahlt oder den man in innovativen Läden wie iTunes, Starbucks, McDonald's oder Blockbuster tätigt, direkt im Web berichtet. Toll, nicht wahr? Wer nun wieder fragt "Wozu?", "Weshalb?", "Warum?" hat wieder gar nichts kapiert. Und wer wie die Süddeutsche von "Gläserner Abrechnung" spricht, sowieso nicht:
![]() Was Ali so alles einkauft Auch wenn es die Datenschützer vor lauter Entsetzen nicht gemerkt haben: Tatsächlich ist Blippy eine Datenschutz-Offensive, denn alles, was gleich im Netz steht, kann dort nicht missbräuchlich, pannenmäßig oder klauhalber landen. Ganz einfach, weil es schon dort ist. Was ich verschenke, kann mir kein Mensch mehr klauen! Mit einer flächendeckenden Einführung von Blippy würde daher die Internet-Kriminalität schlagartig zurückgehen. So geht Sicherheit heute! Na, ist das eine Innovation? Außerdem sind Datenschützer doch immer irgendwie entsetzt – diese Spaßbremser nerven allmählich. Nebenbei, liebe SZ: "Hotel mit der Geliebten", das ist (a) ganz schön chauvimäßig und (b) tut man/frau das überhaupt nicht. So mag es vielleicht bei den alten Medien zugehen, das Web aber ist sauber. Und wer sauber ist und nichts zu verbergen hat, hat auch null Problem damit, dass die Welt weiß, dass er mal wieder im Bella Notte Ristorante eingekehrt ist. Wobei ein Nachtmahl zu 66 Dollar für einen Studenten eine schöne Stange Geld ist; aber das ist ja auch mal interessant, wofür diese Studenten so ihr Geld ausgeben; App muss übrigens auch nicht sein. Und sonst Ali? Gesundheitlich jetzt wieder alles ok? Man fragt ja nur.
Dienstag, 26. Januar 2010
Theorie und Blog – deutsche ... Geschrieben von Rainer Doh
um
11:59
Kommentare (2) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: blog, blogger, it, it-industrie, itk-branche, medien, social media, web 2.0
Theorie und Blog – deutsche IT-Unternehmen und Corporate Blogs (Teil III)Im ersten Teil unserer Untersuchung der Blogs deutscher IT-Unternehmen war es um "Theorie" gegangen – also um die Grundsatzfrage, wozu Unternehmen bloggen. Im zweiten Teil hatten wir uns angeschaut, was die deutschen IT-Unternehmen beim Bloggen so zu Stande bringen und das ernüchternde Ergebnis war: Überwiegend nichts. Umso weniger wollen wir versäumen, die wenigen Highlights gebührend zu würdigen.
Kommunikationsanbieter wie Vodafone, O2 oder Nokia verfügen über Blogs, wobei diese natürlich Consumer-orientiert sind ("Wir schenken Euch das Rentier aus dem TV-Spot"). Es ist nicht ganz das, was uns interessieren würde, aber es ist eben das, was diese Unternehmen kommunizieren wollen. Umso mehr muss es erstaunen, dass auch diese Blogs keineswegs einfach zu finden sind. Die direkte Verlinkung auf der Homepage fehlt auch hier – und sogar hier ist der unvermeidliche Newsletter gleichzeitig nur einen Klick entfernt. Nokia verlinkt sogar Twitter und Facebook, aber nicht den eigenen Blog, den man aufwändig suchen muss. Dabei müsste man sich für den doch gar nicht schämen. Letzten Endes bleiben unter den 100 untersuchten Unternehmen magere drei, die über einen rundum gelungenen Blog-Auftritt verfügen. Gelungen heißt für uns ganz unbescheiden: • leicht zu finden – wir wollen Blogs lesen und nicht suchen • regelmäßig gepflegt – Blogs vom November interessieren uns jetzt nicht nicht mehr so sehr • guter Themenmix – Sebastians Erfahrungen mit Powerpoint wollen wir auch nicht lesen • in deutscher Sprache – sollten wir uns irgendwann mal über finnische Blogs Gedanken machen, lesen wir Blogs gern auf Finnisch. Gewinner sind die Blogs von Microsoft, Fraunhofer IAO und Cirquent (falls ein Leser dieses Blogs noch einen vierten oder gar fünften IT-Lieblingsblog kennen sollte, nehmen wir diesen gerne noch nachträglich auf). Bei den beiden letzteren ist der Blog sogar auf der Homepage verlinkt, bei Microsoft ist er immerhin über das Suchfenster schnell zu finden. Microsoft nutzt Blogs am intensivsten, es gibt eine richtige Landing-Page für Blogs zu allen Themen rund um die Microsoft-Produkte. Ich habe 24 deutsche Blogs gezählt; nicht alle sind brandaktuell, aber das ist bei so vielen Blogs auch nicht erforderlich. Schon merkwürdig, dass ausgerechnet das so oft als böser Bube der IT gescholtene Microsoft sich hier in dieser Weise präsentiert. Aber über die "Gewinner" müssen wir hier ohnehin keine Worte verlieren. Die können je ihre Taten sprechen lassen. Doch was ist nur mit all den anderen los? Die IT in Deutschland trotzt auf breiter Front dem Zeitgeist: • Dialog mit Kunden und Öffentlichkeit? Wollen wir nicht. • Adressierung lokaler Märkte? Wir sind nicht von hier. • Entwicklung der Kommunikationsinstrumente von morgen? Warten wir noch ab. • Aufbau einer Community? Brauchen wir nicht. • Image als innovatives Unternehmen? Haben wir schon. Aber: Wollen Sie nicht unseren Firmen-Newsletter abonnieren? Dienstag, 26. Januar 2010
Theorie und Blog – deutsche ... Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
10:58
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Theorie und Blog – deutsche IT-Unternehmen und Corporate Blogs (Teil II)Im ersten Teil unserer Untersuchung der Blogs deutscher IT-Unternehmen war es um die "Theorie" der Corporate Blogs gegangen. Demzufolge ist nun die Praxis dran. IT-Unternehmen haben wir uns vorgenommen, weil wir vermuteten, dass Unternehmen dieses Sektors eine besondere Affinität zum Web in all seinen Erscheinungsformen haben müssten. Überprüft wurden die Websites von 100 IT- und Telekommunikations-Unternehmen, die nach der Zahl der Beschäftigten zu den 150 größten dieses Sektors gehören. Nicht berücksichtigt wurden Unternehmen, die im Wesentlichen ausgelagerte IT-Abteilungen sind, wie zum Beispiel die HVB Information Services GmbH. Wenn wir übrigens auf einer Website innerhalb von fünf Minuten auch unter Verwendung der Suchfunktion keinen Blog finden konnten, haben wir die Suche abgebrochen – wenn Blogs nicht leicht zu finden sind, taugen sie auch nicht als Kommunikationsinstrument.
2. Die Blogs Das Ergebnis der Untersuchung lässt sich sehr kurz wiedergeben: IT-Unternehmen in Deutschland nutzen die Blogs so gut wie nicht für ihre Kommunikation. Unter den 100 ausgewählten Unternehmen konnten lediglich acht deutschsprachige Blogs identifiziert werden. 19 Unternehmen weisen immerhin Blogs in englischer Sprache auf, drei Unternehmen bloggen in beiden Sprachen. Interne Blogs konnten natürlich nicht berücksichtigt werden, es ging uns aber ohnehin nur um die nach außen wirkende Kommunikation. Unter den Blog-abstinenten Unternehmen sind zahlreiche große und sehr renommierte.
Zwei Ursachen kommen dafür in Frage: Zum einen, dass Unternehmen den Nutzen von Blogs nicht sehen, zum anderen, dass sie ihn zwar sehen, aber dafür trotzdem keine Ressourcen bereitstellen wollen beziehungsweise können. Zum Nutzen von Blogs wurde im ersten Teil eigentlich schon alles gesagt. Mag sein, dass das IT-Unternehmen nicht so sehen. Mag sein, dass Blogs nicht das zentrale Kommunikationsinstrument sein werden, aber dass sie ein wichtiges Instrument in einer Medienlandschaft sein werden, dürfte unbestritten sein. Nicht zuletzt weil die Medienlandschaft künftig wesentlich breiter aufgefächert sein wird. Das Ressourcen-Problem ist eine Folge der Nutzen-Frage: Nur Unternehmen, die in Blogs einen geringen Nutzen sehen, scheuen den dafür nötigen Aufwand. Dass IT-Anbieter mit ein paar tausend Mitarbeitern keine Ressourcen haben sollten, einen Blog zu pflegen, ist nicht nachvollziehbar. Wir können das umso weniger verstehen, als fast alle Unternehmen durchaus Ressourcen für Firmenmagazine, Kundenzeitungen und Newsletter bereitstellen können, und hier schafft man es meist auch, einen Link prominent auf der Homepage unterzubringen. Offenbar liebt die deutsche IT diese Retro-Kommunikation, die ja weder ein schnelles und flexibles Reagieren, noch einen Dialog mit den Adressaten erlaubt. Wir haben darauf verzichtet nachzulesen, was die selben Unternehmen ihren Kunden beispielsweise über Agilität, Flexibilität und Innovation erzählen. Aber wir haben so unsere Vermutungen. ![]() Sun: Tausende von Blogs - aber keine Ressourcen für deutsche Blogs?
Interessanterweise verfügt Sun, obwohl es ein amerikanisches Unternehmen ist, sehr wohl über eine deutsche Website, verschickt deutsche Pressemeldungen und verteilt – hatten wir es nicht geahnt? – auch einen deutschen Newsletter. Das Amerikanische bei Sun trifft also nur die Blogs. Und im Grunde verhält es sich ja genau umgekehrt: Würde Sun hierzulande wie ein amerikanisches Unternehmen agieren, dann wüsste es auch hier, wie wichtig Blogs sind und dann hätte es auch Blogs in der Landessprache. Dabei wollen wir gar nicht bestreiten, dass es auch Blog-Themen geben mag, für die Englisch einfach ein wenig besser passt, beispielsweise in der Softwareentwicklung. Aber man muss sich hier schon einmal die Größenordnungen vor Augen führen: Sun hatte (zum Zeitpunkt unserer Untersuchung) weltweit 5.597 Blogs von 4.606 Bloggern, die insgesamt 173.134 Beiträge verfasst hatten. Und da sollten keine Ressourcen für einige Blogs in den Landessprachen der Länder mit Sun-Niederlassungen sein? Man muss natürlich auch wollen. Übrigens: bei Oracle sieht es genauso aus, insofern passen die beiden prima zusammen. Umgekehrt gibt es auch deutsche Unternehmen, die nur auf Englisch bloggen, beispielsweise die Software AG oder IDS Scheer. Ja, wir wissen schon: "Wir sind ein internationales Unternehmen …" und Englisch beweist Internationalität, Globalität und Modernität, aber eine besondere Wertschätzung des immerhin zweitgrößten IT-Marktes kommt darin nicht zum Ausdruck. Und auch hier ist festzuhalten: Wir sprechen hier nicht von Unternehmen mit 40 oder 50 Mitarbeitern, die sich entscheiden müssen, ob sie einen Blog in E oder D führen. In unserer Untersuchung haben wir an ein paar Stellen auch ein wenig tiefer gebohrt, denn manchmal wollten wir es einfach nicht glauben, dass es bei diesem oder jenem renommierten IT-Unternehmen keinen einzigen Blog geben sollte. Wir haben uns dann bei der Pressestelle erkundigt, wo wir denn den Corporate Blog finden könnten. Da wurde uns dann zum Beispiel mitgeteilt: Das Unternehmen "… bietet keinen 'Corporate Blog' an. Sollten Sie weiterführende Informationen über das Unternehmen benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden." Hier drängt sich der Eindruck auf, Social Media könnte trotz umfassender Medienoffensive doch noch nicht überall verstanden worden sein: Blogs sind doch nicht "weiterführende Informationen über das Unternehmen", Web 2.0 ist eben nicht Presseinformation mit anderen Mitteln, sondern … war da nicht was mit Dialog und Community? In der deutschen IT-Welt scheint das überwiegend nicht angekommen zu sein. Weitere O-Töne aus der Praxis deutscher IT-Blogs:
Siemens IT Solutions and Services wiederum hat auf unsere Anfrage sicherheitshalber gar nicht geantwortet. Wir haben dafür natürlich Verständnis: Wenn man anfängt, jedes E-Mail zu beantworten, wird das schnell uferlos. Andererseits muss man auch zugeben, dass nicht jeder Blog, bloß weil es ihn gibt, damit auch schon Ziel führend im Sinne der Unternehmenskommunikation ist. Zum Beispiel bei IBM. Deutschlands größtes IT-Unternehmen hat einen Blog, dieser spricht Deutsch und ist – erfreulich! erfreulich! – ganz leicht zu finden. Und selbstverständlich weiß IBM, worum es bei Blogs geht:
Aber in diesem Fall gilt: Blau ist alle Theorie. Was der BlueBlog hinsichtlich Inhalt und Aufmachung tatsächlich bietet, ist nämlich weniger gelungen. Bei unserem Besuch war der letzte Beitrag über zwei Monate alt – und das in einem Weltunternehmen, das hierzulande über 20.000 Mitarbeiter beschäftigt. Mag sein, dass es irgendwo im IBM-Universum noch andere Blogs gibt, schönere, aktuellere, bessere, interessantere. Aber die haben wir leider nicht gefunden – was im Ergebnis auf das selbe hinausläuft. Manche der Unternehmen haben auch etwas eigenwillige Vorstellungen über die Kommunikation per Blog. So haben wir bei einem Unternehmen statt eines Corporate Blogs einen "Trainee-Blog" gefunden, was im Grunde ja nicht verkehrt ist. Dieser war offenbar als Spielwiese für Social-Media-Eleven gedacht, die Beiträge erwiesen sich als unfreiwillig komisch und damit unser summa summarum eher trist gestimmter Blog nicht ohne seine humorige Note bleibt, zitieren wir daraus kurz, aber mit Rücksicht auf den Trainee-Blogger absichtlich ohne Quellenangabe:
Interessant wie es bei einer "strategischen Neuausrichtung" in diesem Unternehmen, dessen Name nichts zur Sache tut, so zugeht. Das mag ja für die Kumpels vom Sebastian – und für uns – ganz lustig sein, aber in einem für die Weltöffentlichkeit offenen Blog hat dergleichen eher weniger zu suchen. Nebenbei, lieber Sebastian: Nicht nur bei Folien, auch bei Corporate Blogs gilt es einiges zu beachten, aber das ist ein anderes Thema. Über die kleine Schar der Sieger beim Blog-Contest der deutschen ITK-Unternehmen berichten wir demnächst in diesem Blog. Dienstag, 19. Januar 2010
Theorie und Blog – deutsche ... Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
09:52
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Theorie und Blog – deutsche IT-Unternehmen und Corporate Blogs (Teil I)Heute geht es in unserem Blog um Blogs, genauer: Um die Blogs deutscher IT-Unternehmen. Damit wir nicht betriebsblind – Blog-blind – werden, haben wir uns draußen in der Realität umgeschaut und wollten herausfinden, wie die großen Unternehmen der deutschen IT- und Telekommunikationsindustrie Blogs für ihre Kommunikation nutzen. Über die Ergebnisse dieser Umschau gibt es einiges zu berichten, mehr als wir zunächst vermutet haben. Damit die Sache nicht unübersichtlich wird, werden wir das Thema in drei Kapiteln behandeln: 1. Die Theorie – über das Warum und Wieso von Corporate Blogs 2. Die Praxis – wie deutsche IT-Unternehmen bloggen 3. Die gute Praxis – wie es aussieht, wenn deutsche IT-Unternehmen gut bloggen 1. Die Theorie Blogs sind bekanntlich das Herzstück von Social Media beziehungsweise Web 2.0. So hatte Social-Media-Guru Klaus Eck in seinem Standardwerk "Corporate Blogs" schon 2007, also in der Web-2.0-Frühzeit, geschrieben:
Der Grund für die besondere Rolle von Blogs innerhalb des Web 2.0 liegt auf der Hand: Hier ist der Platz an dem man "zur Sache" kommen kann, an dem Inhalte auch mal etwas ausführlicher ausgebreitet werden können. Während bei Twitter nur kurze Informationen ausgetauscht werden – mitunter als Referenz auf Blogs –, in den Sozialen Netzwerken vor allem Kontakte aufgebaut und gepflegt werden und bei YouTube und den Foto-Plattformen das Visuelle betreut wird, kann im Blog ausführlich informiert, argumentiert, erläutert, erklärt, kritisiert, zurückgewiesen, bewundert oder was auch immer werden. Für Unternehmen heißt das: In Blogs können sie ihre Position, ihre Politik oder ihre Strategien darlegen, aber auch ganz einfach ihre Produkte und Lösungen vorstellen und erklären. Blogs stellen den Unternehmen einen sehr direkten Kommunikationskanal zur Verfügung, über den sie sehr viel unmittelbarer ihre Botschaften aussenden können als das über die herkömmlichen Medien möglich ist. Sie haben damit eine direkte Verbindung zu den Adressaten, seien das Geschäftspartner, Kunden, Interessenten oder Lieferanten – oder ganz allgemein die Öffentlichkeit. Wenn Unternehmen etwas zu sagen haben, müssen sie sich im Blog mit niemandem abstimmen, in keinen Redaktionsplan hineinzwängen, keinen Redaktionsschluss einhalten und auch (so etwas soll es schon gegeben haben) keine Anzeigen schalten. Nachteil dieser Direktheit ist im Vergleich zu herkömmlichen Medien natürlich die geringere Reichweite von Blogs – da hilft nur: Regelmäßig und gut über interessante Dinge schreiben. Ein wichtiger Aspekt: Wie alles im Web 2.0 sind auch Blogs nicht als unidirektionaler Kommunikationskanal gedacht. Richtig spannend wird es beim Bloggen immer dann, wenn die Leser sich mit Kommentaren in Diskussionen einschalten. Dass dabei nicht immer Lobeshymnen zu erwarten sind, versteht sich, insbesondere bei kontroversen Themen. Das müssen Unternehmen aushalten. Wenn sie es nicht aushalten, müssen sie es lernen. Im Auge behalten sollte man auch den Hintergrund: Vom Wandel der Medienlandschaft ist derzeit ja viel die Rede – Einbruch im Anzeigengeschäft, ausgedünnte Redaktionen, abwandernde Leser, kein Plan für die Online-Postionierung und am Horizont das Wetterleuchten das Sterben von Zeitschriften und Zeitungen in den USA (2009 wurden dort rund 400 Zeitschriften eingestellt). Für die Unternehmenskommunikation heißt das, dass sich auch für sie die Parameter verschieben werden. Sie kann nicht davon ausgehen, dass sie in fünf bis zehn Jahren mit dem altbekannten Instrumentarium von Presseinformationen oder -konferenzen ihr Publikum überhaupt noch erreicht, denn dieses ist offenbar in weiten Teilen dabei, ins Web und ins Web 2.0 abzuwandern. Die Kommunikationsexperten der Unternehmen werden sich daher überlegen müssen, wie sie ihre Adressaten dort erreichen können. So, das war nun kurz und knapp die Theorie. Und die Praxis? Fortsetzung folgt – in diesem Blog. Montag, 11. Januar 2010
Skiff – die Zeitung von morgen? Geschrieben von Rainer Doh
in Medien um
17:53
Kommentare (0) Trackbacks (0) Skiff – die Zeitung von morgen?Die Frage, wie Zeitungen und Zeitschiften morgen aussehen werden, ist ein Dauerthema. Jede Woche gibt es dazu was Neues. Das zum Beispiel ist Skiff, der derzeit (nach eigenen Angaben) der größte, dünnste, haltbarste und – wie man sieht – biegsamste Reader:
Sieht toll aus, aber natürlich ist auch Skiff nicht einfach ein Reader, den man ver- und sich hinbiegen kann, sondern eine richtige Content-Plattform:
Bis das Ding verfügbar ist, wird hoffentlich noch ein wenig am Layout des Contents gearbeitet. Das sieht noch ziemlich altbacken aus. Muss so ein Reader unbedingt eine gedruckte Zeitung nachahmen? Und wozu überhaupt noch spezifischer eReader-Content, wenn die Geräte ohnehin eine Verbindung zum Web brauchen? Anstatt das Zeitungslayout auf den Reader zu laden, könnte man doch gleich mit dem Skiff auf die Website des SF-Chronicle gehen. Ist das Konzept eines "Transaction Gateways", das Content auf einen Reader herunterlädt, also womöglich schon obsolet, ehe diese Geräte selbst ausgereift und biegsam werden? Ach, immer diese Fragen. Montag, 11. Januar 2010
Neues von Pi Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
10:23
Kommentare (0) Trackbacks (0) Neues von PiDie Dimension, die das Jahr 2009 prägte, war die Milliarde. Die Dimension des Jahres 2010 ist die Billion:
Allein für die Speicherung des 2699999990000 – also 2,7*1012 – Ziffern langen Ergebnisses benötigte Software-Ingenieur Fabrice Bellard über ein Terabyte. Der geschlagene Professor Takahashi hatte für seinen Rekord noch einen Supercomputer eingesetzt und damit haben diese schon wieder eine Schlacht an die PCs verloren. Hat sich die 103 Tage dauernde Rechnerei Bellards gelohnt? Ich denke, das wird auf den ersten Blick klar:
Auch hier hat der PC also eindeutig die Nase vorn. Und falls jemand zu Hause nachrechnen will:
A propos: Was machen eigentlich die Primzahlen? Montag, 4. Januar 2010
Der Y1K+582-Bug Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
17:12
Kommentare (0) Trackbacks (0) Der Y1K+582-Bug2010! Endlich konnten wir das 10-jährige Jubiläum des Jahr-2000-Problems ("Millennium-Bug" oder "Y2K-Bug") feiern. Nun, eine halbe Woche später, lese ich von einem Y2K+10-Bug. Er führt dazu, dass Windows Mobile Phones seit der Neujahrsnacht Text-Messages aus der Zukunft empfangen. Also nicht wirklich aus der Zukunft, es sieht nur so aus, aber in Ordnung ist das ja auch nicht. Oder sollte es sich in Wahrheit um einen Y2K-16-Bug handeln? Ja, wer hätte noch im Dezember gedacht, dass nicht nur Jahrtausendwechsel, sondern simple und relativ häufige Jahrzehntwechsel die eine oder andere Technologie überfordern: Das erinnert mich daran, dass auch ein weiteres kalendarisches Ungemach wieder ein Jahr näher gerückt ist – es sind nur noch 28 Jahre bis zum Y2K+38-Problem: Am 19. Januar 2038 um 03:14:08 Uhr bleibt also endgültig alles erschöpft stehen. Die Folgen sind, wie immer in solchen Fällen, nicht auszudenken, insbesondere weil man damit rechnen muss, dass in 28 Jahren noch viel mehr digital gesteuert wird als heute. Das mit dem Datum ist und bleibt offenbar eine Flickschusterei. Es wird allmählich Zeit für eine Kalenderreform, die die Zeitrechnung für das digitale Zeitalter fit macht. Die letzte Reform von 1582 ist nun ja auch schon wieder ein paar Jahre her. Vielleicht kann man sich das mit dem neuen Kalender auch sparen, falls nämlich im April 2036, also kurz vor dem Untergang der Unix-Computer, der immerhin 350 Meter dicke Asteroid Apophis ("The Killer") auf der Erde einschlagen sollte. Gegen das Y2K+36-Problem hilft nun keine Reform mehr, sondern nur noch Entschlossenheit: "Russland will Asteroiden rammen" – natürlich nicht ganz Russland, sondern ein Raumschiff der russischen Weltraumbehörde Rokosmos. Kann man gelegentlich erfahren, welche Programmiersprachen die Entwickler von Rokosmos verwenden? ![]() Kein Bug: Apple iCal kennt selbstverständlich die Gregorianische Kalenderreform |
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