Montag, 22. Februar 2010
Tolle Tage mit der Maus Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
17:19
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tolle Tage mit der MausWer hier die drei klassischen Fragen stellt: "Warum? Weshalb? Wozu?", liegt wieder mal verkehrt. Denn hier geht es um keinerlei Business-Nutzen, die Lösung hat auch keinen Mehrwert und weil sie nichts kostet, auch keinen ROI. Die kleine Applikation mousepath zeigt, was die Maus tagsüber so treibt, und gibt damit Antwort auf nichts weniger als die uralte Frage: "Wie war mein Tag?" Gestern so:
Und heute (Stand 17:15 Uhr) so:
Besonders gelungene Tage kann man natürlich auch bei Flickr hinterlegen, wo sie dann unter Umständen von 350.000 Leuten bewundert werden.
Freitag, 19. Februar 2010
Steal me! Geschrieben von Rainer Doh
in Datenschutz um
14:39
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenmissbrauch, datenschutz, google, google street view, identität, identitätsdiebstahl, informationelle selbstbestimmung, innovation, web, web 2.0, zeit
Steal me!In Köln hat sich ein Hausbesitzer darüber beschwert, dass ein kommerzielles Bilderbuch ungefragt Fotos von seinem Haus veröffentlicht. Das Bilderbuch hat nichts mit Google Street View zu tun, sondern macht im Grunde da weiter, wo Street View (bisher) aufhört. Vor Gericht holte sich der Hausbesitzer eine Abfuhr. Bemerkenswert ist die Begründung des LG Köln: ![]() Sichere Identität: Klingel ohne Klingelschild
Der Klägerin steht gegen die Beklagte kein Anspruch auf Unterlassung der Veröffentlichung von Lichtbildern von ihrem Haus in Verbindung mit der Nennung des Straßennamens und der Hausnummer … zu. Durch die streitgegenständliche Veröffentlichung erfolgt weder ein Eingriff in ihr Persönlichkeitsrecht noch steht ihr nach Abwägung ein Unterlassungsanspruch aus datenschutzrechtlichen Grundsätzen zu. Das ist also die amtliche Fassung des alten, immer wieder gern gehörten Arguments, dass das Verteilen von Informationen im Web deswegen ganz harmlos sei, weil man sich dieselben Informationen auch durch einen Blick auf ein Klingelschild beschaffen kann. Eine reichlich naive Auffassung, weil das natürlich ein ganz gewaltiger Unterschied ist – ein paar tausend Klingelschilder abzuschreiben, wäre schon ein wenig aufwändig. Fälle, in denen findige Datenbeschaffer eine Hundertschaft von manuellen Klingelschildscannern ausgeschickt haben, sind ja auch nicht bekannt geworden. Aber wir wollen heute gar nicht an dieser seltsam arglosen Ansicht herummäkeln, und wir wollen auch nicht die Sorge um möglicherweise zunehmende Einbruchsdiebstähle breit treten – zu diesem Thema sei auf die Website "Please Rob Me" verwiesen, wo die Tweets von Leuten aufgelistet werden, die gerade nicht zu Hause sind. Aber Einbruch und Diebstahl sind ja ohnehin Phänomene aus der alten, der analogen, der weblosen Welt. Die digitale Welt ist längst weiter. Wie weit, das zeigt eine Case Study, die letzte Woche in der ZEIT unter dem Titel "Meine Identität gehört mir" ausführlich dargestellt wurde. Ein schönes Praxisbeispiel für alle, die fragen, was man mit harmlosen, privaten Informationen denn überhaupt anstellen kann. Davon abgesehen warten wir noch auf eine total witzige Website für Leute, die ihre Identität loswerden wollen: Be me! PS: Das Thema "Identitätsdiebstahl" wurde auch schon literarisch aufbereitet; wen's interessiert – T.C.Boyle: Talk Talk Mittwoch, 17. Februar 2010
Schon wieder die Schweizer Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
09:42
Kommentare (0) Trackbacks (0) Schon wieder die SchweizerManche Dinge sind so frappierend nahe liegend, dass man sich wundert, wieso darauf noch nicht schon längst jemand gekommen ist. Und natürlich hätte man auch selbst darauf kommen können. Zum Beispiel Mobilität, der große IT-Trend – mobiles Internet, Handy, Smartphone, iPhone, iPad, iPod, Netbook usw. Bis auf weiteres brauchen bekanntlich alle diese Dinge Strom, den holen sie aus den netten kleinen Kästchen, bei denen hinten ein Kabel raushängt. Immerhin sollen bis 2012 die Mehrzahl aller Handys mit einheitlichem Netzteil ausgeliefert werden – also keineswegs verschwinden. Die übrigen Netzteile bleiben uns sowieso erhalten. Zu Hause hab' ich einen ganzen Container voll davon, und im letzten Urlaub war ich mit vier Netzteilen unterwegs. Netzteile befördern, das hat schon was Anachronistisches. Warum also gibt es für all die Mobilteile keine Strominfrastruktur? Ein Netz von Ladestationen in Bahnhöfen, Flughäfen, Hotels usw. – Stromtanksäulen, bei denen vorne ein Kabel raushängt … Und wer hat's erfunden? Die Schweizer!
![]() Urlaubsfoto
Freitag, 12. Februar 2010
Wie viel Honorar braucht ein Freelancer? Geschrieben von Susanna Tatár
in Medien um
10:57
Kommentare (0) Trackbacks (0) Wie viel Honorar braucht ein Freelancer?
Die Medienkrise ist noch lange nicht vorbei, darin sind sich leider alle Experten einig. Auch in unserem Kernbereich, bei den IT-Medien, beobachten wir mit Schrecken das Zeitschriftensterben und den massiven Personalabbau in den Redaktionen. Zum Glück gibt es auch einige Hoffnungsschimmer, LANline wurde aus dem Konradin-IT-Verlag, den Konradin komplett fallen gelassen hatte wie eine heiße Kartoffel, „rausgerettet“ und lebt unter den Fittichen des ITP-Verlags weiter. Auch freuen wir uns über neue Medienprojekte, wie etwa Virtualisierungsguide.de, tech-test.de oder WindowsPro.de, die unter anderem von ehemaligen Journalisten der Computerzeitung, des Windows IT Pro oder der Computerwoche ins Leben gerufen wurden.
Die Überschrift spiel auf meinen früheren Beitrag "Wie viel Schlaf braucht ein Freelancer?" an. Dort ging es darum, wie Verlage ihre festen Mitarbeiter in die Selbstständigkeit drängen. Wie steht es aber generell um Freelancer im IT-Themenbereich? Einerseits versuchen viele der früher festangestellten Journalisten, als Freelancer zu überleben – das hieße dann, es gibt mehr freie Journalisten, also muss es schwieriger sein, ihre Artikel unterzubringen. Andererseits läge es auf der Hand, dass Freelancer nun mehr Aufträge von den Medien bekommen, arbeiten doch die meisten Redaktionen mit grob geschätzt 50 bis 70 Prozent der Personalressourcen im Vergleich zu bis vor zwei Jahren.
Wir beobachten, dass freie Journalisten ihr Businessmodell in den letzten 18 Monaten teils gravierend überarbeitet haben. Sie erschließen zusätzliche Einnahmequellen, indem sie sich nun nicht ausschließlich von den Medien als Auftraggeber vergüten lassen, sondern teils von den Unternehmen, über die sie schreiben. So verschwimmen immer mehr die Grenzen zwischen PR und Journalismus. Neulich erzählte mir ein bekannter freier Journalist, dass er IT-Zeitschriften Artikel umsonst abliefere und daher von den Unternehmen, die in den Artikeln zu Wort kommen, sein Honorar holen müsse. Abgesehen davon, dass dieses Verhalten der Verlage als Ausbeutung und jegliches Fehlen von Berufsethos bewertet werden kann, stellt sich auch die Frage, was nun der Unterschied zwischen einem PR-Text und diesen Texten sei. Ich sage jetzt mal: gar keiner. Dass ich als PR-Beraterin das Verschwimmen der Grenzen zwischen PR und Journalismus für nicht wünschenswert halte, ist kein Widerspruch: Die Glaubwürdigkeit der Medien leidet weiter, dies führt dann zu weiter sinkenden Auflagen, das wiederum weiteren Entlassungen in den Redaktionen.
Dienstag, 9. Februar 2010
Die rührige Frau Aigner Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz um
10:25
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenschutz, gesetzgebung
Die rührige Frau Aigner
Nach der heftigen Google-Schelte der letzten Tage legt Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner nochmal nach und zeigt sich als unerbittliche Datenschützerin. Das ist im Prinzip gut so. Im Vorfeld eines Gesprächs mit dem Branchenverband Bitkom sagte sie gegenüber dpa: "Die Wirtschaft muss alles dafür tun, damit die Sicherheit der Kundendaten gewährleistet ist." Auch das ist richtig. Nur wissen wir, dass es mit der Selbstverpflichtung der Wirtschaft nicht immer weit her ist: ein Umlenken fängt leider meist erst mit einer griffigen Gesetzgebung an. Vor allem hier besteht also Handlungsbedarf. Ein Plauderstündchen mit der Bitkom reicht da aber noch nicht aus.
Montag, 8. Februar 2010
Die Lösung für Google StreetView Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz um
19:37
Kommentare (0) Trackbacks (0) Die Lösung für Google StreetView
Über Google StreetView kann man denken was man will, aber der jüngste Vorstoß unserer Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner mutet dann doch etwas grotesk an. Es mag ja sein, dass die flächendeckende Fotoaktion nichts anderes ist als "eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre". Es mag auch sein, dass die Darstellung von Google als böse Datenkrake einer gewissen Grundlage nicht entbehrt. Und sicher ist es auch richtig, dem Verursacherprinzip zu folgen.
Die Forderung aber, Google solle "die Genehmigung der Bürger einholen, wenn sie das Foto eines Privathauses veröffentlichen möchten“, ist angesicht der Komplexität des Themas schon recht undifferenziert. Und ungefähr so realitätsbezogen wie die Forderung der Länderminister, Bürger mögen der GEZ die Nicht-Existenz eines Empfangsgeräts beweisen. Aber vielleicht könnten GEZ und Google beim Abklappern der Haushalte ja tolle Synergien nutzen: "Guten Tag, Sie zahlen keine GEZ-Gebühr. Auf dem Foto hier ist aber ganz deutlich Fernsehflimmern zu sehen. Wenn Sie der Veröffentlichung des Fotos zustimmen, zahlen Sie nur 80 Prozent der Strafgebühr. Bitte unterschreiben Sie hier." Montag, 8. Februar 2010
Keine halben Sachen Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz um
17:44
Kommentare (0) Trackbacks (0) Keine halben Sachen
Man kann nicht sagen, dass AWD halbe Sachen macht. In den vergangenen Monaten hat projekt-datenschutz.de den Finanzdienstleister gleich vier Mal gelistet. Das ist rekordverdächtig. Mehrere zehntausend Kunden hatten das Nachsehen, weil ihre privaten Daten, darunter Details über Geldanlagen, in Umlauf gerieten. Nach Überprüfung der äußerst wenigen vom NDR übermittelten Datensätze können wir einen unberechtigten Zugriff auf aktuelle Daten aus einem AWD-IT-System ausschließen. Dies wurde auch im Rahmen einer aktuellen Analyse von IT-Experten einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu unseren hohen technischen und organisatorischen Sicherheitsstandards deutlich. Ein weiteres Mal sind die von NDR präsentierten Daten veraltet, teilweise sogar mehr als 10 Jahre alt. Dies legt den Schluss nahe, dass die Informationen aus demselben Datenpool stammen, den NDR bereits im Oktober 2009 medial genutzt hatte. Diese Datenquelle war mit krimineller oder geschäftsschädigender Absicht in Umlauf gebracht worden.
Montag, 8. Februar 2010Schnelle AntwortSuper: kaum monieren wir den trägen Aufklärungswillen der Politik, schon reagiert sie. Heute hat die Europäische Agentur für Internetsicherheit ENISA einen 49-seitigen Bericht zum Thema Sicherheit in sozialen Netzen vorgestellt. Sie listet sogar 17 Golden Rules, die das Bewußtsein über die Risiken von Facebook & Co schärfen sollen. Genauso haben wir uns das vorgestellt. Jetzt warten wir nur noch auf die deutsche Übersetzung. Und eine kürzere Version, die die Zielgruppe auch lesen mag.
Montag, 8. Februar 2010Nur ein BuchstabeEs gibt gute Vorsätze, bei denen man von Anfang das Gefühl hat, dass man sie nicht durchhalten wird. So hatte ich mir vorgenommen, nicht mehr über die GEZ zu schreiben – und war schon einmal vom Pfad der Tugend abgewichen. Und nun schon wieder. Aber es muss sein, denn aus unseren Nachbarland Tschechien dringen beunruhigende Nachrichten herüber: Hier hat nämlich die CEZ eine Spezialtruppe aufgestellt, die "notorischen Nicht-Zahlern" das Fürchten lehrt:
In der Praxis kommt es schon mal zu heiklen Situationen:
Nein, die CEZ ist keine Gebühreneinzugszentrale, sondern ein halbstaatlicher Stromkonzern und heißt nur so ähnlich wie unsere GEZ. Aber warum wird die Meldung über die tschechische Strom-Taskforce heute auf der ersten Seite der GEZ-Medien tagesschau.de und swr.de gepostet? Und zwar nur da? Das kann nur als Warnung gemeint sein. Für den Fall, dass die Charmeoffensive, die die GEZ letzte Woche mit Forum und Blog gestartet hat, nicht angenommen wird. Und hatte der GEZ-Blog nicht schon letzte Woche einen drohenden Unterton:
Zahlungsverweigerer, die eine reale Katze haben, sollten jetzt ganz besonders aufpassen. Aber vielleicht sollten wir alle künftig viel netter zur GEZ – zu unserer GEZ – sein? Die können nämlich selbst auch recht nett sein. Wir erfahren es wieder aus dem GEZ-Blog:
Ein gewisser Lars also, scheinbar nett. Recht und Unrecht und aufgerissene Augen. Was da im Busche sein könnte, erfahren wir wieder aus dem Nachbarland, wo es die Strom-Truppe auch nicht leicht hat:
Freitag, 5. Februar 2010
US-Hörigkeit Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Wirtschaft und Politik um
16:49
Kommentare (0) Trackbacks (0) US-HörigkeitWie sehr die EU in Abhängigkeit der USA geraten ist, sieht man an der ominösen Diskussion über die Weiterleitung von SWIFT-Daten. Gegenwärtig fallen harte Worte: EU-Parlamentarier empören sich sogar über die "Erpressung" der US-Regierung, so die FTD, weil sie droht, alle Gespräche mit der EU abzubrechen. Freitag, 5. Februar 2010
Nachhaltige Aufklärung tut Not Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz um
13:14
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenschutz, social media
Nachhaltige Aufklärung tut NotImmer wieder werden Unternehmen und Behörden als die Schuldigen dargestellt, wenn es um Datenschutzvorfälle geht. Betrachtet man die jüngste Erhebung von Projekt-Datenschutz.de, trifft das wohl auch zu. In Ihrem jüngsten Bericht zur Internetsicherheit erwähnen die Security Labs von Websense aber auch, dass mehr die Hälfte aller Delikte, bei denen es um Diebstahl persönlicher Daten geht, über das Web erfolgt. Donnerstag, 4. Februar 2010Bodos OperMedienkrise heißt nicht nur, dass Zeitungen oder Zeitschriften, auch renommierte, den Betrieb einstellen, Es gibt auch das Dehydrieren von Medien, die schleichende Austrocknung. Dann bleibt von einem vormals blühenden Titel allmählich nur noch eine traurige Hülle übrig. Dies geschieht vor allem durch einen radikalen Abbau der Redaktionen beziehungsweise durch das Abdrängen der Redakteure ins Tagelöhnertum. Was nicht ohne Folgen für die Inhalte bleibt. Deren Qualität sinkt, mitunter stürzt sie auch regelrecht ab. Womit über kurz oder lang die Existenzgrundlage dieser Titel wegbröckelt. Dass das aber nicht zwangsläufig so sein muss, erfuhren wir letzte Woche von Bodo Hombach, dem Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe und überdies Medienmeinungsmacher ("Mit seinen klaren Worten gilt Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe in Essen, als wichtiger Meinungsmacher in der Medienbranche"). Hombach gewährte dem Portal der WAZ-Mediengruppe "Der Westen", sozusagen hausintern, ein Interview und zum Ende des Gesprächs wurde der Redakteur gegenüber seinen Big Boss fast schon frech: "Immer mehr Verlage streichen Arbeitsplätze, immer weniger Redakteure müssen mehr Seiten füllen …" Bemerkenswert wie Hombach konterte:
Auf auf die Gefahr hin, dass Hombach nun auch von mir enttäuscht ist ("Vom Bloggen bin ich sehr enttäuscht"), muss ich als eingeschworener Opern-Fuzzi hier doch ein paar Dinge gerade rücken: • Geiger sitzen in der Oper nicht auf, sondern vor der Bühne. • Es gibt Opern, in denen auch die Zahl der Instrumente wichtig ist. Und es kommt ganz, ganz selten vor, dass ein kreativer Bariton nach einer Arbeitsplatzkonsolidierung auch noch die Rolle des Soprans übernimmt – eigentlich nie (das mit der Oper, lieber Bodo Hombach, war also ein ganz schlechtes Beispiel). • Und grundsätzlich, also auch außerhalb der Oper gilt: Wenn Quantität gleich Qualität wäre (hat das irgendjemand mal behauptet?), gäbe es dafür nicht zwei verschiedene Begriffe. Dass Quantität nicht gleich Qualität ist, heißt nicht, dass Quantität keine Rolle spielt (bestes Beispiel dafür: Geld – wegen dessen Quantität Hombach ja auch die Zahl seiner Redakteure herunterfährt). • Und dann die Sache mit den Malern: Es erwartet ja niemand, dass an einem Artikel mehrere Journalisten herumpfriemeln, aber es ist da so wie bei den Malern: mehr Maler heißt mehr Bilder (oder Wände, je nachdem). Natürlich ist trotzdem klar, worauf Hombach hinauswill – "Allein knapp 300 Stellen wurden in den Redaktionen der NRW-Zeitungen gestrichen." ![]() Die Semper-Oper in Dresden: Wird sie tatsächlich besser, wenn fünf Maler mehr auf der Bühne sitzen? Nachtrag: Nach zwei kritischen Kommentaren zum Hombach-Interview wurde die Kommentarfunktion auf der betreffenden WAZ-Web-Seite ausgeknipst und die betreffenden Beiträge gelöscht. Da war wohl wieder jemand "sehr enttäuscht", diesmal vom Kommentieren. Dienstag, 2. Februar 2010
Angebot und Nachfrage Geschrieben von Susanne Koerber
in Datenschutz um
18:18
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenschutz, politik
Angebot und NachfrageDatendiebstähle und -pannen haben die letzten, vorsichtig geschätzt, 18 Monate oft die Schlagzeilen beherrscht. Es gibt nahezu niemanden mehr, der davon ausgehen kann, von Datenmissbrauch nicht betroffen zu sein. Von der Politik werden schärfere Gesetze gefordert, manchmal wird sogar ein bisschen was davon umgesetzt. Aber letztlich geht es auch hier um Angebot und Nachfrage: Wenn keiner da ist, der mir für die Daten Geld (oder was auch immer) gibt, dann klaue ich sie auch nicht. Unter dem Deckmäntelchen der Verfolgung von Steuerflüchtlingen signalisiert unsere neuinstallierte Regierung, dass Datenklau und der Erwerb dieser geklauten Daten, also Hehlerei, eine sinnvolle Maßnahme ist. Nicht verwechseln: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Diese muss bestraft werden; hier und heute und in diesem Text geht es jedoch um die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Erwerbs unrechtmäßig erworbener Daten gegen Zahlung hoher Geldbeträge. Es stellt sich die Frage, wie ernst der Datenschutz genommen wird. Sätze wie "das wurde doch auch schon vor x Jahren gemacht", die als Begründung bemüht werden, zeigen letztlich nur, dass auch den Befürwortern klar zu sein scheint, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen. Würde Datenklau tatsächlich ernst genommen und als Straftat behandelt, würde der "Verkäufer" festgenommen und befragt. Im besten Fall rückt er die Daten dann raus, und alle Sünder inklusive dem Datendieb würden bestraft. Das wäre die perfekte Welt. Im schlechteren Fall käme der Staat zwar nicht an die Daten der Steuersünder, hätte aber wenigstens ein Signal gesetzt. Datenklau darf sich nicht lohnen! Montag, 1. Februar 2010
Gestalten im Packeis Geschrieben von Rainer Doh
in Datenschutz um
14:02
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenschutz, videoüberwachung
Gestalten im PackeisManche Geschichten sind so gut, dass sie nur das Leben selbst schreiben kann. Was haben die Menschen nicht beispielsweise alles über die flächendeckende Erfassung des Landes durch Videokameras geschrieben. Datenschutz! Grundrechte! So die einen. Sicherheit! Ermittlung! So die anderen. Und als vor ein paar Tagen ans Licht kam, dass eine Buchhandlung und eine Drogeriekette Video-Bilder aus ihren Verkaufsräumen live ins Web gestellt haben, ging das Gezeter wieder los. Und dann ging ein sonniges Winterwochenende durchs Land und draußen (54° 18' N, 8° 39' O) im wirklichen Leben ist Folgendes passiert:
Ist das nicht beruhigend? Wenn man wieder mal ganz dick in Schwierigkeiten steckt, wenn alle Stricke reißen und wenn man nicht mehr weiter weiß – dann sitzt irgendwo, sei es im Westerwald, im Kraichgau, in Hokaido, in Minneapolis oder in Mitten in Buenos Aires, ein Mensch an seinem Computer und passt auf einen auf. Nicht nur im Packeis, sondern auch, wenn mal wieder jemand in einem Drogeriemarkt oder einer Buchhandlung verschollen ist. Also: Ruhig Blut, durchhalten, Lichtzeichen geben und warten, bis die Funkstreife blinzelt! Montag, 1. Februar 2010
"Avatar": Der Sieg des ... Geschrieben von Susanna Tatár
in Technologie und Märkte um
09:03
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: 3d, 3d-film, 3d-kino, avatar, computergrafik, filmindustrie, kino, rendering, stereoskopie
"Avatar": Der Sieg des Guten – und der 3D-Computergrafik"Avatar" hat es offensichtlich geschafft: Der 3D-Blockbuster brach nicht nur alle Kassenrekorde, sondern hat das alte-neue Thema 3D zum Kino-Mainstream gemacht. 2009 kam ich bei NVIDIA-Events zwar mehrmals zum Vergnügen, 3D-Spiele, -Filmsequenzen und -Fotos zu sehen, „Avatar“ war aber mein erster 3D-Film in voller Länge. Rein aus beruflichem Interesse und ziemlich skeptisch ging ich in die Vorstellung – und musste dann zugeben, vom Film mitgerissen worden zu sein. In erster Linie hat mich angenehm überrascht, dass die stereoskopische (dreidimensionale) Darstellung richtig dosiert war – sprich, sehr, sehr niedrig. Ich hatte von Cameron, Erschaffer des Monumental-Schinkens Titanic, erwartet, wesentlich dicker aufzutragen. Doch die Tiefeneffekte waren bewusst moderat gehalten beziehungsweise die Tiefen-Ebenen wurden Schritt für Schritt dazu geschaltet. Zudem gab es nur wenige Stellen, in denen Objekte aus der Leinwand hervorragten oder davor schwebten. Doch „Avatar“ ist mittlerweile auch mehr als gutes 3D-Entertainment: Der Film mauserte sich – trotz seiner viel einfacher gestrickten Story als etwa die von „Star Wars“ oder von „Herr der Ringe“ – zu einem sozialen Phänomen, indem er vielen, völlig verschiedenen Menschen eine Art Identifikationsbasis bietet. Kolumnistin Hung Huang beschreibt in China Daily, dass viele Chinesen sich mit dem Na'vi-Volk identifizieren, denn in China werden Bürger auch von erzwungenen Umsiedlungen betroffen. Stern-Autoren Schmidt und Teichmann formulieren dies so (4/10, 21.1.10): "Avatar ist platt genug, dass jeder alles versteht. Aber eben auch tief genug, dass jeder etwas Passendes darin findet." Und tatsächlich: Umweltschützer, Naturliebhaber, Ethnologen, Philanthropen, Pazifisten, Globalisierungsgegner, unter Burn-out-Syndrom Leidende, Hippies, Realitätsflucht-suchende Yuppies, US-Kritiker – jeder findet seine eigenen Botschaften im Film. Sogar die Tabakindustrie kann sich über die qualmende Wissenschaftlerin (Sigourney Weaver) freuen... beziehungsweise über den Erfolg ihrer Lobbyisten…
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