Datendiebstähle und -pannen haben die letzten, vorsichtig geschätzt, 18 Monate oft die Schlagzeilen beherrscht. Es gibt nahezu niemanden mehr, der davon ausgehen kann, von Datenmissbrauch nicht betroffen zu sein. Von der Politik werden schärfere Gesetze gefordert, manchmal wird sogar ein bisschen was davon umgesetzt. Aber letztlich geht es auch hier um Angebot und Nachfrage: Wenn keiner da ist, der mir für die Daten Geld (oder was auch immer) gibt, dann klaue ich sie auch nicht.
Unter dem Deckmäntelchen der Verfolgung von Steuerflüchtlingen signalisiert unsere neuinstallierte Regierung, dass Datenklau und der Erwerb dieser geklauten Daten, also Hehlerei, eine sinnvolle Maßnahme ist.
Nicht verwechseln: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Diese muss bestraft werden; hier und heute und in diesem Text geht es jedoch um die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Erwerbs unrechtmäßig erworbener Daten gegen Zahlung hoher Geldbeträge.
Es stellt sich die Frage, wie ernst der Datenschutz genommen wird. Sätze wie "das wurde doch auch schon vor x Jahren gemacht", die als Begründung bemüht werden, zeigen letztlich nur, dass auch den Befürwortern klar zu sein scheint, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen.
Würde Datenklau tatsächlich ernst genommen und als Straftat behandelt, würde der "Verkäufer" festgenommen und befragt. Im besten Fall rückt er die Daten dann raus, und alle Sünder inklusive dem Datendieb würden bestraft. Das wäre die perfekte Welt. Im schlechteren Fall käme der Staat zwar nicht an die Daten der Steuersünder, hätte aber wenigstens ein Signal gesetzt.
Datenklau darf sich nicht lohnen!