Immer wieder werden Unternehmen und Behörden als die Schuldigen dargestellt, wenn es um Datenschutzvorfälle geht. Betrachtet man die jüngste Erhebung von Projekt-Datenschutz.de, trifft das wohl auch zu. In Ihrem jüngsten Bericht zur Internetsicherheit erwähnen die Security Labs von Websense aber auch, dass mehr die Hälfte aller Delikte, bei denen es um Diebstahl persönlicher Daten geht, über das Web erfolgt.
Sicher sind Unternehmen und Behörden in der Pflicht, diese Daten bestmöglich zu schützen. Dass sie dazu, unter anderem wegen der hohen kriminellen Energie der Cybergangster, aber auch aus eigener Schludrigkeit, nicht immer imstande sind, zeigen die zahlreichen Pannen auch bei renommierten Global Player.
Anderseits schreitet die Unbekümmertheit vieler meist junger Konsumenten gerade in sozialen Netzwerken erschreckend schnell voran. Sie geben ihre persönlichen Daten freiwillig ab (dazu gehören auch Fotos, Berichte, Vorlieben, aktuelle Standorte oder neuerdings auch Einkaufsverhalten) und nehmen damit automatisch in Kauf, dass die Daten unlöschbar in den Tiefen des Webs verbleiben (und wenn sie es nicht tun, hilft auch mal die Industrie nach). Die Konsequenz ihres Verhaltens ist ihnen offenbar nicht bewusst, oder, schlimmer noch, es ist ihnen wurscht.
Im Sinne der politischen Bildung wäre eine nachhaltige Aufklärung über die Auswirkung fahrlässiger Datenweitergabe durchaus sinnvoll: die Möglichkeit der Profilerstellung von Millionen von Bürgern hat eine durchaus politische Tragweite, denn sie schafft am Ende den gläsernen Bürger. Aber vielleicht hat die Politik ja auch gar kein Interesse daran.