Für mich als überzeugten Nichtraucher stellte die Meldung, die gestern durchs Web ging, so etwas wie eine Dopamin-Dusche dar:
Der amerikanische Computer-Hersteller Apple verweigert zwei Kunden den Garantieanspruch. Der Grund: Vor den Apple-Rechnern der beiden Betroffenen wurde anscheinend geraucht.
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Als Grund für die Ablehnung der beiden Service-Fälle gab das Unternehmen "Gesundheitsrisiken durch Passiv-Rauch" an. (...)
Endlich wird den Rauchern mal so richtig eingeheizt, denn es geht natürlich nicht um "Gesundheitsrisiken durch Passiv-Rauch", denen die Service-Mitarbeiter von Apple möglicherweise ausgesetzt sind; das sind taktisch vorgeschobene Gründe. Oder sollte das betreffende MacBook etwa schon selbst geraucht haben? (Das würden wir gern bei Youtoube sehen!) Wäre es so, dann müssten ja auch iMacs und MacBooks, die in Unternehmen mit erhöhtem Emissionsaufkommen eingesetzt werden, aus der Garantie fallen. Wer würde dann die Geräte reparieren, die beispielsweise in chemischen Reinigungen eingesetzt werden oder gar – um gleich mal einen aktuellen Fall aufzugreifen – iMacs und MacBooks aus Harrisburg (Pennsylvania).
Nein, ich bin mir sicher, dass Apple auch hier viel, viel weiter denkt. Es geht schon um den weltweiten "War Against Smoking", der sich auf ganz unterschiedlichen Schauplätzen in einer entscheidenden Phase befindet, und in den Apple, ganz im Geiste von Corporate Social Responsibility, hier eingreift.
Wenn man nämlich mit Steuern, Gebühren, Ermahnungen und Verboten nicht weiterkommt, müssen eben zusätzliche Sanktionsmöglichkeiten geschaffen werden. Warum nicht auch den Entzug von Garantieansprüchen versuchen?
Ein Modell, das sich produktiv ausbauen ließe auf alle Arten von – sagen wir es vorsichtig – "problematischem Sozialverhalten". Da muss man nicht immer nach der Obrigkeit rufen, nein, Apple könnte beispielsweise notorischen Autobahnrasern die Reparatur ihres MacBook verweigern. Oder Leuten, die ihren Müll nicht ordentlich trennen, kurzerhand den iPod lahmlegen. Oder wenn wieder einer seinen Dalmatiner mit Chips und Schokolade auf 70 Kilo hochmästet, dann wird ihm der iMac stillgelegt; dann sieht er, wie das ist. Und in Baden-Württemberg könnte Apple auch mal nach dem Rechten sehen: Nur wenn die Schulkinder ein Wurstbrot vorzeigen können, bekommen sie ihr iPhone repariert. Ach, da gäbe es so viele Dinge ... aber das mit dem Rauchen ist immerhin schon mal ein Anfang.
Editorischer Hinweis: Dieser Blog-Beitrag wurde ohne die Verwendung von Smilies verfasst.
NACHTRAG
Nun ist für diese Geschichte doch noch ein Nachtrag unter dem Motto "Jetzt mal Spaß beiseite" fällig. In der Computer Reseller News war zur Causa "Apple gegen die Raucher der Welt" zu lesen:
Ein ähnlicher Fall passierte der Consumerist-Informatin Ruth, die den defekten Rechner ihres Sohnes an den Garantie-Service Applecare einschickte. Als es nach den versprochenen 72 Stunden noch kein Feedback zu dem Reparaturauftrag gab, fragte die Amerikanerin nach und erfuhr, dass auch in ihrem Fall der Schutz der Apple-Mitarbeiter vor Nikotin über den Garantieanspruch gestellt wurde. Doch »Ruth« gab sich kampffreudig und beschwerte sich in der Apple-Zentrale über den Vorfall. Die Antwort aus dem Büro von Apple-Chef Steve Jobs kam postwendend: Nikotin stehe auf der vom US-Gesundheitsministerium herausgegebenen Liste der gesundheitsgefährdenden Substanzen und Apple könne von keinem Mitarbeiter den Kontakt mit solchen Stoffen verlangen. Ruth wurde daher geraten, den Mac auf eigene Kosten bei einem Fachhändler reparieren zu lassen.
So ist das also: Wenn man einen verrauchten Mac auf eigene Kosten reparieren lässt, dann sind dieselben gesundheitsgefährdenden Substanzen auf einmal weniger gesundheitsgefährdend und Apple kann dann zumindest von den Mitarbeitern seiner Fachhändler verlangen, dass sie mit solchen Stoffen in Kontakt kommen? Nikotin ist also vor allem garantieschädlich?
Passt bloß auf, ihr in Cupertino: Wer allzu dreist heuchelt, dem schaltet Google den Strom ab!