Anfang der Woche hatte Christian Stöcker in einem viel beachteten Artikel bei Spiegel Online unter dem Titel "Google will die Weltherrschaft" vor den Aktivitäten des Web-Konzern gewarnt.
Googles neue Ankündigungen vervollständigen ein beunruhigendes Puzzle: Der Konzern überzieht den Globus mit einem unsichtbaren Netz aus Informationen, das schnell unverzichtbar werden wird. Der Eintrittspreis ist die totale Überwachbarkeit.
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Das bedenkliche Weltbild des Google-Chefs
Für seine Dienste verlangt der Konzern nur einen kleinen Preis: Sie müssen ein Telefon kaufen, einen Daten-Handyvertrag abschließen - und ihre Privatsphäre aufgeben
Spiegel Online war bei seinen Recherchen auch über einen sehr bemerkenswerten Satz von Google-Chef Eric Schmidt gestolpert und hielt diesen Satz für so bemerkenswert, dass man ihn im genannten Artikel gleich zweimal zitierte:
Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.
Der Sätz wäre bemerkenswert, wenn es so gemeint gewesen wäre, wie er hier steht. Mittlerweile können wir aber wenigstens Teil-Entwarnung geben. Es ist zumindest fraglich, ob Google tatsächlich die Weltherrschaft anstrebt. Ein gewisser "Dennis", Leser des renommierten Blogs netzpolitik.org, hat sich nämlich Schmidts Einlassungen bei YouTube genauer angesehen und die Ergebnisse in diesem Kommentar festgehalten:
Ich denke hier handelt es sich um einen Mißverständnis.
Frage: People are treading Google like their most trusted friend. Should they be?
Antwort: Well, I think judgement matters.
— CNBC schmeißt was rein, man kann Schmidt nicht mehr verstehen—
Antwort Fortsetzung: If you have something you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t do it in the first place.
Was sollte man nicht tun? “It”. Was ist mit “it” gemeint?
Frage: Sollte man google wie einem Freund vertrauen??
Antwort: Wenn Du etwas hast, was niemand erfahren soll, dann solltest Du es besser nicht tun.
Mit “es” ist gemeint: Man sollte google nicht vertrauen.
Warum nicht? Weil America einen Patriotic Act installierte, der einen Zugang zu den Daten jedes Unternehmens ermöglicht. Da kann das Unternehmen noch so toll sein, die Daten muss es preisgeben.
Das klingt natürlich schon etwas anders als das, was die Interpretation von Spiegel Online suggeriert (müssen denn die Blogs allmählich alles selber machen?). Wobei m.E. weniger die Interpretation des "it/es", als die des "do/tun" entscheidend ist.
Andererseits muss das aber auch nicht bedeuten, dass der Google-Boss nicht der eingangs zitierten Auffassung sein könnte. Aus dem Interview werden wir jedenfalls nicht schlau, denn CNBC hat tatsächlich die entscheidene Stelle vermurkst (um die Weltherrschaftspläne zu verschleiern?). Jetzt waren wir gespannt auf das nächste Interview von Eric Schmidt. Hoffentlich nicht wieder bei CNBC.