Das sehnsüchtige Warten ist vorbei: Er ist da, der Online-Brief. Es wird zwei Varianten geben: Einen reinen Online-Brief – es tut auch nichts zur Sache, dass andere neulich doch schon eine ähnliche Idee hatten, die unter dem Namen „E-Mail“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat – und eine Kombi-Version, die digitale und reale Elemente besonders elegant kombiniert: Der Absender übermittelt die Daten der Post online und diese werden dann von Postboten an den Empfänger zugestellt. Für einen Brief nach dem Hybrid-Modell wird die Post etwa 46 Cent verlangen, für den reinen Online-Brief 22 Cent. Nicht ganz zu Unrecht titelte die Computerwoche Anfang Februar: "22 Cent für (r)eine Email?"

Ja, natürlich, Medienbrüche existieren kaum mehr, einzelne Medien – ja die reale und digitale Welt – sind in einem fließenden Übergang begriffen. Klar, warum sollte man Briefe nicht online versenden? Eine durch ihre Plausibilität bestechende Idee. Man kann doch alles über Internet machen, SMSe per Email versenden, telefonieren über Skype, Zeitungen liest man auf dem iPad oder Skiff, Bücher auf dem Kindle, Twitter ist eine Art Online-SMS-Dienst – und übrigens können nicht nur die Glücklichen, die über ein internetfähiges Gerät verfügen, twittern... Nein, twittern kann man sehr wohl auch per Fax.

Und damit die ganze Palette der Medienübergänge abgedeckt ist, schlage ich folgende Dienstleistung vor: Twittern per Online-Brief in seiner Hybrid-Form – der Postbote kann dann, statt den Online-Brief auszudrucken und zuzustellen, sich an einen PC setzen und den Tweet ins Twitter stellen.