Social Media in der IT, das ist für uns ein wichtiges Thema, das wir natürlich aufmerksam beobachten. Anfang des Jahres 2010 haben wir uns schon mal ausführlich damit befasst und das Ergebnis war ziemlich ernüchternd: Die große Mehrheit deutscher IT-Unternehmen wollte damals von Social Media nicht viel wissen (ausführlich hier).
Wir lesen seither gespannt alle Meldungen, die Hinweise darauf enthalten könnten, dass die Sache vorankommt. Dass also Social Media generell und Blogs im Speziellen beispielsweise in der Welt der Ingenieure angekommen sein könnten ("Twitter, Facebook und Youtube sind weit mehr als ein Freizeitspaß für Jugendliche oder Internetverliebte" - ja, das musste auch mal wieder gesagt werden), vor allem aber, dass nun auch die zentralen Kräfte der Technologie an Bord sind:
Siemens stellt sich potenziellen Bewerbern bei Facebook vor, SAP lässt Geschäftspartner im neuen Referenzkundenblog berichten und Tangram Teleoffice GmbH verbreitet Neuigkeiten über Twitter: Social Media nimmt auch im Geschäftsleben immer breiteren Raum ein.
Recruiting via Facebook lassen wir mal so stehen, da war der Durchbruch schon vor fünf Jahren. Die Tweets von Tangram Teleoffice haben wir … leider nicht gefunden (und wenn ein Unternehmen so etwas auf der eigenen Website nicht verlinkt, sehen wir auch nicht so recht ein, warum wir uns fusselig suchen sollten).
Aber "SAP lässt Geschäftspartner im neuen Referenzkundenblog berichten", das klingt doch spannend. "Erfolg in Serie – SAP-Kunden erzählen ihre Geschichte", und immerhin haben wir die Seite mit dem Referenzkundenblog gefunden. Aber – die SAP-Kunden erzählen in diesem Blog gar nichts:
Zunehmender Kostendruck und wachsender Wettbewerb aus Fernost: In diesem Umfeld entscheidet eine effiziente Lieferkette über den Erfolg. Mit dem Lieferantenkanbanprozess auf Basis von SAP ERP hat Hella seine Lagerbestände und die Beschaffung optimiert.
Wir finden unter dem Referenzkundenblog eine große Auswahl ganz normaler Case Studies. Keine schlechten, aber was hat das mit einem Blog zu tun? Kein Autor, keine persönliche Sichtweise, kein Dialog … kein Social Media, sondern Etikettenschwindel.