Alles verändert sich, nur eines bleibt gleich: die Veränderung. Nein, besser als philosophisch kann man ein neues Blog-Jahr nicht beginnen. Anders ausgedrückt: Nur der Wandel ist konstant. Oder mit einem Google-Faktor von 263.000 die beliebteste Version: Nichts ist so beständig wie der Wandel.
Ein Sinnspruch mit Tradition, wird er doch auf Heraklit von Ephesos zurückgeführt, also schon seit 2500 Jahren in Texte unterschiedlichster Art mehr oder weniger nahtlos implementiert. Doch trotz langer Reifezeit hat der Satz nicht recht, weil er etwas Wesentliches unterschlägt: Beständig ist nämlich nicht nur der Wandel, sondern auch seine beständige Wiederkehr in allen nur denkbaren Sinnzusammenhängen. Ein Heraklit passt einfach immer:
Beispielhaft ist hier die Halbleiterbranche zu nennen, in der alleine in diesem Jahrtausend nur der stete Wandel konstant war. (Quelle)
Der ideale erste Satz, themenunabhängig universell verwendbar:
Nichts ist so beständig wie der Wandel, wusste bereits der griechische Philosoph Heraklit. Dieser Satz beschreibt das letzte Jahrzehnt in der Telekommunikationsbranche ziemlich genau. (Quelle)
Nichts ist so beständig wie der Wandel und so machen sich Research-Unternehmen bereits jetzt die Mühe, die Zukunft für den Bürosektor zu erkunden. (Quelle)
Nichts ist so beständig wie der Wandel, sagt ein geflügeltes Wort. Das gilt auch und ganz besonders für Unternehmen, die sich in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld behaupten wollen. Betroffen davon sind Unternehmen aller Größen, Branchen und Ausrichtung - ob national oder global. (Quelle)
Heraklit passt eigentlich immer, zu Cloud Computing und zu SAP, zu Festplatten und zum Öffentlichen Nahverkehr. Besser gesagt, er passt fast immer:
"Zeit für Geschmack" ist aber nicht auch von Heraklit, oder? Man kann den Heraklit natürlich auch ganz sinnfrei verwenden:
Und es geht noch besser:
Weidmüller: „Nichts ist so beständig wie der Wandel™ - Verlässliche Automatisierungslösungen als Konstante (Quelle)
Auch die Konstante ist nur eine Form des Wandels, darauf muss man erst mal kommen - weshalb bei Herrn Weidmüller der "Wandel" ganz zu Recht eine Trademark hat. Mein persönlicher Favorit ist und bleibt aber diese Adaption:
"NICHTS IST SO BESTÄNDIG WIE DER WANDEL - FERKELNOTIERUNG NRW" EIN KOMMENTAR VON ISN-BEIRATSMITGLIED DIRK SCHULZ
Alle Jahre wieder, so möchte man wohl sagen, fehlt offensichtlich Unruhe im Markt. Im Juli 2007 wurde die NRW-Ferkelnotierung grundlegend angepasst und landete 2,50€ tiefer. Großer Unmut vor allem bei den Ferkelerzeugern war die Folge. (Quelle)
"Alle Jahre wieder" ist aber definitv nicht von Heraklit.