Michael Gutjahr trauert in seinem Blog völlig zu Recht:
Diese Woche ist ein guter Freund von uns gegangen: das Buch. Nicht irgendein Buch, sondern das Buch der Bücher: Die Encyclopaedia Britannica.
Und er bringt das Problem genau auf den Punkt
Es heißt, das Lexikon soll in digitaler Form fortgeführt werden. Als ob es darum ginge. Die Frage ist doch: Womit soll ich in Zukunft raushängen lassen, dass ich Abitur habe? Natürlich kann ich mir auch eine Reihe CD-ROMs ins Regal stellen. Aber mal ehrlich Leute, irgendwie ist das nicht dasselbe! Schon allein der goldbetresste Einband macht gewaltig was her, wenn Freunde zu Besuch kommen, signalisiert: Hier hat einer 1200 Euronen auf den Tisch gelegt, um die 32 Bände sein eigen nennen zu können.
So ist es und nicht anders.
Und doch zu kurz gedacht. Denn ich habe den Eindruck, dass solche Schwarten auch im Schrank mittlerweile deutlich weniger hermachen. "Wenn Freunde zu Besuch kommen", interessieren sie sich doch auch viel mehr für die neusten Gadgets. Wer streift denn noch versonnen an den 32 Buchrücken eines Freundes entlang, um ihm am Ende anerkennend zu zu nicken: da hat einer wahrlich Abitur? Mal ganz ehrlich: Solche Besucher sind doch längst in einem Alter, in dem sie nur noch selten außer Haus gehen.
Bleibt ein Problem: Was fängt künftig im Zimmer den Staub weg? Solange es keine App dafür gibt, bleibt das Lexikon stehen.