Bei Twitter geht die Post ab. Kurz nachdem heute Vormittag ein Flugzeug in Amsterdam abstürzt, schießen die Spekulationen in die Höhe.
Hunderte melden sich über Twitter und berichten. Ja, über was eigentlich: Eine Airbus, nein, eine Boeing ist abgestürzt - mit 50, nein, mit 80 Toten??? Man merkt rasch: Die Aussagen sind widersprüchlich.
Genau hier liegt das Problem. Zwar ist unbestreitbar, dass Twitter schnell ist, ja schneller als die etablierten Nachrichtenagenturen sogar – die ja mittlerweile auch Twittern. Aber als generelle Konsequenz erhalten wir eine ‘Twitterwelle’ an wenig seriösen Informationen geliefert. Meiner Ansicht nach braucht guter Journalismus aber seine Zeit. Das liegt einfach in der Natur der Dinge begründet. Denn für eine gesicherte Nachrichtenlage ist erst eine Recherche nötig, müssen Leute direkt vor Ort befragt werden. In diesem Falle dauerte es exakt 15 Minuten länger. Denn dann berichtete BBC erstmals über das Ereignis. 15 Minuten, die sich vor diesem Hintergrund sofort relativieren.
Für mich ist klar: Qualität geht vor – insbesondere bei sensiblen Themen. Klar ist auch: Wir haben beziehungsweise brauchen die nächste Debatte über Bürgerjournalismus im Web 2.0.