Mittwoch, 6. März 2013
Beginnt nun das Grauen? Geschrieben von Alain Blaes
in Wirtschaft und Politik um
17:39
Kommentare (0) Trackbacks (0) Beginnt nun das Grauen?Nun ist es also passiert: Trotz heftigen Gegenwinds aus dem Web hatte die jahrlange Lobbyarbeit der Verlage Erfolg und das Leistungsschutzrecht wurde im Bundestag auf den Weg gebracht. Presseverlage wollen sich nicht länger die Butter vom Brot nehmen lassen, sie wollen nicht Content erstellen, den dann vor allem Google auf seinen Newsseiten in Form von Snippets aufgreift, um damit gutes Geschäft zu machen. Im Prinzip verständlich, aber die Sache hat (mindestens) zwei Haken: Auf Google News selbst gibt es gar keine Werbung, Google macht damit also direkt kein Geschäft. Vor allem aber stünde es den Verlagen jederzeit frei, Google News per Software von ihrem Content auszusperren. Dass sie das aber nicht wollen, bedeutet, dass es ihnen weniger darauf ankommt, ihren Content zu schützen, als bei Google mitzuverdienen: Kritiker meinten denn auch, das Ganze würde auf eine Art Presse- oder Web-GEZ hinauslaufen und die Verlage hätten es einfach versäumt, selbst ein tragfähiges Geschäftsmodell für das Web zu entwickeln. Außerhalb der Presse, also bei Bloggern, wurde das Leistungsschutzrecht entsprechend heftig kritisiert, etwa von Thomas Knüwer (Indiskretion Ehrensache) oder Stefan Niggemeier in seiner Artikelserie "Lügen fürs Leistungsschutzrecht". Letzte Änderungen am Gesetz haben wiederum den Verdacht genährt, am Ende seien gar nicht so sehr Google und die Newsaggregatoren wie Rivva betroffen. Vielmehr könnten sich ganz normale Blogger, die aus den frei zugänglichen Webseiten der Presse kurze Textteile übernehmen, etwa um sich mit damit auseinanderzusetzen, mit einer neuen Abmahnwelle konfrontiert sehen. Udo Vetter hat zu dieser Gefahr auf "Law Blog" Stellung bezogen – nach seiner Ansicht ist das Leistungsschutzrecht "ein Grauen für alle, die ins Netz schreiben". Und damit gehören wir – und alle unsere Kunden, die selbst bloggen – auf einmal auch zu den potenziell Betroffenen. Interessant daher, was vorgestern auf heise.de zu lesen war:
Ich gehe mal davon aus, dass wir das (noch) so ausführlich zitieren durften, ohne dass sich ein Inkassobüro veranlasst sieht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir behalten den Fortgang der Geschichte jedenfalls im Auge. Donnerstag, 24. Januar 2013
Von Autos und Mammuts Geschrieben von Alain Blaes
in Technologie und Märkte um
15:23
Kommentar (1) Trackbacks (0) Von Autos und MammutsDas Bild zeigt ein Meisterwerk der Speichertechnologie: die erste Festplatte im 2,5-Zoll-Format mit einer Kapazität von 200 Gigabyte. Ja, 200 Gigabyte sind viel, wenn eine Festplatte für den harten Automobil-Alltag ausgelegt ist, Beschleunigungen bis 300 G und Temperaturen von -30 bis +85 Grad Celsius aushalten muss.
Ein kleines Problem gibt es aber noch: die Kosten. Rund 12.500 US-Dollar sind gegenwärtig fällig – pro Megabyte. Stimmt meine Rechnung, würde die Speicherung von 200 Gigabyte dann um die 2,5 Milliarden Dollar kosten. Bisschen viel. Die nächsten paar Jahr dann doch lieber bei konventionellen Festplatten bleiben. Freitag, 18. Januar 2013
Und die IT? Geschrieben von Alain Blaes
in Technologie und Märkte um
14:26
Kommentare (0) Trackbacks (0) Und die IT?Dieser Blog (was sind schon 1.200 bis 1.500 Kilometer) erinnert mich an die zwei Niederländer, die 2009 nach Sydney wollten – und in Sydney landeten, aber in Nova Scotia, Canada. Ein Jahr später ist das auch zwei Italienern passiert, und sicher gibt es noch weitere Fälle. Können IT-Systeme solche Fälle nicht abfangen? Das Sydney auf der südlichen Hemisphäre wird vermutlich in 99,99 Prozent aller Fälle gebucht. Verwechseln kann man beide nicht wirklich. Aber vielleicht haben die Gestrandeten auch explizit Abenteuer-Reisen gebucht.
Freitag, 18. Januar 2013
Think before you talk Geschrieben von Alain Blaes
in PR und Kommunikation um
13:00
Kommentare (0) Trackbacks (0) Think before you talkEin Musterbeispiel, wie man PR nicht machen sollte, ist in der US-Presse zu verfolgen. John Mackey ist Gründer und CEO von Whole Foods, einer mehr oder weniger Öko-orientierten Supermarktkette, und wettert gegen Obamacare, weil das neue Gesetz ihn zwingt, Krankenversicherungsbeiträge für seine Mitarbeiter zu zahlen. Das ärgert ihn so sehr, dass er Obamacare mit Fascismus gleichsetzt. Das darf er natürlich (first Amendment). Vergessen hat er in seiner Erregung aber wohl seine Gesundheits-affine Kundschaft, die aus dem linken und liberalen Milieu stammt und Obamacare immer unterstützt hat. Diese Kundschaft hat schon 2009 zum Whole-Foods-Boykott aufgerufen, nachdem Mackey Obamacare etwas milder mit Sozialismus verglich – und tut es auch jetzt wieder, allerdings mit noch mehr Nachdruck. Jetzt rudert, wen wundert‘s, Veganer Mackey zurück und bedauert seine Aussage. Dass die nicht so gut ankommt, hätte man ihm auch vorher sagen können. Ein Poster resümiert es ganz gut: "One thing this man proves, eating healthful foods doesn't make you smarter." Dienstag, 20. Dezember 2011
2011: Wir haben die Welt verändert! Geschrieben von Alain Blaes
um
18:19
Kommentare (0) Trackbacks (0) 2011: Wir haben die Welt verändert!Jetzt, zum Ende des Jahres, ist wieder die Zeit, in der einem besinnlich zumute wird, in der man in sich geht und Rückschau hält auf das vergangene Jahr. Man fragt sich, was bleibt und was man erreicht hat. Meist fällt das Resümee einer solchen Rückschau ernüchternd aus: Wieder nicht bei der Tour de France mitgefahren, wieder keinen Achttausender bezwungen, wieder keinen Baum gepflanzt, wieder nur Neununddreißigster bei der Mikado-Europameisterschaft … In diesem Jahr ist das anders. Wir haben etwas erreicht. Wir haben die Welt verändert. Sogar verbessert! Ja, nur ein kleines Stückchen, aber immerhin! Und das kam so: Im Oktober hatten wir zusammen mit unserem Kunden Dell eine Pressemitteilung erarbeitet, in der Dell-Managerin Petra Wolf mehr kostenlose WLAN-Zugänge im öffentlichen Raum forderte. Sie hatte sich ebenso wie wir schon mehrfach über die umständlichen und zudem teuren Hotspots in Flughäfen und Bahnhöfen geärgert. Am 2. November ging schließlich die Meldung "Dell: Mangelnde WLAN-Abdeckung hemmt Mobile Computing" hinaus in die Welt. Keine 24 Stunden später diskutierte darüber der renommierte und viel gelesene Blog (zugegeben renommierter und mehr gelesener als unser Blog) Basic Thinking:
Dass uns das runterging wie lauwarmes Olivenöl, versteht sich. Es kam aber noch besser. Viel besser. Wir schafften den Switch in die Realwelt, denn vier Wochen später meldete heise.de:
Wieder ein Woche später dann erneut bei Basic Thinking: Na also, geht doch! Um was sollen wir uns im nächsten Jahr kümmern? Dienstag, 8. Februar 2011
Toll, keine E-Mails mehr Geschrieben von Alain Blaes
in PR und Kommunikation um
17:51
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: kommunikation, social media
Toll, keine E-Mails mehrEs ist schon wahr, an manchen Tagen wird man geradezu erschlagen von der E-Mail-Menge, manchmal hundert und mehr. Sie alle zu lesen ist alles andere als produktiv – es nervt. Deshalb begrüsse ich ausdrücklich den Vorstoß von Atos Origin, einem französischen IT-Dienstleister, E-Mails komplett anzuschaffen. Franzosen waren immer schon Nonkonformisten, die 1789er Revolution liegt uns im Blut. Und ist die Abschaffung der E-Mail etwa keine Revolution? Die Manager der Firma wollen stattdessen auf innovative Kollaboration-Tools und Social-Community-Plattformen umschwenken. Ob das aber so eine gute Idee ist? Eine übermäßige Informationsflut ist ja kaum abhängig vom Übertragungsmedium. Die inflationäre Nutzung von Kopie und Blindkopie, missverständliche Diktion oder bescheiden organisierte Projekten sind schon eher Faktoren, die die Nachrichtenmenge ins Unermessliche wachsen lassen. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, ein Großprojekt mit Twitter&Co zu organisieren. Dann doch lieber E-Mails. Und die cc: hell.
Freitag, 4. Februar 2011
Mein geliebtes Internet Geschrieben von Alain Blaes
in PR und Kommunikation, Wirtschaft und Politik um
10:47
Kommentare (0) Trackbacks (0) Mein geliebtes InternetDie CSU hat also den Trend der Zeit entdeckt und will sich zur Internetpartei mausern. Sie will sogar eine "Vorreiterrolle" spielen, schreibt die Zeit, so ganz mit Haut und Haaren. In seiner Rede "Mein Internet" startet Horst Seehofer mit "Dialog und Beteiligung, dafür stehe ich", um gleich die Dinge klarzustellen, und ruft alle Bürger ("Sie sind der Experte!") ganz social-media-like zum "Experiment" auf, Fragen zum Thema Bayern zu stellen. "Live und grad raus", wie ein Oberbayer eben so ist, will er sie dann beanworten. Welch ein Experiment! Welch eine Vorreiterrolle!
Dienstag, 25. Januar 2011
Cloud: Vom Wunschdenken zur Realität Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Technologie und Märkte um
22:00
Kommentare (0) Trackbacks (0) Cloud: Vom Wunschdenken zur Realität"Ein Rückgrat" sei sie, "flexibel" natürlich, sie biete "finanzielle und technologische Vorteile", "maximale Effizienz ohne Sicherheitseinbußen", sei "hochskalierbar", sie würde "die Betriebsleistung steigern, und zugleich die Geschäftsrisiken senken", verspreche "Wahlfreiheit durch Interoperabilität", sei sowieso "eine bessere Option" und erbringe sogar "besonders ökologische und umweltfreundliche" Dienste. Kurz: "Es führt kein Weg an der Cloud vorbei." So sehr Anbieter die Cloud in den Markt pushen, so zögerlich ist dieser Markt. Denn, ja, es gibt noch offene Fragen, und nein, nicht jedes Unternehmen hat ein fertiges Strategiepapier in der Schublade und wartet auf den richtigen Zeitpunkt, es umzusetzen.
Und die offenen Fragen sind gewichtig: Weiß ich immer, wo meine Daten liegen? Was passiert, wenn sie im Ausland liegen? Ist das Gerücht der offiziellen Datenschnüffler wahr? Würden neue, internationale Datenschutz-Standards helfen? Wie hoch ist der tatsächliche Aufwand, um die Cloud in meine bestehende Infrastruktur zu integrieren? Und kann man den blumigen Kostenversprechen der Anbieter glauben? Kann mir jemand TCO und ROI ausrechnen? Als Cloud-Anbieter versucht Dell, die Fragen so neutral wie möglich zu beantworten: im Rahmen einer Podiumsdiskussion, in der Experten ersten Ranges diskutieren (und Dell schon mal widersprechen werden): - Prof. Dr. Dirk Heckmann, Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht der Universität Passau - Mario Hoffmann, Forschungsbereichsleiter am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie in Garching - Prof. Dr. Dieter Kranzmüller, Direktor des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München - Dr. Dieter Schramm, Cloud-Experte von Dell - Jan Wildeboer, Open Source Evangelist EMEA bei Red Hat, Grasbrunn - Andreas Zilch, Gründer und Vorstand der Experton Group, Ismaning. Das eigens für die Presse veranstaltete Meet-the-Experts findet am Donnerstag, dem 17. Februar ab 16 Uhr in München statt. Ich werde das Vergnügen haben, die Diskussion zu moderieren und freue mich über jeden, der uns auf Twitter unter #DellCloud folgt – und natürlich auf jede Frage, die uns per Twitter erreicht. Ich verspreche, es wird spannend! Montag, 24. Januar 2011
Gelungenes Experiment Geschrieben von Alain Blaes
in PR und Kommunikation um
14:15
Kommentare (2) Trackbacks (0) Gelungenes ExperimentDie Vorbereitungsarbeiten für den CAP Day (Customer Advisory Panel) am 20. Januar waren nicht wirklich relaxt, weil niemand die Erfolgschancen dieses neuen Event-Formats einschätzen konnte, auch nicht annähernd. Volles Risiko, sozusagen. Dell hatte ein Dutzend Twitterer, Blogger und sonstige Social-Media-Nutzer eingeladen, ihre Kritik über Produkte, Services und Support persönlich und schonungslos vorzutragen. Geschäftsleitung und Spezialisten waren also in Frankfurt anwesend, um sich einen ganzen Tag lang dieser Kritik zu stellen mit dem Ziel, daraus zu lernen und entsprechende Maßnahmen in die Wege zu leiten, um etwiage Mißstände zu beseitigen.
Vorgetragen wurde Vieles: Probleme mit Treiber-Downloads, inkompatible Hardware-Komponenten, Ärger mit der Website, Intrasparenz beim Support, mangelnde Verarbeitung, Verwirrung über Produktpreise, lahme Innovation, Verwässerung der Marke, keine Möglichkeiten, Produkte vor dem Kauf anzufassen, veraltete Werbung, fehlende Präsenz bei Social Media, unvollständige Marktkommunikation. Wow! Die Dell-Manager haben ohne Pause mitgeschrieben. Es gab auch Positives, glücklicherweise: Gute Verarbeitungsqualität, ehrliche Marke, hervorstechendes Preis-Leistungsverhältnis, guter Support, Umweltbewußtsein. Im Vordergrund des Events standen Offenheit und Transparenz, so dass Dell ausdrücklich gebeten hatte, beliebige Inhalten per Social Media zu veröffentlichen. So entstand etwa auf twitter ein reger Informationsaustausch unter #dellCAP. Die Bilanz des CAP Day: für Teilnehmer und Dell durchweg positiv. Einige Stimmen: "Sehr positives Fazit", "Dell hört zu", "Keine verschwendete Zeit!", "Extrem kurzweilig", "sehr sehr informativ", "sehr positiv überrascht" (Teilnehmer), "Ein Novum", "leidenschaftlich", "a lot of fun", "hervorragendes Kundenfeedback", "super gelaufen", "sehr große Offenheit", "konstruktive Kritik", "I‘m very happy", "gelungenes Experiment". (Dell).
Und nun? "Es ist entscheidend, das Feedback an die Abteilungen weiterzugeben, die die gewünschten Veränderungen herbeiführen müssen", versprach Dell-Chefin Barbara Wittmann. Und was passiert wirklich? Im stundenlangen Meeting am folgenden Tag wurden tatsächlich alle Diskussionspunkte von Dell-Mitarbeitern diskutiert (auch durchaus sehr kontrovers), bewertet, es wurden Aufgaben verteilt, Aktionen definiert, Abteilungen informiert, Deadlines festgelegt. Mein persönliches CAP-Day-Fazit: Von wegen Marketingveranstaltung. Dell nimmt den Input seiner Kunden verdammt ernst. Dienstag, 18. Januar 2011
Dell traut sich Geschrieben von Alain Blaes
in PR und Kommunikation um
17:26
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: kommunikation, social media
Dell traut sichÜbermorgen veranstaltet Dell den "CAP Day" (CAP steht für Customer Advisory Panel). Geladene Konsumenten und Unternehmens-Anwender sind gebeten, schonungslose Kritik über Dell-Produkte und -Services zu üben – und das Top Management hört zu. Auch die Social-Media-Community ist eingeladen, sind per Twitter unter #DellCAP live einzubinden, ihre Meinung zu sagen oder Fragen zu stellen. Eine rege Diskussion soll entstehen. Ein solches Format ist einzigartig, nicht nur, weil Dell sich der Kritik öffentlich zu stellen traut. Es ist auch einzigartig, weil es die Möglichkeiten von Social Media voll ausschöpft: von der Auswahl der Kritiker, die eingeladen wurden, über die Einbindung der Community während des Events bis hin zur Nachberichterstattung über Blogs und Youtube. Social Media macht ganz andere Formen des Dialogs mit Kunden möglich, und vielleicht hilft es Unternehmen, auch ehrlicher zu kommunizieren. Hut ab für dieses Experiment, Dell! Dienstag, 17. August 2010
Vergesslichkeit Geschrieben von Alain Blaes
um
15:45
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datensicherheit, umfrage
VergesslichkeitAlso wir kaufen unseren Fisch ganz gern bei Fisch Maier am Viktualienmarkt. Die Verkäufer sind wirklich sehr nett, und der Fisch ist wirklich sehr frisch. Mit Fisch kann man eine Menge anstellen: marinieren, grillen, dünsten, panieren – und vergessen. Ja, es gibt tatsächlich Leute, die ihren Fisch vergessen, zum Beispiel im Taxi vom Viktualienmarkt nach zuhause. Das hat unser Kunde Acronis herausgefunden, nachdem er hundert Münchner Taxifahrer nach der Vergesslichkeit ihrer Gäste befragt hatte. Was in den Köpfen der Leute vorgehen mag, dass sie ihren Fisch liegen lassen? Andererseits: auch Ohrringe, Katzenstreu und ein Haartrockner wurden auf den Rückbänken gefunden, und ein Fahrgast hat sogar sein Gebiss verloren. Schmerzhaft war sicher auch der Verlust der Dutzenden Smartphones und Notebooks, zumal die mit ungesicherten Daten, betont Acronis. Was aber aus gutem Grund nicht publik gemacht wurde: ein Fahrgast hat ein Damenslip, ein anderer – jawohl, einen Vibrator vergessen. Das sind vielleicht Zustände in den Münchner Taxen! Montag, 16. August 2010
Market Opportunities Geschrieben von Alain Blaes
in Technologie und Märkte um
16:14
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: smartphones, sommerloch
Market OpportunitiesWichtige Erkenntnisse mitten im Sommerloch: Gibt ein User sein Passwort auf einem Smartphone ein, hinterläßt er verräterische – nein, nicht nur Fingerabdrücke, sondern Fettspuren. Damit konnten Wissenschaftler der Universität Pennsylvania mit etwas Aufwand neun von zehn Passwörter knacken, weil sich das Fett nicht einfach abwischen lässt. Das macht nachdenklich:
Kein Fett am Polohemd - Getestet haben die Wissenschaftler lediglich die Displays von Google Nexus One und HTC G1. Gilt das auch für mein iPhone? Nach Abwischen auf meinem Polohemd sehe ich mit dem besten Willen keine Fettspuren mehr (auch nicht auf dem Polohemd) - Sind die Fettspuren sichtbarer bei höherem User-BMI? Müssen korpulentere Smartphone-Benutzer jetzt abnehmen? - Was ist besser, um Fettspuren zu vermeiden: ein fettlösendes Reinigungsmittel, wie es die Wissenschaftler empfehlen, oder vorbeugend eher Handschuhe, wie es meine Kollegin Sandra empfiehlt? Fragen über Fragen. Jedenfalls eröffnen sich völlig neue market opportunities für die einschlägigen Zubehöranbieter: portables Reinigungsmittel im schicken Lederetui, 50 ml, auch für Flugreisen geeignet; Handschuhsets, aus Leder mit passendem Logoaufdruck oder als Wegwerfvariante zur Einmalbenutzung; oder, sollte sich der BMI-Verdacht erhärten, ein Abo im Fitnessstudio. Soll noch einer sagen, der IT-Branche ginge es nicht gut. Freitag, 16. Juli 2010
Amerikaner sind nett, und ihre ... Geschrieben von Alain Blaes
in PR und Kommunikation, Sprechen und Schreiben um
11:48
Kommentar (1) Trackbacks (0) Amerikaner sind nett, und ihre Presseinfos auchDas erste, was einem als Neuankömmling in den USA auffällt, ist die überwältigende Freundlichkeit. Wo auch immer man sich bewegt, man wird geradezu überrannt mit Aufmerksamkeit: "It's really great to meet you. Oh, you come from Europe? Awesome. I've been to Paris/Munich/Barcelona/Rome/usw. recently. What do you do? Really? Welcome to the neighborhood. If you need anything, please call me", samt Überreichung der Visitenkarte. Das ist nicht nur im Bekanntenkreis so, sondern auch beim Shoppen, und sogar im noblen Saks Fifth Avenue in Boston: "Hi, my name is Lucy. Oh, you come from Germany? That's great. I've been to Paris 20 years ago. Where do you live in Boston? Oh my God, me too. This is my phone number and my e-mail address. If you need anything, please call me." Wir haben Lucys halbe Lebensgeschichte erfahren und konnten uns von der verbalen Umklammerung nur schwer lösen. Im Massenbetrieb Supermarkt geht es etwas zurückhaltender zu, aber die obligatorische Floskel "How are you? Good, how are you? Good, thank you" ist allgegenwärtig.
![]() In den USA ist alles anders
Und so sind auch amerikanische Presseinformationen mit ihren überschwänglichen Quotes à la "We are so excited…": Sie waren nie dazu gedacht, veröffentlicht zu werden, niemand erwartet es, und es passiert auch nicht. Die Intention ist vielmehr, einfach nur freundlich zu sein, genauso wie der Kassierer mit "How are you?" und Lucy mit "Call me anytime." Reflex-bedingte Nettigkeiten ohne tieferen Hintergrund, beruhend auf einem gesellschaftlichen Konsens. Das ist nun einmal so und ist auch solange ok, bis das deutsche Management der Meinung ist, Presseinformationen müssten inklusive der Quotes wortwörtlich übersetzt werden und müssten womöglich auch in dieser Form in den Medien erscheinen. Dem liegt ein großes Missverständnis zu Grunde, das aus einer unverbindlichen Nettigkeit eine verbindliche Aussage ohne nennenswerten Inhalt macht. Im besten Fall wird eine solche Quote von der deutschsprachigen Presse herausgestrichen, im schlechtesten Fall die komplette Presseinformation ignoriert. Montag, 21. Juni 2010
Todesstrafe per Twitter Geschrieben von Alain Blaes
in Medien, Wirtschaft und Politik um
18:55
Kommentare (0) Trackbacks (0) Todesstrafe per TwitterWie im guten alten Wilden Westen wurde Ronnie Lee Gardner letzte Woche von den Behörden in Utah per Erschießungskommando hingerichtet. Glücklicherweise war er wohl der letzte, der im US-Bundesstaat auf diese Art offiziell ums Leben kam.
Samstag, 19. Juni 2010
Social Media ändert das politische ... Geschrieben von Alain Blaes
in Medien, Wirtschaft und Politik um
09:29
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: politik, social media
Social Media ändert das politische GefügeUngeachtet aller Nachteile wie Datenmissbrauch und Identitätsdiebstahl sind Social-Media-Plattformen heute in allen sozialen Schichten, Regionen und Kulturen fest verankert und damit auch ursächlich für eine fundamentale Veränderung der Kommunikations-Spielregeln, und das nicht nur im Internet. Denn diese Entwicklung verändert auch das politische Machtgefüge grundlegend, weil Millionen User in Blogs, sozialen Netzwerken oder Foren einen weitreichenden politischen Einfluss haben. Nicht mehr nur ein kleiner elitärer und ausgebildeter Kreis generiert Inhalte, sondern die Massen. Sie untergraben die althergebrachte Hoheit der Medien über die Öffentlichkeit; sie sind, wenn es zum Beispiel um die Weitergabe von Informationen geht, oft schneller und bieten exklusive Informationen früher. Das Paradebeispiel auf Twitter: „There's a plane in the Hudson. I'm on the ferry going to pick up the people. Crazy.“ Social-Media-Nutzer kommunizieren auch blitzschnell, sind im ständigen Dialog miteinander und äußern Meinungen, die für alle Internet-Nutzer unmittelbar sichtbar sind. So entsteht, praktisch im Millisekundentakt, politische Willensbildung. Menschen verabreden sich, diskutieren und propagieren ihre Meinung: Das ist nicht neu und hatte immer schon eine politische Tragweite; so sind viele Wendepunkte der Geschichte entstanden. Modernes Staatsrecht fußt genau darauf, und am Ende entsteht auch hier eine Bürger-indizierte Meinung, etwa durch Wahlen. Aber: Noch nie war Kommunikation so schnell, waren Meinungen für so viele sichtbar. Und noch nie hatten Staaten so wenig Kontrolle über ihre Bürger: weder über die Social-Media-Plattformen, die weltweit verteilt sind, noch über die Akteure, die zumeist anonym sind. Mit Social Media entsteht eine neue, fünfte Macht im Staat, die sich jeglicher politischen Kontrolle entzieht. Die klassisch als vierte Macht deklarierte Presse besteht im Wesentlichen aus Wirtschaftsunternehmen, deren Akteure bekannt, überschaubar und im Rahmen der Gesetzgebung kontrollierbar sind, das war in der Vor-Internet-Ära nicht anders als heute. Gewerkschaften oder Lobbys, vereinzelt als fünfte Macht betitelt, sind ebenso politisch kontrollierbar. Social Media hingegen entzieht sich der Gesetzgebung. Dem Staat bliebe nur, weil er die anonymen Nutzer nicht dingfest machen kann, die Sperrung von Plattformen oder die Kontrolle des gesamten Internets. Das ist nicht zielführend, weil eine Sperrung meist mit einfachen Mitteln zu umgehen ist, und die Internetkontrolle einem Aufruf zur Revolution gleichkäme. Anders herum beobachten Bürger sehr genau die Aktivitäten des Staates. Ob im Iran, wo die Opposition nach den Wahlen im Sommer 2009 unerlaubterweise über Twitter oder Facebook kommunizieren konnte, oder in Deutschland, wo nach dem offenbar willkürlichen Prügeln eines Demonstranten durch die Polizei im September 2009 binnen Minuten Proteste und Videos auf Dutzenden nationalen und internationalen Websites verbreitet wurden. Die vielleicht außergewöhnlichste Form der Social-Media-Kommunikation äußert sich in Flashmobs, bei denen sich gänzlich unbekannte Teilnehmer zu einer spontanen Demonstration verabreden. Das kann durchaus brisant sein. Das ist ein herber Schlag gegen die institutionalisierte Politik. Sie muss kontern, um ihre Macht zu wahren: Deutsche Initiativen wie der Bundestrojaner und die Datenvorratsspeicherung sind durchaus in diesem Kontext anzusiedeln, auch wenn der offizielle Sprachgebrauch den Kampf gegen den Terror vorschiebt. Das Verfassungsrecht setzt aber enge Grenzen und kassiert meist diese Gesetzesvorstöße. Sicher, Iran, China und andere Länder sind Beispiele, wo auch Social Media nicht zum Durchbruch führt und die Akteure unter erheblichem Druck stehen. Dennoch: Die Zeit arbeitet für sie, und mit jedem Tag wird der Geist des Internets und die Vision der Internet-Väter etwas greifbarer: Demokratie durch das Netz. „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“: Es gibt kaum einen schöneren Beleg als Social Media. |
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