Ich vermute, fast jeder von uns fragt sich manchmal, was er in seinem Beruf so den ganzen Tag über macht. Ich habe seit Kurzem die Antwort: Ich ernte.
Ich ernte „low hanging fruits“ – zuerst natürlich. Das mache ich so: Ich dünge die Presselandschaft mit dem Stärksten, was es so auf dem Markt gibt, und tue dies in einer geradezu penetranten Art, so dass den Meldungen über meine Kunden gar nichts anderes übrig bleibt, als aus dem Boden zu schießen. Plupp – rein ins Körbchen.
Leider handelt es sich bei diesen „low hanging fruits“, wie auch bei den untersten Kirschen eines Kirschbaums, nicht um die schmackhaftesten Früchte. Zu schnell gewachsen und zu wenig Sonne machen sie schnell vergänglich und verstellen leider manchmal den Blick auf das, was höher hängt.
Und da wären wir dann bei den mit Liebe und intensiver Pflege herangezogenen Früchten. Veröffentlichungen und Erfolge, von denen man noch nach Monaten spricht. Zieht man den Gartenvergleich wieder heran: Kirschen, die so voller Süße und Geschmack sind, dass kaum einer sie zu vergessen vermag. Hinter ihrer Pracht steckt viel Arbeit. Unablässiges Befassen mit dem Gewächs, das stete Bearbeiten des Bodens und die Abwehr von Schlechtwettereinflüssen gehören zum Alltag.
Umso schöner ist dann die Ernte. Sie sollten den Jubel hören, wenn ein ganz besonders schönes Exemplar zu Tage tritt. Der Stolz auf den Erfolg, das ist es, was meinen Beruf krönt. Das Wissen um die „Bodenbeschaffenheiten“, die „Ansprüche der Pflanzen“ und den „Schutz vor Schädlingen“, das ist mein Handwerkszeug.
So habe ich für mich meinen PR-Alltag definiert. Mit diesem Bild kann ich sehr gut leben, denn es sagt mir stets, was ich hier eigentlich tue, auch dann, wenn ich mir zum wiederholten Mal eine Abfuhr geholt habe, endlos recherchiere oder abstimme. Es hat einen Sinn: Die „high hanging fruits“ sind das Ziel.