Dienstag, 2. Februar 2010
Angebot und Nachfrage Geschrieben von Susanne Koerber
in Datenschutz um
18:18
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenschutz, politik
Angebot und NachfrageDatendiebstähle und -pannen haben die letzten, vorsichtig geschätzt, 18 Monate oft die Schlagzeilen beherrscht. Es gibt nahezu niemanden mehr, der davon ausgehen kann, von Datenmissbrauch nicht betroffen zu sein. Von der Politik werden schärfere Gesetze gefordert, manchmal wird sogar ein bisschen was davon umgesetzt. Aber letztlich geht es auch hier um Angebot und Nachfrage: Wenn keiner da ist, der mir für die Daten Geld (oder was auch immer) gibt, dann klaue ich sie auch nicht. Unter dem Deckmäntelchen der Verfolgung von Steuerflüchtlingen signalisiert unsere neuinstallierte Regierung, dass Datenklau und der Erwerb dieser geklauten Daten, also Hehlerei, eine sinnvolle Maßnahme ist. Nicht verwechseln: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Diese muss bestraft werden; hier und heute und in diesem Text geht es jedoch um die Frage nach der Rechtmäßigkeit des Erwerbs unrechtmäßig erworbener Daten gegen Zahlung hoher Geldbeträge. Es stellt sich die Frage, wie ernst der Datenschutz genommen wird. Sätze wie "das wurde doch auch schon vor x Jahren gemacht", die als Begründung bemüht werden, zeigen letztlich nur, dass auch den Befürwortern klar zu sein scheint, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen. Würde Datenklau tatsächlich ernst genommen und als Straftat behandelt, würde der "Verkäufer" festgenommen und befragt. Im besten Fall rückt er die Daten dann raus, und alle Sünder inklusive dem Datendieb würden bestraft. Das wäre die perfekte Welt. Im schlechteren Fall käme der Staat zwar nicht an die Daten der Steuersünder, hätte aber wenigstens ein Signal gesetzt. Datenklau darf sich nicht lohnen! Donnerstag, 17. Dezember 2009
Die Rechnung für Google Geschrieben von Susanne Koerber
in Technologie und Märkte um
17:11
Kommentare (0) Trackbacks (0) Die Rechnung für GoogleDas ist doch mal eine andere Herangehensweise: Laut Süddeutscher Zeitung verlangt die Stadt Ratingen von Google eine Gebühr für die Nutzung der Straßen bei der Aufzeichnung für Google Street View. 20 Euro pro Kilometer will Ratingen von Google dafür haben, dass das Unternehmen Autos mit Kameras durch Ratingens Straßen schickt. Die Datenschützer, die von anderen Städten zu Hilfe gerufen wurden, haben nichts genutzt. Jetzt wird es über Geld versucht. Ratingen allein wird es nicht schaffen, aber vielleicht folgen andere auch diesem Beispiel, und dann würde es langfristig teuer für Google. Ich muss gestehen: Ich habe auch schon mal die Aufnahmen von Google genutzt. Aber wenn es darum geht, dass möglicherweise ich selber darauf zu sehen sein könnte, dann bin ich eindeutig ein Unterstützer von allen, die sich gegen diese Aufnahmen wehren. Persönlichkeitsrecht und Datenschutz haben nicht gezogen, jetzt werden neue Wege gegangen: Kommunen, fordert Geld von Google! Dienstag, 8. September 2009
Ist europäischer Datenschutz ... Geschrieben von Susanne Koerber
in Datenschutz, Technologie und Märkte um
09:37
Kommentare (0) Trackbacks (0) Ist europäischer Datenschutz gefährlich?Die Bestimmung, dass Personendaten aus der EU nur innerhalb der EU verarbeitet und gespeichert werden dürfen, ist laut Novell in DACH "erschreckend", "politisch gefährlich" und eine Bedrohung für das gesamte Konzept des Cloud Computing. Begründung: Damit würden große Datensammlungen begünstigt, die dann umso gefährdeter wären, von Hackern angegriffen zu werden. Selbstverständlich ahnen wir die Motivation eines Players wie Novell, solche Ängste zu schüren. Sie sind aber nebensächlich. Politisch gefährlich ist nicht, wenn persönliche Daten in der EU bleiben, sondern wenn sie außerhalb der EU gespeichert werden, etwa in den USA, wo dortige Institutionen sie nach Belieben analysieren und weiterverarbeiten können – sogar mit ausdrücklicher politischer Legitimation und ohne richterliche Aufsicht. Das geht bei Novells Ausführungen leider unter. Andere Cloud-Computing-Anbieter sind den Anforderungen europäischer Kunden übrigens problemlos entgegengekommen, indem sie eine reine europäische Dateninfrastruktur aufgebaut haben. Offenbar ist die Datensicherheit bei diesen Playern kein Problem. Das Konzept des Cloud-Computings ist nicht durch europäische Datenschutzanforderungen gefährdet. Vielmehr wissen viele potentielle Nutzer noch gar nicht genau, was die Cloud überhaupt ist. Und als wichtigste Gründe, die Cloud (noch) nicht zu nutzen, nennen sie Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Compliance – sie wollen also partout europäische Datenschutzanforderungen einhalten. Ob es wirklich das Vertrauen in die Cloud stärkt, wenn vor diesem Hintergrund die gesetzlichen Regelungen zugunsten der Anbieter geändert werden, darf bezweifelt werden. Freitag, 31. Juli 2009
Nachruf auf die Schlussredaktion Geschrieben von Susanne Koerber
in Sprechen und Schreiben um
13:53
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: rechtschreibung
Nachruf auf die SchlussredaktionIch trauere. Ich trauere zutiefst, nämlich um die Kämpfer für Rechtschreibung – Schlussredakteure, Lektoren, Korrektoren, um alle, die sich bisher darum gekümmert haben, dass alle "dass" mit Doppel-ss, Eigennamen groß und Verben klein geschrieben werden. Entweder sind sie alle plötzlich mit Blindheit geschlagen – eher unwahrscheinlich, oder sie wurden abgeschafft – leider wahrscheinlich. Der letzte Durchlauf vor der Veröffentlichung ist zeitraubend und nervtötend, aber er ist schlicht und ergreifend notwendig. Selbst in der kurzen Autorenbeschreibung des Buchs, das ich zuletzt gelesen habe, stand ein Komma statt eines Punktes. Das ist wie Stolpern, wenn ich beim Lesen an so etwas hängenbleibe. Aber das Schlimmste daran ist: Je mehr Fehler es werden, umso unwahrscheinlicher wird es, dass sie den Lesern auffallen. Der Mensch gewöhnt sich ja an vieles... Aber ich weigere mich und rufe alle schreibend tätigen Mitmenschen dazu auf: Rettet die Rechtschreibung! Belebt sie wieder! Achtet sie! Dienstag, 16. Juni 2009
Darf ich mitreden? Geschrieben von Susanne Koerber
in PR und Kommunikation um
15:16
Kommentare (0) Trackbacks (0) Darf ich mitreden?Da reden alle vom neuen Internet, von Web 2.0, von Interaktivität und dass sich jeder im Netz äußern darf. Im neuen Internet sind angeblich alle gleich, aber irgendwie auch wieder nicht. Der Deutsche Bauernverband hat seine Mitglieder animiert, sich in Internetforen und Blogs an Diskussionen zu beteiligen. Der Verband hat seine Mitglieder dafür nach bisherigem Wissensstand weder bezahlt noch wurden sie unter Druck gesetzt. Er hat mit den interessiertesten Mitgliedern allerdings offenbar eine Arbeitsgruppe gebildet und angeboten, sie über relevante Themen zu informieren. Jetzt ermittelt der Deutsche Rat für Public Relations wegen verdeckter Öffentlichkeitsarbeit. Dass die Bauern sicher nicht unter jeden Post geschrieben haben "supported by DBV", kann man sich ausrechnen. Sie haben sich aber sicherlich mit ihrem (Neben-)Beruf zu erkennen gegeben. Ist das verwerflich? Muss ich in Zukunft unter jedem Beitrag, den ich irgendwo ins Netz stelle, meinen Arbeitgeber und sämtliche Vereinsmitgliedschaften angeben, weil sie eventuell meine Meinung beeinflussen könnten? Das Einzige, was hier geschehen ist, ist die Übertragung von Aktivitäten ins Internet, die sich sonst auf Verbandsversammlungen, Events jeglicher Art und sonstigen Interessensgemeinschaften abspielen. Überall versuchen Menschen, andere Menschen dazu zu bringen, sich zu einem Standpunkt, im besten Fall dem eigenen, zu bekennen und sich dafür zu engagieren. Wieso sollte das im Internet nicht erlaubt sein? Ein Vorgehen wie das der Bahn ist für alle schädlich; aber der Versuch des Bauernverbands, die eigenen Mitglieder zu Meinungsäußerungen zu motivieren, ist absolut legitim. Montag, 30. März 2009
Gegen die Angst! Geschrieben von Susanne Koerber
in Wirtschaft und Politik um
16:34
Kommentare (0) Trackbacks (0) Gegen die Angst!„Die wahre Gefahr liegt in unreflektiertem Krisengerede und weniger in der Situation selbst“, wurde Rudolf Zrost, der Präsident der Industriellen-Vereinigung Salzburg kürzlich in einer Zeitschrift zitiert. Bayern und Österreicher sind sich ja nicht immer grün, geschweige denn einer Meinung, aber in diesem Fall muss ich Herrn Zrost zustimmen. Niemand will die Krise leugnen, aber müssen wir uns wirklich ständig gegenseitig fragen „Merkst Du sie auch schon?“ und im Gegenzug antworten „Bisher nicht so stark, aber das kommt schon noch“? Dass die Opelaner Angst haben, ist mehr als verständlich, aber einem großen Teil von uns anderen geht es immer noch ziemlich gut. Und trotzdem suchen wir alle nach Symptomen der Krise, unter denen wir leiden; aber hilft uns das, die Krise zu überwinden? Angst lähmt, da sind Mensch und Tier gleich. „Furcht besiegt mehr Menschen als irgend etwas anderes auf der Welt“, wusste schon Ralph Waldo Emerson. Also warum nicht versuchen, die Angst klein zu halten, beweglich zu bleiben und damit die Krise wenn schon nicht abzuwenden, aber wenigstens im Kleinen abzuschwächen? Weiter geht es immer, und wir haben es selbst in der Hand, wie wir damit umgehen! Freitag, 6. März 2009
Schöne neue Welt Geschrieben von Susanne Koerber
in Medien um
12:35
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: digitalisierung, kölner stadtarchiv
Schöne neue WeltSchnell ist sie, und sie verändert sich ständig, die schöne neue Welt des Internet und des Web 2.0. Informationen kommen manchmal schneller als sie geprüft sind, und wenn irgendwo ein Fehler ist, schreib ich halt noch mal schnell eine E-Mail oder ein Twitter-Update. Diesmal soll aber eine Lanze für hardcopy gebrochen werden. Die mittelalterlichen Schreiber mussten deutlicher mehr Mühe als wir heute aufwenden, wenn sie Fehler korrigieren wollten. Sorgfältig arbeiten und Fehler vermeiden war da eindeutig die bessere Alternative. Und die Ergebnisse sprechen für sich, wie sich an noch erhaltenen Handschriften zeigt. Schade, dass jetzt beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs wahrscheinlich einiges für immer verloren gegangen ist. Selbst wenn ein Teil des Archivs bereits digitalisiert gewesen sein sollte – Faksimiles sind einfach nicht das Original. Dienstag, 16. Dezember 2008
Alles auf Anfang, oder? Geschrieben von Susanne Koerber
in PR und Kommunikation um
17:12
Kommentare (0) Trackbacks (0) Alles auf Anfang, oder?Das Jahr geht zu Ende, alle denken über ihre Weihnachtsgeschenke nach, manche über den Weihnachtsurlaub und die meisten darüber, was denn alles für den Januar und das nächste Jahr geplant werden könnte. Parallel basteln wir in unterschiedlichsten Fassungen am Überblick über die Ergebnisse des letzten Jahres und organisieren Termine für Januar. So ausgebucht dürften die Besprechungsräume sonst selten sein. Und jedes Mal ist es wieder ein bisschen wie am Anfang: Was ist der letzte Stand? Was machen wir in Zukunft besser? Voller Energie und mit neuem Enthusiasmus entwickeln wir alle zum Jahresbeginn neue Ideen und freuen uns darauf, sie umzusetzen - selbst bei den langjährigsten Kunden fühlen wir uns dann manchmal fast wie mit ganz neuen Kunden... Auf die neuen Ideen! Montag, 8. Dezember 2008
Hexen und Zauberer Geschrieben von Susanne Koerber
in PR und Kommunikation um
16:12
Kommentare (0) Trackbacks (0) Hexen und ZaubererHexen und Zauberer sind hauptsächlich aus Märchen bekannt, aber manchmal begegnet man ihnen auch persönlich. „Hexen ist kein Problem, Zaubern dauert etwas länger“ – ein Satz, der vor allem in Agenturen öfter gehört wird. Und er stimmt! Ob zwischen einer Freigabe des Kunden für ein Presse-Event und dem tatsächlichen Termin dafür nur drei Tage inklusive Wochenende liegen oder innerhalb von zwei Tagen eine komplett neue Strategie notwendig wird, weil sich Rahmenbedingungen geändert haben – irgendwie geht es (fast) immer. Hexen und Zauberer eben... |
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