Mittwoch, 15. Mai 2013
Der Gilb bleibt cool Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
11:24
Kommentare (0) Trackbacks (0) Der Gilb bleibt coolWas ist cool? Schwer zu erklären. Zumal "erklären" selbst eher was Uncooles hat. Wer ist cool? Schon einfacher. Die Telekom zum Beispiel, die ist cool. Aber sowas von cool. Doch der Reihe nach. Vor ein paar Wochen hat eben diese Telekom mit ihrer Ankündigung die Flatrates von Festnetzanschlüssen künftig ab einem bestimmten Datenvolumen zu drosseln, ganz Deutschland in helle Aufregung versetzt. Nicht nur die einschlägig bekannten Blog-Nörgler wie Markus Beckedahl waren empört. Auch die Medien waren sich einig wie selten: Spiegel ("Armes digitales Deutschland"), SZ ("Die Telekom steht auf der Leitung"); in der Zeit, ja in der liberalen Zeit, wurde gar die Verstaatlichung der Telekom, nein, nicht gerade gefordert, aber immerhin angedacht. Und die FAZ – ja, die konservative FAZ – titele gar: "Der grässliche Gilb ist wieder da" und legte im Fließtext gleich noch eines drauf:
Die "Flatrate-Drossel" schlug schließlich "Wellen auf höchster Ebene": EU-Wettbewerbskommissarin Kroes riet Telekom-Kunden zu einem "Votum mit den Füssen" (?), das Bundeskartellamt wollte prüften, die Bundesregierung war "besorgt" und der Bundeswirtschschaftsminister schrieb einen persönlichen Mahnbrief an den Telekom-Vorstandschef. Diese landesweite Aufregung war und ist reichlich uncool. Cool, wie gesagt, ist die Telekom selber. Denn die schickte mir – ja, mir persönlich – gestern, also noch mitten in den Ausläufern des Shitstorms, eine SMS folgenden Inhalts:
Wer so cool ist, kann kein schlechter Provider sein. Ich werde anrufen. Solange es noch kostenlos ist. ![]() Quelle: Telekom Freitag, 26. April 2013
Der Hirschrücken der Woche Geschrieben von Rainer Doh
in Medien um
16:53
Kommentare (0) Trackbacks (0) Der Hirschrücken der WocheEs muss nicht immer alles neu sein, auch wenn der Zeitgeist das so fordert. Im Gegenteil. Ein Hirschrücken zum Beispiel sollte generell gut abgehangen sein, auch eine Rinderlende, Rotwein wird zumindest eine Zeitlang durch Aufheben besser, Ölgemälde ganz generell und Pyramiden sowieso. Das gilt aber auch für Themen, sogar für Titelthemen, auch die widersetzen sich gelegentlich dem Zeitgeist:
Aufmerksame Leser dieses Blogs muss das an einen Hirschrücken von Spiegel Online erinnern, der seit Februar 2011 herumhängt:
Gut abgehangen hat sich das Thema weiterentwickelt: Aus den vollschreibenden Männern ist nun eine ganze Sekte geworden: westlich, weiß, männlich. Das ist in der Tat so: zum Beispiel sind die Mexikaner und die Japaner in der deutschen WP nur ein kleines Häuflein. Im Unterschied zu New Scientist.
Bei der deutschen Ausgabe der Männer-Sekte Wikipedia kann man erfahren, dass die deutsche Ausgabe des New Scientist im Spiegel Verlag erscheint. Und noch etwas hat der Weiße Mann in sein Lexikon hineingeschrieben:
Wegen vier Wochen muss man wirklich nicht mehr groß Themen vom Zaun brechen. Montag, 8. April 2013
Der Opa muss jetzt weg Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
16:57
Kommentare (0) Trackbacks (0) Der Opa muss jetzt wegDen Weg allen Fleisches muss nun auch Windows XP gehen: In genau einem Jahr, am 8. April 2014, ist endgültig Schluss.
Tatsächlich ist die Gefahr gering. Denn glaubt man Microsoft, dann gibt es dieses Opa-System, das "drei Produkt-Generationen alte Betriebssystem", eigentlich sowieso schon so gut wie nicht mehr:
Doch auch Zahlen haben ihre zwei Seiten: Über ein Drittel der Nutzer arbeitet also immer noch mit Windows XP. Wir wollen das gar nicht erst in Millionen umrechnen. Von den Qualitäten der beiden folgenden Windows-Generationen scheinen die Nutzer nicht so überzeugt gewesen zu sein. Kein Wunder, dass der Hersteller nun pampig wird. Nichts als Ärger hat man mit diesen Schlafmützen von Nutzern. Montag, 25. März 2013
Und wieder ein paar Prozent mit ... Geschrieben von Rainer Doh
in Medien um
16:17
Kommentare (0) Trackbacks (0) Und wieder ein paar Prozent mit einer superguten Idee*Draußen ist ja immer noch dieses scheußliche Winterwetter (zum Glück habe ich meine Michelin-Reifen noch aufgezogen), man will ja gar nicht mehr vor die Haustüre gehen. Darum hab ich mich drinnen, wieder mal mit der Zukunft der Medien beschäftigt. Lange Zeit war das für mich identisch mit meiner Süddeutschen Zeitung beim Tchibo-Frühstückskaffee, die ihren festen Platz zwischen Schwartau-Extra und Pfister-Brot hat. Das ändert sich, ohne Tablet geht gerade auch beim Frühstück nichts mehr. Mein geschätzter Blogger-Kollege Richard Gutjahr hat das gerade wieder bestätigt. Richard war zu einem Presseclub nach Wien eingeladen – ich weiß gar nicht, hat der den Zug genommen oder die Lufthansa? Oder hat er sein neues Audi A5 Coupé aus der Duplexgarage geholt? Egal. Er hat aus der Donaustadt eine Super-Idee mitgebracht, die das Zeug hat, die Medienlandschaft zu verändern - und ich kann nur sagen: Ein paar Prozent kann man immer brauchen.
* Wenn Ihr über meine Links … na, Ihr wisst schon. Sonst ändert sich an unserem Blog nix. Freitag, 15. März 2013Rad abDer schlimmste Vorwurf, den man einem Softwareentwickler machen kann ist, er würde das Rad neu erfinden wollen. Das Rad neu erfinden ist so ziemlich das Gegenteil von innovativ, eine Arbeit, die man sich hätte sparen können, wenn man auf Vorhandenes zurückgegriffen hätte – Stichwort Wiederverwendbarkeit. Ich mochte diese Metapher nie. Zum einen, weil im neu erfundenen Rad immer auch ein Stück Hybris steckt. Das Rad ist immerhin die Erfindung der Menschheit, zusammen mit dem Feuer und dem iPhone. So etwas erfindet man nicht jede Woche. Mit einem Zwanzigzeilencode für einen rotierenden Button schreibt man so und so nicht Menschheitsgeschichte. Zum anderen gilt: Was erfunden ist, ist nun mal erfunden; "neu erfinden" geht per Definition nicht, Rad oder nicht Rad. Und nun das:
Montag, 25. Februar 2013
Dam dam gegen eine gesichts- und ... Geschrieben von Rainer Doh
in Medien um
16:04
Kommentare (0) Trackbacks (0) Dam dam gegen eine gesichts- und typenlose WeltVor genau fünf Wochen haben wir in diesem Blog über das Image-Video der österreichischen Raiffeisenbank Radstadt berichtet. Das Video unter dem Motto "Weine nicht, wenn der Zinssatz fällt" hat es mittlerweile auf über 200.000 Aufrufe bei YouTube gebracht.
Das muss man erstmal nachmachen – obwohl, vielleicht möchte das nicht jeder nachmachen, denn ich würde mal grob schätzen, dass 95% der Klicks von purer Schadenfreude angelockt wurden. Im Web blieben die wirklich echten Fans des schrägen Raika-Auftritts ("nett und ehrlich, hier wird doch nichts versprochen was gelogen ist! … Akzente setzen in einer gesichts- und typenlosen Welt ...") deutlich in der Minderzahl. Inzwischen aber muss hinter den Kulissen etwas Furchtbares passiert sein. Denn wenn man das Video nun aufruft, sieht man das:
Man kann nur rätseln. Unangemessener Inhalt? Pferdefleisch? Aufgefallen ist mir nichts. Oder haben etwa die Erben des unvergessenen Drafi Deutscher Einspruch gegen die Verwendung von Melodie und "dam-dam" erhoben? Sollte die brave Raika etwa das Urheberecht ...? Aufklärung dringend nötig ist
ich hoffe die Raika das nicht vergisst. Bis dahin verraten wir, als echten Service für die wirklichen und unwirklichen Fans und für alle, die miträtseln wollen, einen geheimen Zugang zu diesem Kult-Video unter den Unternehmensvideos; man muss vorher nur ein wenig Pizza-Werbung ertragen (ist aber auch mittelständisch orientiert und alles andere als gesichtslos): KLICKST DU HIER (zum Film nach unten scrollen)
Mittwoch, 20. Februar 2013
Technologien von gestern – die 2. ... Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
11:53
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: apple, technologie
Technologien von gestern – die 2. ChanceDie Diskette – Floppy Disc – gehörte im 20. Jahrhundert zu den zentralen IT-Technologien. Wer jemals Auto-CAD oder Novell Netware von 27 Disketten installiert hat, weiß, was ich meine. Disketten waren immer zu wenig, immer zu klein und elend langsam. Eine Technologie, deren Unzulänglichkeiten schon offenkundig waren, als es noch keine Alternativen gab. Aus und vorbei, und es jährt sich in diesem Jahr schon zum 15. Mal, dass Apple seine Techonolgieführerschaft erstmals so richtig unter Beweis stellte und Rechner ohne Diskettenlaufwerk auslieferte. Aber es war nicht alles schlecht, damals: Überlebende Disketten kann man nämlich auch heute noch nützlich verwenden:
Das soll ein USB-Stick mal nachmachen: Freitag, 1. Februar 2013
Faire Maus im Retro-Look Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
16:15
Kommentare (0) Trackbacks (0) Faire Maus im Retro-LookDesign ist nicht nur Geschmackssache, sondern manchmal auch Glückssache. Und allzuoft oft geht es daneben. Anderes Thema: Nager IT hat sich des Gedankens der Faire Elektronik angenommen:
Ja, was eigentlich? Heraus gekommen ist die faire Maus. Die sieht so aus:
Und das führt direkt zurück zum einleitenden Satz dieses Beitrags: Design – und wie es scheitern kann. Denn an was erinnert mich die faire Maus? Nein, nicht sagen, nicht an daran, sondern – genau! – an den neuen Roman von Timur Vermes:
Montag, 21. Januar 2013
Scheck lass nach Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
13:45
Kommentare (0) Trackbacks (0) Scheck lass nachHeute, zum Beginn der neuen Woche, greifen wir mal tief in die Mottenkiste der PR-Arbeit. Tief unten, neben dem Journalistenrabatt und dem Rundfax, finden wir den Riesenscheck. Er ist mindestens 1,20 m lang und wird ausgestellt für Spendenbeträge ab 250 Euro, in der Regel von mittelständischen Unternehmen, Sparkassen, Raiffeisenbanken, Autohäusern und Metzgereien. In Wirklichkeit wird das Geld natürlich überwiesen oder dezent in einem Umschlag übergeben, der Riesenscheck dient dazu, dass die regionale Presse etwas zum Fotografieren hat. "Tue Gutes und rede darüber" ist natürlich ein Basismotto der PR, es heißt heute Charity und funktioniert weltweit sehr gut ohne hochgehaltenen Riesenscheck (schon mal Bill Gates mit Riesenscheck gesehen?). Daher verehrte mittelständische Unternehmen, Sparkassen, Raiffeisenbanken, Autohäuser und Metzgereien: Der Riesenscheck ist outdated, das erinnert an Glücksrad, Zauberwürfel, weiße Tennissocken oder In-und-Out-Listen. Der Scheck ja schon im normalen Zahlungsverkehr ein Auslaufmodell und erst recht als Symbol für "viel Geld". Was denkt wohl der Kunde des Facebook-, Twitter-, Youtube-, Always-Online- und Tablet-Zeitalters über ein Unternehmen, das ihm fröhlich einen Riesenscheck entgegenstreckt? Man muss doch nicht ausgerechnet eine Geldspende zum Anlass nehmen, sich als verstaubt und einfallslos zu präsentieren. Und liebe lokale Presseorgane: Diese Fotos der Übergaben von Riesenschecks sind mittlerweile auch von zweifelhaftem Nachrichtenwert, auch wenn sich das Autohaus mit einer Anzeige revanchiert. Erst recht in Zeiten der Medienkrise.
Ok, wenn das angekommen ist, muss ich allerdings wieder ein Stück zurückrudern: Die modernen Instrumente der PR-Arbeit sind nämlich auch nicht immer das Gelbe vom Ei, wie das folgende Beispiel eines Unternehmensvideos auf Youtube zeigt. Da ziehe ich dann doch den Riesenscheck vor.
Dienstag, 15. Januar 2013Irre!Es ist nicht ganz das Kernthema dieses Blogs, aber Navis sind nun mal auch IT und Medien sind Medien und PR ist PR.
Vermutlich muss man dabei gewesen sein. Alle Übrigen, die sich an die Medien halten müssen, müssen es glauben. Wie so oft steigt die Glaubwürdigkeit einer Meldung durch exakte Zahlen: • Focus Online: 1500 Kilometer • DIE WELT: 1400 Kilometer • STERN.DE: 1200 Kilometer
Fest steht: Sabine Moreau ist schon jetzt der PR-Champion 2013! Dienstag, 8. Januar 2013
Großartige Vorschläge – ... Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
11:50
Kommentare (0) Trackbacks (0) Großartige Vorschläge – unschätzbar!Ich war einige Wochen nicht mehr bei Twitter gewesen. Zuerst weil … nein, dafür muss ich mich nicht entschuldigen. Oder doch? Twitter selbst war offenbar ein wenig eingeschnappt, denn als ich nun mal wieder vorbeischaute, kam gleich ein E-Mail:
Ausrufezeichen. Dass uns das nicht noch einmal vorkommt. Und Hinweise, wie ich mich bessern könnte:
Eine Timeline, die mich reflektiert! Als unschätzbarer (gemeint ist vermutlich: unverzichtbarer) Teil meines Lebens! Also so in der Art: Wer bin ich? Warum bin ich? Und Twitter schickt mir auch gleich unschätzbare Vorschläge, wie ich mehr Accounts folgen kann:
Stefan Plöchinger, Chef von sz.de, hat was mit dem zu tun, was ich mache, also meinetwegen, dem kann man followen, und Richard Gutjahr, "Journalist und Blogger", das geht auch in Ordnung. Aber warum um Himmels willen Paris Hilton? Für eine Timeline, die mich und meine Interessen reflektiert? Unschätzbarer Teil meines Lebens? Echt? Wer bin ich eigentlich? Und warum? Und Twitter hat weitere großartige Vorschläge für mich - noch großartiger? Noch unschätzbarer? Freitag, 4. Januar 2013
Was ist Trend in 2013? Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
11:14
Kommentare (0) Trackbacks (0) Was ist Trend in 2013?Das Jahr 2013 begann mit einer faustdicken Überraschung, und alle, die damit gerechnet haben, das Jahr 2013 würde das "Jahr der wiederaufladbaren Druckerpatrone" werden, müssen sich nun eines Besseren belehren lassen: 2013 – das Jahr der Cloud. Die IT-Welt setzt damit eine schöne Tradition fort, denn gerade mal ein Jahr zuvor hatte man vernommen: "2012 (sei) das Jahr der Cloud, betont indes Oliver Krizek, seines Zeichens CEO der Navax-Unternehmensgruppe." Da drehen wir die Uhr gern noch einmal um ein Jahr zurück, "denn 2011 war definitiv auch das Jahr der Cloud." Das war definitiv 2011. Aber einige waren unserer Zeit noch weiter voraus: "Für uns war 2010 das Jahr der Cloud, das nur noch durch das Jahr 2011 getoppt werden kann." Und so kam es dann ja auch. 2010 war in Sachen Cloud Computing ohnehin ein sehr interessantes Jahr gewesen, denn es war "Das Jahr der Public Cloud". Andererseits "war 2010 das Jahr der Cloud-Diskussion, so gilt 2011 als das Jahr der Cloud-Aktivitäten“, so Dr. Ajei Gopal, Executive Vice President Products and Technology Group bei CA Technologies". Einige, die sich auf das Thema spezialisiert hatten, hatten mit dieser Entwicklung freilich schon früher gerechnet: "Laut IT-Spezialisten soll 2009 das Jahr der Cloud-Systeme werden". Das war insbesondere so in den USA, wo die IT ja immer die Nase vorn hat: "2009 Was the Year of Cloud Computing". Und sogar das ließ sich noch toppen: "The Cloud has changed the technology game – some may even label 2008 as the ‘Year of Cloud Computing.’"
Alles falsch. "2013: Das Jahr des Kometen". Gemeint ist der Komet C/2012 51 Ison, der in der zweiten Jahreshälfte so hell wie der Vollmond strahlen soll. Und dieser Trend ist definitiv. Donnerstag, 13. Dezember 2012
Verpasste Gelegenheit Geschrieben von Rainer Doh
in Medien um
10:39
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: spiegel online
Verpasste GelegenheitMit einer zauberhaften Headline überraschte heute Morgen Spiegel Online.
Das hätte das Zeug zur "Headline des Monats" gehabt. Doch leider bleibt dieser Titel auf Zweidrittel des Wegs stehen. Es müsste natürlich heißen: "Grubes grobe Grube" oder, wenn man von der dreistufigen zur vierstufigen Alliteration fortschritte: "Grube gräbt grobe Grube". Das wäre am alleroriginellsten. Das wäre Headline 21. Dienstag, 4. Dezember 2012Aus dem PR-AlltagSo entstehen gute Texte! Ich habe ein Auto gekauft*). Testberichte gelesen. Im Katalog geblättert. Probefahrt war auch ok. Individuell konfiguriert. Bestellt. Nun ist das gute Stück geliefert worden und steht in meiner Garage. Klar, so wie es kam, konnte es nicht bleiben. In diesen Auto-Firmen wissen sie doch überhaupt nicht, wie das richtig geht. Zunächst einmal waren da zu viele Zylinder, aber ich habe eine Rohrzange und einen Akkuschrauber. Wozu braucht man Ventile? Und gleich so viele? Also die Hälfte raus. Ich weiß schließlich selber, wie ein gutes Auto gebaut werden muss. Die Farbe war ok, aber im hinteren Bereich gab es Optimierungsbedarf zum Nachlackieren. Ein guter Bekannter hatte noch einen Stoßfänger für vorn übrig, der viel besser Stöße fängt als das komplizierte Zeug, das mir die Burschen im Werk da eingebaut hatten. Sogenannte Fachleute, und wenn ich eines gelernt habe, dann das: Fachleute werden überschätzt. Ein bisschen gesunder Menschenverstand und ich weiß ja, wie ein gutes Auto gebaut werden muss. Ich habe lange genug einen Führerschein. Und meine Märklin-Eisenbahn fuhr jahrelang ohne Zwischenfall. Auch im Winter. Muss eine Auspuffanlage so groß sein? Im Leben nicht. Hatte Märklin auch nicht. Dafür war das Dach viel zu schwach gebaut. Gut, dass wir noch das Bügelbrett hatten. Und den Akkuschrauber. Die ersten Fahrten haben es deutlich unterstrichen: Viel besser als vorher. Nachgerade deutlich optimiert! Mein schönstes Auto. Ein Schmuckstück. Die Nachbarn haben SOLCHE Augen gemacht. Kinder und Hunde sind vor Begeisterung hinterhergelaufen. Vorne an der Kreuzung hat mir sogar die Polizei gewunken. Besser hätte sie es nicht ausdrücken können: Wer Autos fahren kann, kann sie auch bauen. ![]() Optimierte Radaufhängung: Deutlich vergrößerter Einschlagwinkel *) nicht wirklich, es ist ein Gleichnis. Dienstag, 20. November 2012
Von Twitter verlassen Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
19:30
Kommentar (1) Trackbacks (0) Von Twitter verlassenLetzte Woche war Stromausfall in München. Da unser Büro in der Strom-Zone lag, war das Hauptproblem: wie hinkommen? Denn U- und S-Bahnen waren weitgehend ausgefallen, und die stromlosen Ampeln sorgten für Stillstand im Straßenverkehr. Man hätte annehmen sollen, dass nun die Stunde der "Informationsgesellschaft" geschlagen hätte, die den Münchner durchs Chaos leiten würde. Weit gefehlt! 1. Der Versuch von unterwegs via Smartphone bei den Münchner Verkehrsbetrieben Auskunft zu erhalten, scheiterte schon im Ansatz: Server nicht verfügbar – woraus zu schließen war, dass die MVV-Server in der No-Strom-Zone standen und der MVV-Notstromdiesel nicht angesprungen war. Auch gut. Wozu haben wir unsere Medien? 2. Im Bayerischen Rundfunk, der einen Extra-Kanal für aktuelle Meldungen unterhält, war im Viertelstundentakt zu vernehmen, dass in München (Überraschung!!) Stromausfall herrsche, und dass zahlreiche U-Bahnlinien und die S-Bahn ausgefallen seien. Und dass nach der Ursache geforscht werde. Während BR5 sonst Staus auf jedem Autobahnteilstück bespricht, hält man es nicht der Mühe wert mitzuteilen, welche U-Linien nicht fahren. 3. Nicht anders die Online-Ausgaben der lokalen Zeitungen. Also nirgends Infos, die dem Reisenden konkret weiterhelfen würden. Dafür konnte man die Wartezeit mit dem Münchner Merkur verbringen bei einer Online-Spontandiskussion unter den Lesern, ob am Stromausfall die "Energiewende" schuld sei oder überhaupt nicht. Das musste jedenfalls mal gesagt werden, und warum dann nicht gleich heute? Nun haben wir in den vergangenen Jahren ja gelernt, dass die herkömmlichen Medien ohnehin so eine Art Auslaufmodell seien, weil der Netzbürger sich via Social Media austausche, also weder auf Holz- noch auf Gebührenmedien angewiesen sei. Also schnell zu Twitter! 4. Und hier zuerst zum MVV. Ob ich den echten, den wahren MVV-Twitter-Account gefunden habe, weiß ich nicht, offiziell sieht er aber schon aus – und es ist der, den ich in der Stunde der Not nun mal gefunden habe:
Das passt aber gut zu den Stadtwerken, die es als Strom(nicht)anbieter fertiggebracht haben, an diesem Vormittag ganze zwei (in Worten 2!) Tweets aufzusetzen. Was sagen uns die Medien via Twitter:
Und was sagt der vernetzte Bürger selber:
Und nun alle im Chor: ja – ES IST STROMAUSFALL! Aber eben das wissen schon alle. Und ob die U1, die U3 oder die U6 betroffen ist, und wo und wie lange? Also Ross und Reiter … kollektive Fehlanzeige. Mit Ruhm benetzt hat sich die Twitter-Gemeinde wirklich nicht. Sie käut offenbar am liebsten die Meldungen der offiziellen Medien wieder, angereichert um ein paar humoristische Einlagen in der Art von "Huch, mein Fön geht nicht!"
5. Aber natürlich ist nicht alles schlecht. Stunden später hab' ich entdeckt, was ich morgens vergeblich gesucht hatte: nützliche Infos auf Twitter! Den goldenen Ibrahimovic der Twitter-Kommunikation teilen sich, stellvertretend für wenige, Michael H-prohecking (@ollisoaho) und Wolfgang Gross (@woxl) für diese konstruktiven Tweets:
Ja, so muss Kommunikation! Müsste. Den Trostpreis – den kleinen Heribert Prantl aus Blech – kriegt meine Hauszeitung, die SZ, für ihr völlig abgefahrenes Foto zum Stromausfall (wenn man genau hinschaut, sieht man, dass die kleine, rote S-Bahn im Vordergrund nicht fährt):
Verstörender Nachtrag: "Der Online-Kurznachrichtendienst erweist sich als beste Informationsquelle. Lange bevor sich die Stadtwerke dort zu Wort melden, informieren die Münchner sich gegenseitig per Twitter über den Zustand in ihren Stadtteilen." So berichtet das Hamburger Abendblatt: Stromausfall in München – Licht aus, Twitter an. Wartet nur, ihr Hamburger, wenn demnächst der Strom bei euch ausfällt!
|
KalenderSucheKategorienAutoren |