Montag, 21. Juni 2010
Todesstrafe per Twitter Geschrieben von Alain Blaes
in Medien, Wirtschaft und Politik um
18:55
Kommentare (0) Trackbacks (0) Todesstrafe per TwitterWie im guten alten Wilden Westen wurde Ronnie Lee Gardner letzte Woche von den Behörden in Utah per Erschießungskommando hingerichtet. Glücklicherweise war er wohl der letzte, der im US-Bundesstaat auf diese Art offiziell ums Leben kam.
Samstag, 19. Juni 2010
Social Media ändert das politische ... Geschrieben von Alain Blaes
in Medien, Wirtschaft und Politik um
09:29
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: politik, social media
Social Media ändert das politische GefügeUngeachtet aller Nachteile wie Datenmissbrauch und Identitätsdiebstahl sind Social-Media-Plattformen heute in allen sozialen Schichten, Regionen und Kulturen fest verankert und damit auch ursächlich für eine fundamentale Veränderung der Kommunikations-Spielregeln, und das nicht nur im Internet. Denn diese Entwicklung verändert auch das politische Machtgefüge grundlegend, weil Millionen User in Blogs, sozialen Netzwerken oder Foren einen weitreichenden politischen Einfluss haben. Nicht mehr nur ein kleiner elitärer und ausgebildeter Kreis generiert Inhalte, sondern die Massen. Sie untergraben die althergebrachte Hoheit der Medien über die Öffentlichkeit; sie sind, wenn es zum Beispiel um die Weitergabe von Informationen geht, oft schneller und bieten exklusive Informationen früher. Das Paradebeispiel auf Twitter: „There's a plane in the Hudson. I'm on the ferry going to pick up the people. Crazy.“ Social-Media-Nutzer kommunizieren auch blitzschnell, sind im ständigen Dialog miteinander und äußern Meinungen, die für alle Internet-Nutzer unmittelbar sichtbar sind. So entsteht, praktisch im Millisekundentakt, politische Willensbildung. Menschen verabreden sich, diskutieren und propagieren ihre Meinung: Das ist nicht neu und hatte immer schon eine politische Tragweite; so sind viele Wendepunkte der Geschichte entstanden. Modernes Staatsrecht fußt genau darauf, und am Ende entsteht auch hier eine Bürger-indizierte Meinung, etwa durch Wahlen. Aber: Noch nie war Kommunikation so schnell, waren Meinungen für so viele sichtbar. Und noch nie hatten Staaten so wenig Kontrolle über ihre Bürger: weder über die Social-Media-Plattformen, die weltweit verteilt sind, noch über die Akteure, die zumeist anonym sind. Mit Social Media entsteht eine neue, fünfte Macht im Staat, die sich jeglicher politischen Kontrolle entzieht. Die klassisch als vierte Macht deklarierte Presse besteht im Wesentlichen aus Wirtschaftsunternehmen, deren Akteure bekannt, überschaubar und im Rahmen der Gesetzgebung kontrollierbar sind, das war in der Vor-Internet-Ära nicht anders als heute. Gewerkschaften oder Lobbys, vereinzelt als fünfte Macht betitelt, sind ebenso politisch kontrollierbar. Social Media hingegen entzieht sich der Gesetzgebung. Dem Staat bliebe nur, weil er die anonymen Nutzer nicht dingfest machen kann, die Sperrung von Plattformen oder die Kontrolle des gesamten Internets. Das ist nicht zielführend, weil eine Sperrung meist mit einfachen Mitteln zu umgehen ist, und die Internetkontrolle einem Aufruf zur Revolution gleichkäme. Anders herum beobachten Bürger sehr genau die Aktivitäten des Staates. Ob im Iran, wo die Opposition nach den Wahlen im Sommer 2009 unerlaubterweise über Twitter oder Facebook kommunizieren konnte, oder in Deutschland, wo nach dem offenbar willkürlichen Prügeln eines Demonstranten durch die Polizei im September 2009 binnen Minuten Proteste und Videos auf Dutzenden nationalen und internationalen Websites verbreitet wurden. Die vielleicht außergewöhnlichste Form der Social-Media-Kommunikation äußert sich in Flashmobs, bei denen sich gänzlich unbekannte Teilnehmer zu einer spontanen Demonstration verabreden. Das kann durchaus brisant sein. Das ist ein herber Schlag gegen die institutionalisierte Politik. Sie muss kontern, um ihre Macht zu wahren: Deutsche Initiativen wie der Bundestrojaner und die Datenvorratsspeicherung sind durchaus in diesem Kontext anzusiedeln, auch wenn der offizielle Sprachgebrauch den Kampf gegen den Terror vorschiebt. Das Verfassungsrecht setzt aber enge Grenzen und kassiert meist diese Gesetzesvorstöße. Sicher, Iran, China und andere Länder sind Beispiele, wo auch Social Media nicht zum Durchbruch führt und die Akteure unter erheblichem Druck stehen. Dennoch: Die Zeit arbeitet für sie, und mit jedem Tag wird der Geist des Internets und die Vision der Internet-Väter etwas greifbarer: Demokratie durch das Netz. „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“: Es gibt kaum einen schöneren Beleg als Social Media. Mittwoch, 31. März 2010
Mit traditionellen Technologien ... Geschrieben von Rainer Doh
in Wirtschaft und Politik um
12:03
Kommentare (0) Trackbacks (0) Mit traditionellen Technologien durch die KriseDie Krise lässt uns nicht los. Da war es wieder so schön aufwärts gegangen, mit der IT im Allgemeinen ("Wirtschaftskrise ist für IT-Branche vorbei") und den Prozessoren im Besonderen ("Die Wirtschaftskrise ist vorbei - im Prozessormarkt"). Und dann verderben die Staaten im Allgemeinen ("Inzwischen haben einige Staaten ähnliche Zahlungsprobleme wie die Banken") und Griechenland im Besonderen ("EU fürchtet Krise durch Griechenland") die Stimmung. Für uns Grund genug, in Sachen Krise am Ball zu bleiben, wie immer in dieser Rubrik mit praktischen Tipps für jedermann. Zur langfristigen Sicherstellung der persönlichen Business Continuity aus dem Krisen-Shop heute besonders zu empfehlen:
![]() "Der Draht wird einzeln in handlichen und gut stapelbaren Schachtel geliefert."
Das war klar und setzt nicht einmal Krise, wohl aber Strom voraus. Besonders wichtig sind daher traditionelle Technologien, die das Gemüsebeet auch ohne Notstromaggregat schützen:
Das Gebinde Nato-Draht kostet im Krisen-Shop nur 59,95 Euro. Beunruhigt? Ist es schon so weit? Was mich an diesen Angeboten aber dann doch beruhigt hat: Der Krisen-Shop nimmt noch Euro. Freitag, 12. März 2010
Guido ist doch Rheinländer! Geschrieben von Alain Blaes
in Wirtschaft und Politik um
11:05
Kommentare (0) Trackbacks (0) Guido ist doch Rheinländer!Es ist tatsächlich empörend, was die Presse seit Tagen propagiert: Westerwelle betreibe Spezlwirtschaft. Die Presse lügt! Endlich hat FDP-Generalsekretär Christian Lindner ein Machtwort gesprochen: Die Demokratie droht damit Schaden zu nehmen, nicht mehr und nicht weniger! Ist doch auch wahr. Spezlwirtschaft ist ur-bayerische Kernkompetenz, und Guido ist Rheinländer. Und überhaupt: alle mal schön die Klappe halten und die politische Führung nicht hinterfragen. Das ist gesunde Demokratie. Freitag, 5. Februar 2010
US-Hörigkeit Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Wirtschaft und Politik um
16:49
Kommentare (0) Trackbacks (0) US-HörigkeitWie sehr die EU in Abhängigkeit der USA geraten ist, sieht man an der ominösen Diskussion über die Weiterleitung von SWIFT-Daten. Gegenwärtig fallen harte Worte: EU-Parlamentarier empören sich sogar über die "Erpressung" der US-Regierung, so die FTD, weil sie droht, alle Gespräche mit der EU abzubrechen. Dienstag, 8. Dezember 2009
Sein oder nichts sein Geschrieben von Rainer Doh
in Wirtschaft und Politik um
18:07
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: gez, philosophie
Sein oder nichts seinSchon vor Längerem habe ich beschlossen nichts, über das Thema GEZ zu schreiben. Darüber schreibt, schimpft und bloggt ohnehin alle Welt. Und was hilft es? Nichts! Deshalb bleibt auch die angedachte (schönes Wort), neuerliche Erhöhung der GEZ-Gebühr für Computer und Computer-artige Dinge hier unkommentiert. Interessant in diesem Zusammenhang ist aber die ebenfalls angedachte Erweiterung der klassischen, syllogistischen Logik:
![]() Natürlich frag' ich mich manchmal auch: "Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?" Aber was soll's – ich zahl' dann einfach – bevor sie mir wieder die Tür' eintreten. Tja, das fragt man sich schon manchmal. Gerade jetzt wieder. Aber so ein T-Shirt hätte ich trotzdem gern.
Montag, 28. September 2009
Klar zum Entern? Geschrieben von Rainer Doh
in Wirtschaft und Politik um
17:45
Kommentare (2) Trackbacks (0) Klar zum Entern?Aus und vorbei. Die Wahl ist rum und alles ist gesagt. Mehrfach. Nur Eines noch: Der wahre Wahlsieger sollte schon noch gewürdigt werden, insbesondere als er in unseren klassischen Medien etwas unter den Tisch gefallen ist. War bestimmt keine Absicht, war schließlich eine Menge zu tun.
Aus dem Stand 2% – das ist auch deutlich mehr als die Grünen, die jüngste Regierungspartei auf Bundesebene, bei ihrem Start 1980 erreicht hatten. Für die Grünen waren es von da noch 18 Jahre bis auf die Regierungsbank. Demnach muss man ab 2027 mit dem ersten Piratenminister rechnen. NACHTRAG: Im Hamburger Stadtteil Veddel liegen die Piraten mit 10,6% vor der CDU, die dort auf 10,2% kommt. Da versteh' einer noch die Welt. Mittwoch, 16. September 2009
Teil- oder vollverdächtig? Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Wirtschaft und Politik um
16:02
Kommentare (0) Trackbacks (0) Teil- oder vollverdächtig?Zur Vorratsdatenspeicherung ist eigentlich schon alles gesagt, eine ganz gute Zusammenfassung des Themas ist auf Wikipedia zu finden. Revitalisiert wird die Diskussion jetzt, weil das Verwaltungsgericht Köln die Hamburger HanseNet verpflichten will, die technischen Voraussetzungen zur Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung zu schaffen. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die rechtspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion in Bundestag, sagte schon 2007 zur Vorratsdatenspeicherung: "Ein vorprogrammierter Verfassungskonflikt." Rundumschläge des Staates untersagt die deutsche Verfassung, egal ob beim großen Lauschangriff, beim Bundestrojaner oder eben bei der Vorratsdatenspeicherung. Zu Recht, denn Rundumschläge machen aus normalen Bürgern Verdächtige, und seit dem 11. September 2001 sogar verdächtige Terroristen. Das will niemand, denn nicht der Bürger ist dem Staat Rechenschaft schuldig, sondern umgekehrt. So kurz und klar das Grundgesetz in dieser Hinsicht ausgelegt ist, so regelmäßig gibt es Vorstöße von Parteien, Fraktionen, der Regierung oder der EU, und so oft wundere ich mich, dass die ach so politisch versierten Akteure offenbar immer wieder versuchen, die Verfassung zu hintergehen. Glücklicherweise werden diese Vorstöße genauso regelmäßig vom Bundesverfassungsgericht kassiert oder zurechtgestutzt. Damit wäre ich dann wieder nur teilverdächtig. Die USA nehmen es wie gewohnt etwas legerer: Soeben berichtet die Washington Post, das Weiße Haus möchte den umstrittenen Patriot Act, also das acht Jahre alte, von der Bush-Regierung mit heißer Nadel gestrickte Anti-Terror-Gesetz, verlängern. Obwohl: Man ist "gewillt, zusätzliche Datenschutzbestimmungen in Betracht zu ziehen" – na gut, nur unter der Bedingung, dass sie "die Effektivität der Staatsgewalt nicht unterwandern". In der Praxis heißt das dann wohl wieder vollverdächtig. Mittwoch, 2. September 2009
Die Daten-Soap (Folge 7): Parteien ... Geschrieben von Alain Blaes
in Die Daten-Soap, Wirtschaft und Politik um
15:15
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenschutz
Die Daten-Soap (Folge 7): Parteien willkommen
SPD-Versprechen Stand heute:
Einige (CDU und SPD) analysieren das Surfverhalten ihrer Besucher mit Google Analytics – wieder fliessen die Daten zur Auswertung in die USA, die CIA dankt. Andere lassen die gesetzlich vorgeschriebene Datenschutzerklärung auf Kontaktformularen aus oder (wie die Grünen) passen bei der Auskunft, wo oder wie personenbezogene Daten verarbeitet werden. Für Parteien ist diese Auskunft gesetzlich verpflichtend. Die Studienautoren stellten "eine weitverbreitete Unkenntnis datenschutzrechtlicher Bestimmungen bei den Parteien" fest. Und sie schliessen ab: "Es liegt nahe, dass diese beiden Faktoren den Nährboden für die zahlreichen und vielfältigen Datenschutzverstöße bildeten." Naja, warum sollen die Parteien besser über Datenschutz Bescheid wissen als unsere Parlamentarier? Fortsetzung folgt ...
Dienstag, 1. September 2009
Die Integrität der Bürger steht ... Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Wirtschaft und Politik um
12:21
Kommentar (1) Trackbacks (0) Die Integrität der Bürger steht auf dem SpielHeute tritt das neue Bundesdatenschutzgesetz in Kraft. Nach den massiven Skandalen im "Jahr des Datenmissbrauchs 2008" hat sich der Gesetzgeber bequemt, das bestehende Gesetz aufzupolieren. Viel mehr als Kosmetik ist es nicht, aber das Paragraphendickicht ist, ob absichtlich oder nicht, noch etwas undurchsichtiger geworden. Gewiss, der Verbraucher kann jetzt mit mehr oder weniger Aufwand erfahren, woher Werbefirmen seine Daten haben. Der Datenhandel an sich ist aber weiter erlaubt, und die richtige Kontrolle über seine Daten hat der Verbraucher damit immer noch nicht. Die Werbewirtschaft, die eine beispiellose Lobby-Kampagne durchgezogen hat, um den Gesetzgeber unter Druck zu setzen, erfreut's. Im Sinne der informationellen Selbstbestimmung ist das aber nicht. Beim Arbeitnehmerdatenschutz ist eigentlich noch weniger passiert, und die möglichen Strafen für Datenschutzsünder sind nach wie vor milde – zumal die Aufsichtsbehörden personell kaum aufgestockt werden. Gerade 2,5 Arbeitskräfte hat etwa die Datenschutzbehörde in Nordrhein-Westfalen – um 700.000 Betriebe zu kontrollieren. Die Gefahr, erwischt zu werden, ist also gering. Der Gesetzgeber hat versagt. Der eigentliche Skandal aber ist nicht der Hofknicks vor der Werbewirtschaft, die für ein weichgespültes Gesetz gesorgt hat. Der eigentliche Skandal besteht darin, ein hoffnungslos veraltetes Gesetz aus den 70er Jahren anpassen zu wollen – ohne das Bewusstsein, das Datenmissbrauch heute mit Datenmissbrauch vor 30 Jahren ungefähr soviel zu tun hat wie eine Muskete mit einem modernen Marschflugkörper. Die Datenhaltung im Zeitalter des Internets hat eine völlig andere Qualität als auf lahmen Großrechnern der 70er: Binnen Sekunden lassen sich heute Daten massenweise sammeln, duplizieren, weiterleiten, verknüpfen und analysieren. Nutzer- und Verhaltensprofile beliebig vieler Verbraucher lassen sich augenblicklich erstellen. Und weil private Daten im Web in Hülle und Fülle gespeichert sind, zum Teil einfach abrufbar sind, und sich diese Daten zudem mühelos verbinden lassen, entsteht ein mehr als explosives Gemisch. Denn die vollständige digitale Identität der Bürger kann damit missbraucht werden. Auch wenn "nur" ihre digitalen Spuren genutzt werden, steht ihre tatsächliche Integrität auf dem Spiel, denn digitale Spuren sind nichts anderes als das Abbild der realen Welt, genauso wie der ausgedruckte Kontostand tatsächlichem Geld entspricht. Mit ungewollter Werbepost hat das nichts mehr zu tun. Das hat der Gesetzgeber nicht berücksichtigt. Es wird Zeit, an einer modernen und von Grund auf neuen Novelle zu arbeiten. Donnerstag, 13. August 2009
Justitia outgesourct Geschrieben von Susanna Tatár
in Wirtschaft und Politik um
17:40
Kommentare (0) Trackbacks (0) Justitia outgesourctIT-Outsourcing wird weitgehend positiv diskutiert. Doch Outsourcing in anderen Bereichen, etwa in der Politik, ist hierzulande heikel. Heftige Angriffe gibt es nun auf Wirtschaftsminister zu Guttenberg – er ließ einen Gesetzentwurf zur Zwangsverwaltung maroder Banken von einer externen Kanzlei (von einer britischen) ausarbeiten. SPD und Grüne werfen ihm Steuergeldverschwendung vor, zudem sei unverantwortlich und unprofessionell. Dabei ist das Outsourcing in Ministerien nicht neu – in vielen anderen Ländern ohnehin Usus, auch in Deutschland gab es etliche Fälle: Das Bundesverkehrsministerium hat externen Beratern für den Gesetzentwurf zur Neuorganisation der Eisenbahnen 1 Mio. hingeblättert, das Umweltministerium lagerte den Entwurf des Gesetzes zur "Atomrechtlichen Abfallverbringungsverordnung" aus. Also wozu jetzt die Aufregung? Im Wahlkampf lässt sich eben jedes Thema aufblasen, ob Gesetzes-Outsourcing oder Dienstwagenaffäre. Letzteres sorgte in Osteuropa für große Belustigung – teilweise auch für Befremden... Dienstwagen privat verwenden, was ist daran so ungewöhnlich – wie sollen die Kinder zur Schule, die Gattin zum Shopping und die Geliebte ins Präsidentenbüro kommen, mit dem Bus etwa...? Und damit man im fetten Dienstwagen nicht im Stau steht, gibt es auf Moskaus Straßen für Politiker in der Tat einen eigenen Fahrstreifen. Mittwoch, 5. August 2009
Kommunikation im ... Geschrieben von Rainer Doh
in Medien, Wirtschaft und Politik um
11:34
Kommentare (0) Trackbacks (0) Kommunikation im Social-Media-Zeitalter: noch nicht im DaxTwitter ist der Hype des Sommers, aber die großen deutschen Unternehmen halten sich derzeit noch vornehm zurück. Eine von PR-COM durchgeführte Untersuchung zeigt, dass ein Drittel der Dax-Konzerne bei Twitter überhaupt noch nicht aktiv ist, darunter Unternehmen wie die Deutsche Börse, ThyssenKrupp oder die Deutsche Post. Aber auch sonst ist das offizielle Engagement in diesem neuen Kommunikationsmedium mehr als bescheiden: Ein großer Konzern wie die Allianz hat es beispielsweise auf ganze 180 Tweets und lediglich 250 Follower gebracht, bei BMW sind bislang kümmerliche 100 Leser den armseligen 69 Tweets gefolgt. Dazu passt, dass man die Links zu den offiziellen Twitter-Accounts bei den meisten Unternehmen auf der Home-Page mit der Lupe suchen muss – in einigen Fälle musste man in der Pressestelle anrufen (!), um den Twitter-Account zur erfragen. Und was man im Dax von der Twitter-Kommunikation hält, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass viele der Unternehmen zwar (ein paar) Follower haben, es aber nicht für nötig erachten, ihren Lesern auch selbst zu folgen. Mit anderen Worten: an einem Dialog besteht offenbar keinerlei Interesse. Kommunikation als Einbahnstraße, so war Social Media eher nicht gedacht. Wie wenig die Möglichkeiten des neuen Mediums bei großen Unternehmen angekommen sind, zeigen nicht nur die Zahlen, sondern vor allem die Inhalte. Zum Beispiel die Lufthansa, die mit rund 6000 Followern unter den Dax-Unternehmen ganz vorne liegt – auch wenn die Airline ihr ehrgeiziges Ziel, bis Ende August auf 10.000 Follower zu kommen, wohl nicht erreichen wird. Was macht die LH aus ihrem Twitter-Auftritt? Einen reinen Werbe-Ticker mit Meldungen wie "Nicht suchen, buchen! Für 99 € für ein WE im Aug/Sep nach Amsterdam, Birmingham, London, Warschau oder Wien" Ähnlich sehen übrigens die Auftritte von BMW und VW aus. Grundsätzlich ist nichts dagegen zu sagen, dass ein Unternehmen Twitter auch als Werbe-Plattform nutzt. Auch! Daneben muss aber eine "richtige" Twitter-Kommunikation gepflegt werden, mit Informationen aus dem Unternehmen, über den Markt, mit News, mit Hintergrundmaterial, mit Meinungen und Kommentaren. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen mal wieder unsere amerikanischen Freunde. So hat IT-Hersteller Dell ein spezielles Portal für seine Twitter-Accounts aufgebaut. Dieses Portal ist leicht zugänglich und enthält Links zu allen rund 40 von Dell gepflegten Twitter-Accounts. Darunter befinden sich auch einige, die auf regionale Sonderangebote verweisen, andere enthalten technische Informationen oder greifen Themen aus den Bereichen Umwelt, Innovation, Lifestyle usw. auf. Man muss sich auf diesem Portal einfach mal umschauen, um festzustellen, wie weit die Dax-Unternehmen von moderner Social-Media-Kommunikation weg sind. Dass das alles aufwändig ist und viel Zeit und Ressourcen beansprucht, steht außer Frage. Dennoch: Dell hat sich offenbar nicht lange mit Grundsatzfragen wie "kann sich Twitter überhaupt langfristig etablieren?" aufgehalten. Aber Dell ist ja auch nicht im Dax. Freitag, 31. Juli 2009
Die Daten-Soap (Folge 2): Schiffe ... Geschrieben von Alain Blaes
in Die Daten-Soap, Wirtschaft und Politik um
15:20
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenmissbrauch, datenskandale
Die Daten-Soap (Folge 2): Schiffe versenken
Genauso kommt mir die gegenwärtige Diskussion um die Weitergabe von EU-Bankdaten an die USA vor. Ein parteiübergreifender Sturm der Entrüstung gegen die Pläne der EU-Kommission setzte sie so unter Druck, dass Brüssel jetzt auch die Bankdaten der USA einsehen will. Was zunächst nach Gerechtigkeit klingt, lässt das Boot der Demokratie mit seinen rechtsstaatlichen Prinzipien nur doppelt so schnell sinken: Private Bankdaten gehören überhaupt nicht in die Hände von Staaten. Detaildiskussionen über die mögliche Länge von Vereinbarungen, die etwaige Ernsthaftigkeit von Nachfragen oder Schuldzuweisungen über Faktenmanipulationen ändern daran nichts. Fortsetzung folgt ...
Dienstag, 28. Juli 2009
Man kann sich nur wundern Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Technologie und Märkte, Wirtschaft und Politik um
14:29
Kommentare (0) Trackbacks (0) Man kann sich nur wundernDie EU-Kommission darf jetzt mit den USA verhandeln, um den Zugriff auf unsere Bankdaten zu verhandeln. Nachdem wir gestern über die Verfassungswidrigkeit eines entsprechenden Gesetzes gemutmaßt hatten, bestätigt Datenschützer Thilo Weichert der dpa: "Ich kann mir nicht vorstellen, wie dieser Vertrag aussehen müsste, damit er verfassungsgemäß wäre." Oberdatenschützer Peter Schaar hatte im Vorfeld bereits vor massiven Eingriffen in die Privatsphäre der Europäer gewarnt. Weil die Gesetzeslage klar ist, sind sich Datenschützer, politische Parteien aller Couleur und das EU-Parlament ausnahmsweise einig: Die USA dürfen auf unsere Bankdaten nicht zugreifen. Man kann sich nur wundern, mit welcher Kaltschnäuzigkeit die EU (und die einzelnen Außenminister) hier ihre Bürger übergehen wollen – im sicheren Wissen, dass ein solches Gesetz kein Bestand haben kann. Was ist da wohl die Motivation? Montag, 27. Juli 2009
Das Jahr des Datenmissbrauchs reloaded Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Technologie und Märkte, Wirtschaft und Politik um
13:21
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenmissbrauch
Das Jahr des Datenmissbrauchs reloadedNachdem "2008, das Jahr des Datenmissbrauchs" außerordentlich erfolgreich abgelaufen war, stand einer Fortsetzung nichts mehr im Wege. Schon seit Januar wird unter Beteiligung zahlreicher Wirtschaftsakteure und staatlicher Stellen mit Nachdruck produziert, um alle Arbeiten pünktich zum 31. Dezember 2009 abschließen zu können. Alle Beteiligte erwarten vom Sequel "2009, das Jahr des Datenmissbrauchs reloaded" einen überragenden Erfolg. In der Zwischenzeit sind Details zur Fortsetzung bekannt geworden. Gleich am Anfang wird der Datendealer des ersten Teils, der sechs Millionen Adressen an den Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv) illegal verkauft hatte, vom Amstgericht Münster zu gerade mal 900 Euro Geldstrafe verurteilt. Gewiss ein großer Lacher zum Einstieg. Facebook legt gleich nach und möchte sämtliche Inhalte aller User uneingeschränkt nutzen können, scheitert aber nach massiven Protesten. Enttäuschende Passage. Schauplatz Winnenden: Bild, Bild am Sonntag &Co ziehen Daten und Bildmaterial von den Opfern des Amoklaufs aus diversen Sozialen Netzwerken wie SchülerVZ oder Kwick und unterstreichen die Rechtmäßigkeit ihres Tuns. Schale Wiederholung, nichts Neues. Dass Stern.de beim Air-France-Unglück über dem Atlantik gleichzieht, ist dann schon langweilig. Spannend der Teil, wo es um die Datenschutzpannen bei der Abwrackprämie geht. Richtig lustig ist die Passage, wo persönliche Daten von Antragsstellern an andere Antragssteller verschickt werden. So lernt man neue Leute kennen. Kleiner Exkurs ins Ausland: In Großbritannien gehen bei der Royal Airforce Daten zu Drogenmissbrauch und Bordellbesuchen verloren; ein für die Internationale Atomenergieagentur IEA bestimmter Bericht über Standorte US-amerikanischer Atomanlagen ist versehentlich im Internet veröffentlicht worden – kein echter Missbrauch, aber erheiternd; beim Provider Network Solutions haben Unbekannte eine halbe Million Datensätze mit Kreditkartennummern geklaut. Zurück nach Deutschland: ein ehemaliger Berater der Sparkasse Köln-Bonn scheint über Tausende sensibler Kundendaten zu verfügen. Er behauptet, die Daten seien bei Übergabe nicht anonymisiert gewesen, die Sparkasse behauptet das Gegenteil. Spannendes Konfliktpotential. Soweit die ersten bekannt gewordenen Details des Sequels. Weiteres in Kürze. |
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