Dienstag, 21. Mai 2013
Was genau macht ein PR-Berater ... Geschrieben von Denise Holst-Pieper
in PR und Kommunikation um
15:20
Kommentare (0) Trackbacks (0) Was genau macht ein PR-Berater eigentlich? Meine Tochter kam am Montag freudestrahlend aus der Schule: „Mami, heute haben wir eine coole Hausix (Hausaufgabe) auf. Ich muss Deinen Beruf in der Schule vorstellen. ... Warte, sag noch nichts. Ich habe hier einen Fragebogen, den Du beantworten musst.“Bis dato hat sich ihr Interesse meinem Beruf gegenüber eher in Grenzen gehalten. Aber ok, vielleicht ziehe ich ja gerade eine potentielle PR-Beraterin groß. Wer weiß das schon. Dass ich meinen Beruf einer 8-Jährigen erklären muss, macht das ganze allerdings nicht einfacher, denn die meisten Erwachsenen verstehen selbst nach längeren und deutlichen Erklärungen nicht, was ich genau tue. Die meisten meiner Bekannten setzen PR mit Marketing oder Werbung gleich. Aber dieses Phänomen kennt wohl jeder PR-Berater. Und um ganz ehrlich zu sein, bin ich es mittlerweile meist leid, dies aufzuklären. Aber gut, hier kann ich nun Grundlagenarbeit leisten. Berufsbezeichnung: „PR-Berater.“ Ich sehe, wie mich meine Tochter fragend, aber interessiert anschaut. Deshalb fahre ich fort: „Das PR steht für Public Relations, d.h. übersetzt so viel wie Öffentlichkeitsarbeit.“ Kurzbeschreibung? „Wir organisieren die Kommunikation zwischen Journalisten und Firmen.“ Nachdem ich den fragenden Blick meiner Tochter entdecke, führe ich weiter aus: „Wir bringen Journalisten und Unternehmen (Firmen) zusammen. Wir informieren Journalisten über Unternehmen und deren Produkte. Und das versuchen wir möglichst so interessant zu gestalten, dass die Journalisten darüber berichten.“ „Mensch, Mama, das ist zu lang. Sag doch mal einen kurzen Satz.“ „Ok. Dann schreib: Bringen Unternehmen und Journalisten zusammen.“ Tätigkeiten: „Wir informieren Journalisten über Unternehmen und deren Produkte, sprechen mit Verbänden und Organisationen, planen und erstellen Texte, organisieren zum Beispiel Interviews, Pressekonferenzen, Produktvorstellungen und noch gaaanz viel mehr.“ „Wirklich. Das alles? Wow. Das hat hier aber alles keinen Platz. Du hast mir mal erzählt, dass Du ganz viel telefonierst. Kann ich das nicht hinschreiben?“ Ich verdrehe die Augen. "Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?" „Ich habe einen Schreibtisch, einen Computer und ein Telefon.“ „Aha. Dann stehst Du also den ganzen Tag, oder?“ „Nein, natürlich nicht. Ich habe auch noch einen Stuhl.“ „Mensch, Mama, dann sei halt nicht so ungenau.“ Oh Mann ... ich bleibe ganz ruhig. Mal ist es zu ausführlich und dann wieder zu ungenau. "Wo arbeitest Du?" „In einem Büro in der Innenstadt.“ "Arbeitest Du alleine oder hast Du Kollegen?" „Ich arbeite in einem Team von 6 Personen, insgesamt sind wir ca. 34 Leute in der Agentur ... im Büro,“ verbessere ich mich schnell. Arbeitszeiten: „Eigentlich ist es ein Vollzeitjob. Ich arbeite aber nur Teilzeit, damit ich auch noch Zeit für euch habe.“ "Was macht bei diesem Beruf am meisten Spaß?" „Das Organisieren und die Kommunikation.“ Meine Tochter schaut mich mit großen Augen an. Mhh, war das jetzt zu hoch gegriffen? Ich erläutere: „ ... das Sprechen mit Journalisten und meinen Kunden.“ "Was ist daran nicht so schön?" „Manchmal ist es sehr anstrengend, wenn nämlich alles schon gestern hätte fertig sein müssen.“ „Ok, Mama, das war’s. Vielen Dank.“ Meine Tochter schaut mich verschmitzt an. „Also, Mama, am coolsten fand ich, als ich im Sommer mit zu Dir ins Büro kommen durfte. Ich hatte einen eigenen Schreibtisch und durfte sogar ein Eis essen,“ dann herrscht kurz Stille. „Ich hab mir da was überlegt. Sag Deinem Chef schon einmal, dass ich auch bald bei euch arbeiten möchte. Dann kann er schon einmal einen Platz für mich freihalten. Darf man sich das Eis eigentlich aussuchen?“ Tja, was soll ich sagen, anscheinend war meine Erklärung ein „durchschlagender“ Erfolg.
Mittwoch, 24. April 2013
Leben im Schwarm Geschrieben von Eva Kia-Wernard
in PR und Kommunikation um
14:56
Kommentare (0) Trackbacks (0) Leben im SchwarmIntelligenz ist, wie wir wissen, eine individuelle Eigenschaft und nicht übertragbar – im Falle von Crowdsourcing kann jedoch die Masse an Unterstützern (sog. Crowdsourcees), den Unterschied machen. Das ist nicht unbedingt Ausdruck von addiertem Intellekt, bei dem die Weisheit proportional mit der Zahl der Beteiligten wächst, sondern eher Ausdruck der Kollaboration vieler, die zusammen entweder eine relevante Menge ergeben oder die Chance auf die eine, entscheidende Idee erhöhen. Das Beispiel für erfolgreiches Crowdsourcing schlechthin ist ja bekanntlich Wikipedia. Genau aus diesem Grund spricht man auch von der Weisheit der Vielen oder Schwarmintelligenz. Grundsätzlich geht es dabei um die Auslagerung von Teilaufgaben an eine Gruppe freiwilliger User, in der Regel mit Hilfe des Web 2.0. Auch wenn man sich manchmal an das kollektive Bewusstsein gewisser Sternenvölker erinnert fühlt (die „Borg“ finden sich sogar auf Wikipedia), die so manchem Star-Trek-Jünger wohlige Schauer über den Rücken jagen – die Ergebnisse sind thematisch breit gefächert und können sich sehen lassen. Und dabei sind diese noch nicht mal auf IT-relevante Themenfelder beschränkt, was ja nach dem Verständnis des geneigten Betrachters nahe liegen würde. So versuchte erst unlängst Island – nach der Bankenkrise ganz von basisdemokratischem Geist durchdrungen – per Crowdsourcing einen neuen Verfassungsentwurf durchzubringen. Dass dies vorerst gescheitert ist, kann man nicht der Methode Crowdsourcing anlasten. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Dass der Vielfalt der Einsatzgebiete kaum Grenzen gesetzt sind zeigt auch ein Beispiel, bei dem sich entscheidungsschwache Eltern neuerdings mit Hilfe von Crowdsourcing bei der Namensgebung ihres Nachwuchses auf die Sprünge helfen lassen können. Somit scheint bewiesen: Crowdsourcing ist die eierlegende Wollmilchsau der Generation 2.0 und eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Ach ja, da waren doch noch die Sternenvölker: Auch Star Wars Episode IV wurde in einem Crowdsourcing-Projekt der besonderen Art nochmal ganz neu in Szene gesetzt. Unterteilt in 15 Sekunden lange Segmente gingen Fans daran, diese ganz individuell zuhause neu zu verfilmen, zu animieren oder auf sonstige Weise nachzustellen. Das Ergebnis: ein Emmy Award und irgendwas zwischen Kunstprojekt und Impro-Theater. Ohne die kollektive Mithilfe zahlreicher Fans und Enthusiasten wäre diese Neuinszenierung sicher nicht möglich gewesen. So tun sich für die Zukunft ungeahnte Dimensionen auf und wie es scheint, ist Widerstand zwecklos.
Freitag, 15. März 2013
Schrei vor Glück! Oder: Der ... Geschrieben von Denise Holst-Pieper
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09:54
Kommentare (0) Trackbacks (0) Schrei vor Glück! Oder: Der verfrühte Aprilscherz![]() Quelle: Zalando Zalando ist der Durchstarter der letzten Jahre. Vom kleinen 3-Personen-Unternehmen haben sie sich zu einem Großunternehmen gemausert. Immer das Ziel vor Augen, möglichst viele Frauen möglichst glücklich zu machen. Und mal ehrlich... wer kann schon ohne Schuhe und ohne Klamotten leben? Hier wandelt sich die moderne Frau wieder in die Steinzeitversion des Typus Mensch zurück: Jägerin und Sammlerin. Wir haben es einfach akzeptiert und Zalando hat sich unser angenommen. Danke! Zalando geht aber noch einen Schritt weiter - nicht, dass wir online, egal wo wir sind, unser Liebstes bestellen können. Nein! Endlich ist die Erfindung, auf die Millionen von Frauen gewartet haben, da. Zu oft ist es uns schon so ergangen: Man sieht eine andere Frau in einem tollen Outfit und man will es. Am liebsten genau das und kein Anderes. Diesem, unserem tiefen, inneren Bedürfnis hat sich nun Zalando angenommen. Mit dem Zalando Fashion-Car sind sie ganz am Puls der Zeit: Ab jetzt können wir beim Autofahren das Outfit fremder Passanten filmen und es gleich an Ort und Stelle anprobieren. Auf dem Genfer Autosalon präsentierte der Modeversandhändler seine Version des "Mobile Commerce": Ich bin begeistert. Darauf haben wir Frauen schon lange gewartet! Danke Zalando. Danke, dass es euch gibt!! Montag, 4. März 2013
Weltgeschichte in 140 Zeichen Geschrieben von Markus Schmid
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09:44
Kommentare (0) Trackbacks (0) Weltgeschichte in 140 ZeichenBoris Becker gibt Beziehungstipps, kommentiert Schwangerschaften, philosophiert über den Nachnamen seiner Ex-Frau: Dass über Twitter jede Menge Banalitäten verbreitet werden, die die Welt nicht braucht, ist hinlänglich bekannt, nicht zu ändern und man muss es wohl einfach irgendwie aushalten. Dabei muss der Nachrichtendienst nicht zwangsläufig banal sein. Das zeigt https://twitter.com/RealTimeWWII, eines der interessantesten und spannendsten Twitter-Projekte derzeit. In 140 Zeichen wird dort der Zweite Weltkrieg nacherzählt, so wie er vor 72 Jahren passierte, jeden Tag, sechs Jahre lang.
Hinter dem Projekt steht der Oxford-Absolvent Alwyn Collinson, der zehn bis zwölf Tweets pro Tag verschickt. Dabei stützt er sich nicht nur auf Fakten, sondern verwendet vor allem auch Details und Schicksale, die nicht in Geschichtsbüchern zu finden sind. Und genau diese Kombination aus Chronologie und Einzelschicksalen ist es, die das Projekt so faszinierend macht. Knapp 275.000 Follower hat Collinson derzeit, andere Twitterer übersetzen seine Tweets mittlerweile in alle möglichen Sprachen. In der Zeitrechnung von RealTimeWWII ist heute übrigens der 4. März 1941. Viereinhalb Jahre hat Collinson also noch vor sich. Bleibt ihm nur zu wünschen, dass er bis zum Ende durchhält. Freitag, 1. März 2013
Und täglich grüßt der Shitstorm Geschrieben von Anna Czingon
in PR und Kommunikation um
11:54
Kommentare (0) Trackbacks (0) Und täglich grüßt der ShitstormEs vergeht inzwischen kaum ein Tag an dem kein neuer Shitstorm in der Medienlandschaft hohe Wellen schlägt. Letztes prominentes Opfer eines Shitstorms war Deutschlands größter Etailer Amazon. Ausgelöst wurde der Shitstorm rund um Amazon durch einen ARD-Beitrag, der die miserable Behandlung von Leiharbeitern im Weihnachtsgeschäft aufdeckte. ![]() Quelle: Aah-Yeah via Flickr unter CC-Lizenz BY-SA 2.0. Laut Eintrag im Duden handelt es sich bei einem Shitstorm um einen „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht.“ Das Phänomen der öffentlichen Empörung tauchte vor einigen Jahren mit der Verbreitung sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Xing erstmalig auf. Die Anlässe für einen Sturm der Kritik im Web sind vielfältig und reichen von Problemen der Kunden mit dem Service eines Unternehmens über Preiserhöhungen bis hin zu Menschenrechtsskandalen. Die Shitstorms an sich folgen allerdings meist einem klassischen Muster. Bei Shitstorms, die über Unternehmen hereinbrechen, läuft es oft wie folgt ab: Unternehmen macht Fehler, Fehler wird aufgedeckt, Medien greifen das Thema auf, die Öffentlichkeit schaltet sich ein, die Facebook-Seite des Unternehmens wird zum zentralen Anlaufpunkt für öffentliche Kritik, Unternehmen stehen den Empörungswellen im Netz meist hilflos gegenüber und harren so lange aus bis der Shitstorm vorüberzieht.
Ob die Strategie vieler Unternehmen, nämlich in Krisenfällen im Social Web im Wesentlichen auf Tauchstation zu gehen, am Ende aufgeht, bleibt zu bezweifeln. Ursächlich für diese Duck-Taktik sind hauptsächlich eine konservative Einstellung zu Social Media sowie fehlende Ressourcen in diesem Bereich. Viele Unternehmen sind strukturell und personell schlichtweg nicht auf einen Shitstorm vorbereitet. Allerdings sind Unternehmen hier ein Stück weit gefordert, denn wenn man für die Social-Media-Präsenz keine festen Mitarbeiter einplant, die sich um die jeweiligen Kanäle kümmern, dann schlägt sich das negativ nieder. So kommt die Vernachlässigung der Social-Media-Seiten unter anderem in der Reaktionsgeschwindigkeit auf relevante Kommentare, zu tragen. Da sich Kritik in sozialen Netzwerken sehr schnell verbreitet, sollten große Konzerne in der Lage sein entsprechend schnell zu reagieren. Shitstorms sind ein guter Indikator dafür wie gut Unternehmen im Social Web aufgestellt sind, beziehungsweise welche Einstellung sie dazu haben. Lautet die Devise, dass es bei Facebook, Twitter und Co in erster Linie darum geht, Informationen zu verbreiten und die Firma in besonders gutem Licht zu präsentieren, dann lässt man die Kritik an sich abprallen und hofft, dass der Sturm der Empörung schnell an einem vorüberzieht. Versteht man Social Media als Möglichkeit mit den Kunden in Kontakt zu treten, dann nimmt man sich der Kritik aktiv an und macht den Dialog mit den Nutzern bei Facebook zum zentralen Bestanteil der Kommunikation. Shitstorms zeigen daher ganz explizit: Die einseitige Verbreitung von Informationen im Social Web ist ein Auslaufmodell! Donnerstag, 14. Februar 2013
"Craving" for Germany Geschrieben von Romana Redtenbacher
in PR und Kommunikation um
12:20
Kommentare (0) Trackbacks (0) "Craving" for GermanyAls Juniorberater lernt man ja bekanntlich nie aus. Man hört von allen möglichen Regeln und Abläufen, die es zu beachten gilt – eine davon ist etwa, dass die PR auf das jeweilige Zielland zugeschnitten sein sollte. Ein schönes aktuelles Beispiel hierfür liefert ausgerechnet die ansonsten so internationale Musikbranche. Die österreichische Sängerin Saint Lu tritt heute Abend beim deutschen Vorausscheid für den Eurovision Song Contest an. Chancen auf einen Sieg: Wenig. Aber das macht nichts, denn es werden zig mal so viele Menschen zuschauen wie beim österreichischen Vorentscheid morgen Abend im ORF. Den sie aufgrund ihres bereits vorhandenen Bekanntheitsgrades in der Heimat gegen die vergleichsweise unbekannten Kandidaten die dort zur Wahl stehen, locker gewinnen könnte. Daher ist es nur einleuchtend, dass Luise Gruber (so Saint Lus bürgerlicher Name) nun seit einigen Jahren ihre Homebase in Berlin hat und sich ihren schmucken Künstlernamen zugelegt hat. Denn zugegeben, als Luise Gruber reicht es höchstens für eine Karriere bis zum Claudia-Koreck-Äquator*. Ganz Deutschland so einzunehmen klappt dann noch am ehesten, wenn man es als Kabarettistin versucht. Mit dem Bekenntnis, nicht für Österreich, sondern für Deutschland beim Grand Prix Eurovision de la Chanson antreten zu wollen (sofern das Publikum sie lässt), zeigt die nunmehrige Saint Lu, wie verbunden sie mit ihrer "neuen Heimat" ist. Für dieses Ziel war sie in den letzten Tagen und Wochen quer durch die ganze Republik unterwegs, um in den diversen TV- und Radiosendern ihren Song "Craving" vorzustellen. In Österreich dagegen läuft dein Song einmal bei Ö3 und ist ab dann ein Selbstläufer. Am Ende des Tages wird sich auch hier wieder zeigen: Sich in erster Linie auf Deutschland zu fokussieren, funktioniert. Saint Lu wird zwar nicht das Voting gewinnen - sie glaubt ja offensichtlich nicht mal selber daran, da für die kommende April-Tour keine besonders großen Venues gebucht worden sind** - aber durch den Auftritt in der ARD definitiv neue Anhänger finden. Die sie in allen Teilen der Republik sehen wollen und ihre Platten kaufen werden. Und damit schließt sich dann auch der Kreis: Mit dem Erfolg in Deutschland wird er auch anderswo kommen (bzw. noch größer werden). Ich wünsche Ihr auf ihrem Weg nur das Beste. * Nicht falsch verstehen – bin Fan. **Saint Lu tritt am 11.4. im Orangehouse im Feierwerk auf. Über die Autorin: Romana Redtenbacher ist ein "early Adopter" in Sachen Saint Lu, der bereits Fan war, als sie noch Luise Gruber hieß. Montag, 21. Januar 2013
Scheck lass nach Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
13:45
Kommentare (0) Trackbacks (0) Scheck lass nachHeute, zum Beginn der neuen Woche, greifen wir mal tief in die Mottenkiste der PR-Arbeit. Tief unten, neben dem Journalistenrabatt und dem Rundfax, finden wir den Riesenscheck. Er ist mindestens 1,20 m lang und wird ausgestellt für Spendenbeträge ab 250 Euro, in der Regel von mittelständischen Unternehmen, Sparkassen, Raiffeisenbanken, Autohäusern und Metzgereien. In Wirklichkeit wird das Geld natürlich überwiesen oder dezent in einem Umschlag übergeben, der Riesenscheck dient dazu, dass die regionale Presse etwas zum Fotografieren hat. "Tue Gutes und rede darüber" ist natürlich ein Basismotto der PR, es heißt heute Charity und funktioniert weltweit sehr gut ohne hochgehaltenen Riesenscheck (schon mal Bill Gates mit Riesenscheck gesehen?). Daher verehrte mittelständische Unternehmen, Sparkassen, Raiffeisenbanken, Autohäuser und Metzgereien: Der Riesenscheck ist outdated, das erinnert an Glücksrad, Zauberwürfel, weiße Tennissocken oder In-und-Out-Listen. Der Scheck ja schon im normalen Zahlungsverkehr ein Auslaufmodell und erst recht als Symbol für "viel Geld". Was denkt wohl der Kunde des Facebook-, Twitter-, Youtube-, Always-Online- und Tablet-Zeitalters über ein Unternehmen, das ihm fröhlich einen Riesenscheck entgegenstreckt? Man muss doch nicht ausgerechnet eine Geldspende zum Anlass nehmen, sich als verstaubt und einfallslos zu präsentieren. Und liebe lokale Presseorgane: Diese Fotos der Übergaben von Riesenschecks sind mittlerweile auch von zweifelhaftem Nachrichtenwert, auch wenn sich das Autohaus mit einer Anzeige revanchiert. Erst recht in Zeiten der Medienkrise.
Ok, wenn das angekommen ist, muss ich allerdings wieder ein Stück zurückrudern: Die modernen Instrumente der PR-Arbeit sind nämlich auch nicht immer das Gelbe vom Ei, wie das folgende Beispiel eines Unternehmensvideos auf Youtube zeigt. Da ziehe ich dann doch den Riesenscheck vor.
Freitag, 18. Januar 2013
Think before you talk Geschrieben von Alain Blaes
in PR und Kommunikation um
13:00
Kommentare (0) Trackbacks (0) Think before you talkEin Musterbeispiel, wie man PR nicht machen sollte, ist in der US-Presse zu verfolgen. John Mackey ist Gründer und CEO von Whole Foods, einer mehr oder weniger Öko-orientierten Supermarktkette, und wettert gegen Obamacare, weil das neue Gesetz ihn zwingt, Krankenversicherungsbeiträge für seine Mitarbeiter zu zahlen. Das ärgert ihn so sehr, dass er Obamacare mit Fascismus gleichsetzt. Das darf er natürlich (first Amendment). Vergessen hat er in seiner Erregung aber wohl seine Gesundheits-affine Kundschaft, die aus dem linken und liberalen Milieu stammt und Obamacare immer unterstützt hat. Diese Kundschaft hat schon 2009 zum Whole-Foods-Boykott aufgerufen, nachdem Mackey Obamacare etwas milder mit Sozialismus verglich – und tut es auch jetzt wieder, allerdings mit noch mehr Nachdruck. Jetzt rudert, wen wundert‘s, Veganer Mackey zurück und bedauert seine Aussage. Dass die nicht so gut ankommt, hätte man ihm auch vorher sagen können. Ein Poster resümiert es ganz gut: "One thing this man proves, eating healthful foods doesn't make you smarter." Dienstag, 8. Januar 2013
Großartige Vorschläge – ... Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
11:50
Kommentare (0) Trackbacks (0) Großartige Vorschläge – unschätzbar!Ich war einige Wochen nicht mehr bei Twitter gewesen. Zuerst weil … nein, dafür muss ich mich nicht entschuldigen. Oder doch? Twitter selbst war offenbar ein wenig eingeschnappt, denn als ich nun mal wieder vorbeischaute, kam gleich ein E-Mail:
Ausrufezeichen. Dass uns das nicht noch einmal vorkommt. Und Hinweise, wie ich mich bessern könnte:
Eine Timeline, die mich reflektiert! Als unschätzbarer (gemeint ist vermutlich: unverzichtbarer) Teil meines Lebens! Also so in der Art: Wer bin ich? Warum bin ich? Und Twitter schickt mir auch gleich unschätzbare Vorschläge, wie ich mehr Accounts folgen kann:
Stefan Plöchinger, Chef von sz.de, hat was mit dem zu tun, was ich mache, also meinetwegen, dem kann man followen, und Richard Gutjahr, "Journalist und Blogger", das geht auch in Ordnung. Aber warum um Himmels willen Paris Hilton? Für eine Timeline, die mich und meine Interessen reflektiert? Unschätzbarer Teil meines Lebens? Echt? Wer bin ich eigentlich? Und warum? Und Twitter hat weitere großartige Vorschläge für mich - noch großartiger? Noch unschätzbarer? Freitag, 4. Januar 2013
Was ist Trend in 2013? Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
11:14
Kommentare (0) Trackbacks (0) Was ist Trend in 2013?Das Jahr 2013 begann mit einer faustdicken Überraschung, und alle, die damit gerechnet haben, das Jahr 2013 würde das "Jahr der wiederaufladbaren Druckerpatrone" werden, müssen sich nun eines Besseren belehren lassen: 2013 – das Jahr der Cloud. Die IT-Welt setzt damit eine schöne Tradition fort, denn gerade mal ein Jahr zuvor hatte man vernommen: "2012 (sei) das Jahr der Cloud, betont indes Oliver Krizek, seines Zeichens CEO der Navax-Unternehmensgruppe." Da drehen wir die Uhr gern noch einmal um ein Jahr zurück, "denn 2011 war definitiv auch das Jahr der Cloud." Das war definitiv 2011. Aber einige waren unserer Zeit noch weiter voraus: "Für uns war 2010 das Jahr der Cloud, das nur noch durch das Jahr 2011 getoppt werden kann." Und so kam es dann ja auch. 2010 war in Sachen Cloud Computing ohnehin ein sehr interessantes Jahr gewesen, denn es war "Das Jahr der Public Cloud". Andererseits "war 2010 das Jahr der Cloud-Diskussion, so gilt 2011 als das Jahr der Cloud-Aktivitäten“, so Dr. Ajei Gopal, Executive Vice President Products and Technology Group bei CA Technologies". Einige, die sich auf das Thema spezialisiert hatten, hatten mit dieser Entwicklung freilich schon früher gerechnet: "Laut IT-Spezialisten soll 2009 das Jahr der Cloud-Systeme werden". Das war insbesondere so in den USA, wo die IT ja immer die Nase vorn hat: "2009 Was the Year of Cloud Computing". Und sogar das ließ sich noch toppen: "The Cloud has changed the technology game – some may even label 2008 as the ‘Year of Cloud Computing.’"
Alles falsch. "2013: Das Jahr des Kometen". Gemeint ist der Komet C/2012 51 Ison, der in der zweiten Jahreshälfte so hell wie der Vollmond strahlen soll. Und dieser Trend ist definitiv. Dienstag, 20. November 2012
Von Twitter verlassen Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
19:30
Kommentar (1) Trackbacks (0) Von Twitter verlassenLetzte Woche war Stromausfall in München. Da unser Büro in der Strom-Zone lag, war das Hauptproblem: wie hinkommen? Denn U- und S-Bahnen waren weitgehend ausgefallen, und die stromlosen Ampeln sorgten für Stillstand im Straßenverkehr. Man hätte annehmen sollen, dass nun die Stunde der "Informationsgesellschaft" geschlagen hätte, die den Münchner durchs Chaos leiten würde. Weit gefehlt! 1. Der Versuch von unterwegs via Smartphone bei den Münchner Verkehrsbetrieben Auskunft zu erhalten, scheiterte schon im Ansatz: Server nicht verfügbar – woraus zu schließen war, dass die MVV-Server in der No-Strom-Zone standen und der MVV-Notstromdiesel nicht angesprungen war. Auch gut. Wozu haben wir unsere Medien? 2. Im Bayerischen Rundfunk, der einen Extra-Kanal für aktuelle Meldungen unterhält, war im Viertelstundentakt zu vernehmen, dass in München (Überraschung!!) Stromausfall herrsche, und dass zahlreiche U-Bahnlinien und die S-Bahn ausgefallen seien. Und dass nach der Ursache geforscht werde. Während BR5 sonst Staus auf jedem Autobahnteilstück bespricht, hält man es nicht der Mühe wert mitzuteilen, welche U-Linien nicht fahren. 3. Nicht anders die Online-Ausgaben der lokalen Zeitungen. Also nirgends Infos, die dem Reisenden konkret weiterhelfen würden. Dafür konnte man die Wartezeit mit dem Münchner Merkur verbringen bei einer Online-Spontandiskussion unter den Lesern, ob am Stromausfall die "Energiewende" schuld sei oder überhaupt nicht. Das musste jedenfalls mal gesagt werden, und warum dann nicht gleich heute? Nun haben wir in den vergangenen Jahren ja gelernt, dass die herkömmlichen Medien ohnehin so eine Art Auslaufmodell seien, weil der Netzbürger sich via Social Media austausche, also weder auf Holz- noch auf Gebührenmedien angewiesen sei. Also schnell zu Twitter! 4. Und hier zuerst zum MVV. Ob ich den echten, den wahren MVV-Twitter-Account gefunden habe, weiß ich nicht, offiziell sieht er aber schon aus – und es ist der, den ich in der Stunde der Not nun mal gefunden habe:
Das passt aber gut zu den Stadtwerken, die es als Strom(nicht)anbieter fertiggebracht haben, an diesem Vormittag ganze zwei (in Worten 2!) Tweets aufzusetzen. Was sagen uns die Medien via Twitter:
Und was sagt der vernetzte Bürger selber:
Und nun alle im Chor: ja – ES IST STROMAUSFALL! Aber eben das wissen schon alle. Und ob die U1, die U3 oder die U6 betroffen ist, und wo und wie lange? Also Ross und Reiter … kollektive Fehlanzeige. Mit Ruhm benetzt hat sich die Twitter-Gemeinde wirklich nicht. Sie käut offenbar am liebsten die Meldungen der offiziellen Medien wieder, angereichert um ein paar humoristische Einlagen in der Art von "Huch, mein Fön geht nicht!"
5. Aber natürlich ist nicht alles schlecht. Stunden später hab' ich entdeckt, was ich morgens vergeblich gesucht hatte: nützliche Infos auf Twitter! Den goldenen Ibrahimovic der Twitter-Kommunikation teilen sich, stellvertretend für wenige, Michael H-prohecking (@ollisoaho) und Wolfgang Gross (@woxl) für diese konstruktiven Tweets:
Ja, so muss Kommunikation! Müsste. Den Trostpreis – den kleinen Heribert Prantl aus Blech – kriegt meine Hauszeitung, die SZ, für ihr völlig abgefahrenes Foto zum Stromausfall (wenn man genau hinschaut, sieht man, dass die kleine, rote S-Bahn im Vordergrund nicht fährt):
Verstörender Nachtrag: "Der Online-Kurznachrichtendienst erweist sich als beste Informationsquelle. Lange bevor sich die Stadtwerke dort zu Wort melden, informieren die Münchner sich gegenseitig per Twitter über den Zustand in ihren Stadtteilen." So berichtet das Hamburger Abendblatt: Stromausfall in München – Licht aus, Twitter an. Wartet nur, ihr Hamburger, wenn demnächst der Strom bei euch ausfällt!
Montag, 13. Februar 2012
1000 PR-Tipps: Ein erster Satz zur CeBIT Geschrieben von Rainer Doh
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14:27
Kommentare (0) Trackbacks (0) 1000 PR-Tipps: Ein erster Satz zur CeBITDer Februar steht in der IT traditionell bereits im Schatten der CeBIT. Jetzt ist die Zeit, in der überall in Unternehmen und Agenturen an den CeBIT-Pressemitteilungen geschrieben wird. Und immer wieder stellt sich dabei die Frage: Wie beginnt man einen Text, der etwas ankündigt, das wie Weihnachten und Murmeltiertag mit solider Regelmäßigkeit wiederkehrt, so anregend, interessant und aufmerksamkeitsheischend, dass der Leser gar nicht anders kann als weiterzulesen. Eine gute Idee ist es, zunächst einmal ganz grundsätzlich Stellung zu nehmen und allen, die es vielleicht nicht mitbekommen haben, zu erklären, worum es sich bei CeBIT überhaupt handelt. Also zum Beispiel so: • "Die CeBIT ist die wichtigste IT-Messe weltweit." • "Die Cebit ist die wichtigste ICT-Messe der Welt." • "Die CeBIT ist die wichtigste Kongress-Messe der ITK-Branche." • "Die CeBIT ist die wichtigste internationale Messe der Digitalbranche." • "Die CeBIT ist die wichtigste globale Plattform für die ICT-Industrie." • "Die CeBIT ist die wichtigste deutsche Messe für die Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche." • "Die Cebit ist die wichtigste Computer-Messe der Welt." • "Die CeBIT ist die wichtigste Entscheidermesse für den gesamten ITK-Markt." • "Die CeBIT ist das weltweit wichtigste Ereignis der digitalen Industrie." • "Die CeBIT ist die wichtigste Veranstaltung der internationalen ICT-Branche." • "Die CeBIT ist das weltweit wichtigste und internationalste Ereignis der digitalen Industrie." Das Schönste dabei: Alle diese Startsätze sind voll recycelbar – sie lassen sich ohne weiteres Customizing auch 2013 verwenden. (Wer herausfindet, welche dieser Startsätze nicht von 2012 sind, der bekommt von mir gratis und ohne Rechtsanspruch den weltweitest unverbrauchtesten Startsatz) Dienstag, 22. November 2011
Offener Brief an Wikipedia Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
18:20
Kommentar (1) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: nervensägen, wikipedia
Offener Brief an Wikipedia
Sehr geehrter Herr Wales, liebe Wikipedia, allmählich reicht es. Ja, wir alle haben nun den "persönlichen Aufruf von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales" gelesen und nun ist's auch wieder gut. Ja? Nun nehmt ihr das Bild, das man leider nicht herauseditieren kann, wieder vom Server. Danke. Eure Fans
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Nicht weitzudenken Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
10:19
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: spam
Nicht weitzudenkenEs war eine schöne Zeit. Für ein paar Wochen war mein E-Mail-Account so gut wie frei von Spam. Nun, "zum Allerheiligen", schwappen auf einmal wieder wunderbare, einmalige Angebote herein. Diesmal ist es nicht Software, garantiert preiswert, sondern hochwertiges Zubehör. Ich soll Armbanduhren kaufen, "Limit 2 Stück pro Bestellung". Ich kann nur mutmaßen, wie ich zu diesem Vergnügen komme: Es könnte mit einem dieser Whitepapers zusammenhängen, die man nur bekommt, wenn man eine E-Mail-Adresse hinterlässt. Eine ganz, ganz originelle Idee von Unternehmen, um die Adressen von potentiellen Interessenten abzugreifen. Normalerweise führt das dazu, dass man sofort die Finger spreizt und lieber auf die betreffenden Informationen verzichtet – oder irgendwelchen Unsinn in die *Pflichtfelder eintippt. Die ganz schlauen Whitepaper-Herausgeber aber bieten dann keine Webseite, sondern schicken ihre Infos nur an eine E-Mail-Adresse. Eine Unsitte, die ich hiermit öffentlich gegeißelt habe. Den Betreffenden wünsche ich zum Allerheiligen einen Sack voll hochwertiges Zubehoer als nicht weitzudenkenden Teil ihres festlichen Images. Limit 2 Stück.
Montag, 17. Oktober 2011
A-Tilde und ein Viertel Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
17:41
Kommentare (0) Trackbacks (0) A-Tilde und ein ViertelEs ist einerseits ein Gruß aus längst vergangenen Zeiten, diese Meldung, die mir Google-News auf den Tisch gespült hat. Ach, dieses Problem gibt es auch noch? Andererseits ist das nur gerecht, wenn man unbelehrbar ® in einer Pressemitteilung schreibt – und dann auch noch in einer Überschrift. So geht es wirklich nicht. Zur Strafe: Zehn Mal laut vorlesen, aber buchstabengetreu!
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