Donnerstag, 16. Mai 2013Home, Smart Home „Schaaatz, wir haben einen Hacker in der Dusche!“ Welch gruselige Vorstellung! Was wie eine Version der berühmten Szene aus Hitchcocks Psycho scheint, könnte – zumindest im übertragenen Sinne – bald Realität werden. Hintergrund ist die immer stärkere Vernetzung unseres Zuhauses im Zuge der Etablierung von Smart Grids – intelligenten Stromnetzen. Im Prinzip kein schlechter Gedanke: Clevere Stromzähler (Smart Meter) und Haushaltsgeräte die mittels Datenleitungen untereinander, mit Energieversorgern und anderen Haushalten kommunizieren, sollen für eine effizientere Energienutzung sorgen. So startet die Waschmaschine oder heizt der Boiler dann wenn Solarzellen oder Windräder gerade viel Strom produzieren oder zu Tageszeiten mit allgemein niedrigerem Stromverbrauch (z.B. Nachts). So weit, so gut.
Allerdings hat die Sache einen Haken, genauer zwei: Immer dann wenn Daten erhoben und gesammelt werden, stellt sich die Frage des Datenschutzes und es besteht das Risiko des Informationsmissbrauchs. Okay, dass der Angestellte der Stadtwerke erfährt, dass ich gerne extraheiß dusche und exzessiv meine Mikrowelle nutze finde ich nun nicht so beunruhigend. Viel mehr macht mir Angst, dass potenziell auch Hacker auf ein solches smartes Versorgernetz zugreifen können. Natürlich wird die Spülmaschine ihm keine sensiblen Bankdaten verraten (außer man nimmt Geldwäsche wörtlich) aber Möglichkeiten, Schäden oder zumindest Ärger zu verursachen, gibt es dennoch genügend. Morgens im Bad eiskalt überrascht zu werden, weil Cyber-Angreifer die Warmwasserversorgung unterbrochen haben, ist noch eines der harmlosen Szenarien. Kaum vorstellbar die Auswirkungen, sollte das Stromnetz einer ganzen Stadt Ziel der Hacker-Attacke werden. Gegen die Risiken von Smart Grids gibt es verschiedene Schutzmaßnahmen – leider, wie oft in der allgemeinen Euphorie angesichts der immensen Möglichkeiten die eine neue Technologie bietet, ging Kritik bislang unter – aber es besteht Hoffnung: Neben Forschern wie Ulrich Greveler, der sich bereits seit einigen Jahren dem Thema widmet, befindet es sich nun auch auf dem politischen Radarschirm: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, arbeitet an einem Schutzprofil für Smart Meter, die bald in jedem Haus Pflicht sein sollen. Bis es soweit ist, lautet für uns Verbraucher die Devise: Tür zu und der letzte macht das Licht aus.
Passend dazu ein aktuelles Video mit unserem Kunden Cyber-Ark zum Thema "IT-Sicherheit in Industrieanlagen"
Montag, 22. April 2013
Datenschutz – Eine kleine ... Geschrieben von Nicole Auburger
in Datenschutz um
11:51
Kommentare (0) Trackbacks (0) Datenschutz – Eine kleine Märchenstunde
Das Internet als sicher und friedlich? Wohl kaum: Polizei und Geheimdienste wollen mittels eines neuen Bestandsdaten-Gesetzes vollen Zugriff auf Bankkonten, Email-Accounts, private Nachrichten in sozialen Netzwerken und persönliche Daten von Smartphones - und sie kommen diesem Ziel immer näher. Auch große soziale Netzwerke kämpfen um die Vorherrschaft auf dem Markt, der Gewinner bekommt - ja richtig - unsere privaten Daten. Von uns selbst eingegeben und bestätigt. Der Laie kennt sich schon lange nicht mehr aus in Punkto Datensicherheit – welches Programm erhebt welche Daten und wozu? Welche Informationen muss ich denn vor wem genau geheim halten? Können Straftäter wirklich mittels eines neuen Bestandsdatengesetzes schneller überführt werden oder werden wir unter diesem Deckmantel alle endgültig zum gläsernen Bürger? Schon jetzt ist die Lage schwer einzuschätzen, denn unterschiedliche Länder sehen unterschiedliche Daten als schützenswert an. Je nachdem wo sich der Hauptsitz eines Unternehmens befindet, gelten andere Richtlinien. Ein Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland darf die zur Verfügung stehenden Daten nicht so umfangreich nutzen wie beispielsweise ein Unternehmen in den USA. Und bei all den kursierenden Apps, die wir uns auf unsere technischen Spielzeuge laden, überprüfen wir zumeist weder in welchem Land das zugehörige Unternehmen sitzt, noch was diese Anwendungen nebenbei noch so alles an Informationen über uns herausfiltern. Soziale Netzwerke, die uns dabei helfen uns mit Freunden, Arbeitskollegen und Kommilitonen zu vernetzen, entpuppen sich als Datensammler, die nur darauf aus sind unsere privaten Informationen möglichst gewinnbringend zu verkaufen - ganz legal versteht sich, immerhin geben wir die Daten freiwillig und voller Enthusiasmus preis. Die Verantwortung für die Daten liegt beim Nutzer. Doch wer macht sich schon die Mühe im heutigen Datenschutz-Wald nach dem bösen Wolf Ausschau zu halten? Der Jäger wird schon rechtzeitig kommen und uns vor dem Wolf retten – nicht auszudenken was passiert wenn er daneben schießt, deshalb schnell zu einem anderen Märchen: Hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen wartet schon das nächste, diesmal aber WIRKLICH verbesserte Datenschutzgesetz, das unsere Daten vor der bösen Stiefmutter beschützt – ob es auch bei vergifteten Äpfeln hilft in die wir freiwillig hinein beißen?
Mittwoch, 21. März 2012
Nichts als die Wahrheit Geschrieben von Rainer Doh
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13:05
Kommentar (1) Trackbacks (0) Nichts als die WahrheitIm Web wird offenbar gelogen, dass sich die Balken biegen:
Bitkom-Chef Prof. Dieter Kempf sagt warum: "Falschangaben sind eine typische Abwehrreaktion auf zu umfangreiche Datenabfragen im Internet. Wer mehr wissen will, als aus Nutzersicht notwendig ist, erzeugt Datenmüll." Jeder dritte Internetnutzer - ist das viel oder wenig? Fast ist man geneigt zu fragen: Nur? Nur 13% schwindeln in Soizalen Netzen? Nur 5% in Partnerbörsen? Aber: Können diese Zahlen stimmen? Wurden die 1000 Internetnutzer etwa per Internet befragt? Wie viel Prozent schwindeln eigentlich bei solchen Umfragen?
Dienstag, 15. November 2011
Alles auf Wallander Geschrieben von Rainer Doh
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15:32
Kommentare (0) Trackbacks (0) Alles auf WallanderRechenzentren produzieren bekanntlich viel Wärme, die niemand haben will und die deshalb aufwändig und teuer abgeführt werden muss. Eine Analyse von Dell ergab, dass rund 40 Prozent des Energiebedarfs eines Rechenzentrums für die Klimatisierung der Anlagen aufgewendet werden muss. Der Gedanke ist daher naheliegend, diesen Aufwand dadurch zu reduzieren, dass man ein Rechenzentrum dort aufstellt, wo es ohnehin kalt ist, wo man also nur die Fenster weit aufmachen muss. ![]() Relativ warm: Sommertag in Luleå (Quelle: Kjell-Arne Johansson, Municipality of Luleå) Kaum ist die Sache offiziell, da kündigt sich, wie nun die SZ berichtet, schon Ärger an.
Wie bitte? Haben wir nicht die letzten Monate immer wieder gehört, man dürfe auf Grund von strengen europäischen Datenschutzbestimmungen personenbezogene Daten keinesfalls nach Amerika auslagern, sondern müsse sie unbedingt innerhalb der EU lassen? So zum Beispiel im Handelsblatt:
Nur zur Erinnerung: Schweden hat keinen Euro, gehört aber zur EU, und zwar bis hinauf nach Luleå. Und jetzt? Diskussion wieder auf Anfang? Oder die Rechenzentren doch nach ...? Wallander, übernehmen Sie. Dienstag, 26. April 2011
Ein kleines Dankeschön auf 48° 8' ... Geschrieben von Rainer Doh
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11:05
Kommentar (1) Trackbacks (0) Ein kleines Dankeschön auf 48° 8' 27" N, 11° 33' 18" OOstersonntag: Zwischen Schokoladeneiern und Zuckerhasen fand ich auf meinem Frühstückstisch, schwarz glänzend und mit einer roten Schleife drum herum, einen iPad. Ein Geschenk! Was für eine Freude! Und für einen Moment war es, als wären Weihnachten und Ostern zusammengefallen.
Bei näherem Hinschauen zeigte sich jedoch, es war gar kein echter iPad, sondern nur ein gut gemachter Werbeflyer der TARGOBANK (vermutlich ein Kunstwort aus Target und Bingo). Auf einem aufgedruckten Zettel stand: "TARGOBANK Depot eröffnen und 500-EUR-Wertgutschein¹ sichern – z.B. für einen Tablet-PC" – als kleines "Dankeschön" der Targo-Bank. Ein Depot ist natürlich schnell eröffnet und warum sollte ein mir nahestehender Bundesschatzbrief nicht mal eine neue Heimat finden … da wären allerdings noch zwei Fußnoten zu beachten – 1. "Kauf von Investmentfonds (mit einem Ausgabeaufschlag ab 2,5 %) im Gesamtwert von mindestens 25.000² EUR." 2. "Zzgl. Vertriebsfolgeprovision". Jetzt, da der Osterfrieden ohnehin schon gestört war, zog ich meinen alten Taschenrechner zu Rate: 25.000 x 2,5% macht 625. Ein astreiner Deal also: 625 Euro zahlen (mindestens wg. "zzgl. Vertriebsfolgeprovision") und 500 Euro als Dankeschön der Bingo-Bank. Und dann hat man noch die Fonds an der Backe. Bitteschön! Gern gescheh'n! Marketingstrategen scheinen davon auszugehen, dass das Publikum große rosarote Augen bekommt, wenn nur mal das Wort "iPad" durchs Zimmer getragen wird. Das könnte sich eventuell ändern, denn mitten hinein in die Dankeschön-Offensive der Targo-Bank platzte die Süddeutsche Zeitung auf der ersten Seite der Osterausgabe mit diesem Titel:
Bevor nun jemand besserwisserisch verkündet: "haben wir uns doch gleich gedacht", wollen wir schon noch bei der Meldung als solcher bleiben und uns fragen, warum die SZ, ausgerechnet an Ostern – auch ein Fest der Liebe – sich hier für Fremdgeher und Ehebrecher in die Bresche schlägt. Da möchte man doch gleich wissen, an welchen Längen- und Breitengraden sich eigentlich Alasdair Allan und Pete Warden und auch dieser Helmut Martin-Jung, der das auf die 1. Seite geschoben hat, wieder herumgetrieben haben. Wissen die nicht, dass dubiose Beziehungen für Apple-Kunden laut allgemeinen Geschäftsbedingungen ohnehin untersagt sind? Ja, liebe Nutzer, ruhig mal im Kleingedruckten im Abschnitt "richtiges Verhalten der Kunden" nachlesen. Schlussfrage: Warum aber drängt uns die Bingo-Bank ein iPad auf? Zur Vorbereitung der nächsten Bankkrise? Damit niemand sagen kann, er wäre nicht dabei gewesen? Dienstag, 25. Januar 2011
Cloud: Vom Wunschdenken zur Realität Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Technologie und Märkte um
22:00
Kommentare (0) Trackbacks (0) Cloud: Vom Wunschdenken zur Realität"Ein Rückgrat" sei sie, "flexibel" natürlich, sie biete "finanzielle und technologische Vorteile", "maximale Effizienz ohne Sicherheitseinbußen", sei "hochskalierbar", sie würde "die Betriebsleistung steigern, und zugleich die Geschäftsrisiken senken", verspreche "Wahlfreiheit durch Interoperabilität", sei sowieso "eine bessere Option" und erbringe sogar "besonders ökologische und umweltfreundliche" Dienste. Kurz: "Es führt kein Weg an der Cloud vorbei." So sehr Anbieter die Cloud in den Markt pushen, so zögerlich ist dieser Markt. Denn, ja, es gibt noch offene Fragen, und nein, nicht jedes Unternehmen hat ein fertiges Strategiepapier in der Schublade und wartet auf den richtigen Zeitpunkt, es umzusetzen.
Und die offenen Fragen sind gewichtig: Weiß ich immer, wo meine Daten liegen? Was passiert, wenn sie im Ausland liegen? Ist das Gerücht der offiziellen Datenschnüffler wahr? Würden neue, internationale Datenschutz-Standards helfen? Wie hoch ist der tatsächliche Aufwand, um die Cloud in meine bestehende Infrastruktur zu integrieren? Und kann man den blumigen Kostenversprechen der Anbieter glauben? Kann mir jemand TCO und ROI ausrechnen? Als Cloud-Anbieter versucht Dell, die Fragen so neutral wie möglich zu beantworten: im Rahmen einer Podiumsdiskussion, in der Experten ersten Ranges diskutieren (und Dell schon mal widersprechen werden): - Prof. Dr. Dirk Heckmann, Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht der Universität Passau - Mario Hoffmann, Forschungsbereichsleiter am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie in Garching - Prof. Dr. Dieter Kranzmüller, Direktor des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München - Dr. Dieter Schramm, Cloud-Experte von Dell - Jan Wildeboer, Open Source Evangelist EMEA bei Red Hat, Grasbrunn - Andreas Zilch, Gründer und Vorstand der Experton Group, Ismaning. Das eigens für die Presse veranstaltete Meet-the-Experts findet am Donnerstag, dem 17. Februar ab 16 Uhr in München statt. Ich werde das Vergnügen haben, die Diskussion zu moderieren und freue mich über jeden, der uns auf Twitter unter #DellCloud folgt – und natürlich auf jede Frage, die uns per Twitter erreicht. Ich verspreche, es wird spannend! Donnerstag, 13. Januar 2011
Dann lieber gleich zu Facebook Geschrieben von Rainer Doh
in Datenschutz um
16:46
Kommentare (0) Trackbacks (0) Dann lieber gleich zu FacebookSpiegel Online geißelt heute die mangelnde Auskunftsbereitschaft der Behörden, die nach dem Informationsfreiheitsgesetz eigentlich zur Information der Bürger verpflichtet seien:
Dabei wird nicht nur gehebelt. So manches Amt ist auf die Idee gekommen, diese nervigen Informationsanfrager mit saftigen Gebühren in die Schranken zu weisen. Dass man dafür aber mitunter einen ordentlichen Gegenwert bekommt, konnte kürzlich Marvin Oppong von der Blog-Plattform "Carta" feststellen. Oppong hatte beim Eisenbahn-Bundesamt Auskunft über die Behandlung der Reklamationen von Bahnkunden verlangt. Die Behörde stellte ihm für die Beantwortung 303,85 Euro in Rechnung. Dafür bekam er nicht nur eine Antwort, sondern als Zugabe auch noch Namen, Anschriften, Telefonnummern und sogar eine Bankverbindung von Kunden, die bei der Bahn reklamiert hatten. Den Beschwerdeführern sollte das eine Lehre sein. Oppong gibt sich nun verdutzt:
Jetzt nervt der Bursche also auch noch den Bundesdatenschutzbeauftragten. Macht 649,65 Euro. Zuzgl. Sektsteuer. Dienstag, 17. August 2010
Keine Sorge wegen Street View Geschrieben von Rainer Doh
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09:54
Kommentare (0) Trackbacks (0) Keine Sorge wegen Street ViewDatenschützer müssen sich wegen Street View (doch) keine Sorgen machen - Google nimmt das mit dem Verpixeln wirklich sehr ernst: ![]() Gesehen mit Street View in Stonehaven, Kincardineshire, UK Dienstag, 15. Juni 2010
Andere Länder, andere Sitten: ... Geschrieben von Rainer Doh
in Datenschutz um
18:16
Kommentare (0) Trackbacks (0) Andere Länder, andere Sitten: Steuerzahler ViewAndere Länder, andere Sitten, weiß der Volksmund. Datenschützer werden das vollumfänglich unterschreiben. Trotzdem ist hier und heute nicht vom Mutterland des Datenschutzes die Rede, nicht von Street View und nicht von Facebook, sondern ausnahmsweise einmal von einem Land, das in diesem Zusammenhang eher selten vorkommt: Norwegen. Per Zufall bin ich auf eine norwegische Website gestoßen, auf der Einkommen und Steuern der Bürger veröffentlicht werden, vollumfänglich und sehr detailliert. www.skattelister.no ist etwas schlicht, aber durchaus übersichtlich gestaltet und zeigt uns für alle norwegischen Orte jeweils 100 Personen mit den höchsten Einkommen. Unter "Topplistene for Norge" gibt es auch eine Liste der nationalen Big 100. Sie wird natürlich nicht vom König angeführt, sondern von Bauträger Tore Lie aus Stavanger, der 2008 bei einem Einkommen von 101.870.780 Kronen (= 12.931.357,20 Euro) rund 34 Millionen Kronen Steuern gezahlt hat. Lars Nilnes aus Drammen hat 99 Millionen verdient und knapp 30 Millionen zahlen müssen. Skattelister führt nicht nur Millonäre auf, sondern auch "Normalverdiener", zum Beispiel Kjell Magne Stålsett (62) aus Vadsø, der 2008 exakt 650.810 Kronen verdient hat, oder Helge Pedersen (56) aus Laksevåg, der auf 379.471 Kronen kam. Nett wäre noch zu wissen, womit die Leute ihre Kronen verdient haben. Und wie es in ihrem Kühlschrank aussieht. Aus Sicht des Datenschutzes muss man allerdings sagen … ach was, dazu fällt mir jetzt wirklich nichts mehr ein. ![]() Alles im Web: Einkommensentwicklung von Tore Lie aus Stavanger (NO) Freitag, 12. März 2010
German Cloud Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz, Technologie und Märkte um
15:36
Kommentare (0) Trackbacks (0) German CloudSeit Jahren ist die Cloud das Kernthema der IT, und schon meldet sich die Bitkom mit dem Konzept einer "Cloud made in Germany"... (ganz englischsprachig, wie es sich in dieser Branche gehört). Nein, die schnellsten sind unsere Verbandsmannen nicht, eine deutsche oder zumindest europäische Cloud macht aber durchaus Sinn angesichts der doch eher laxen Datenschutz-Vorschriften in USA & Co. Dann, und erst dann, wird Cloud Computing, so Bitkom-Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer, "die Informationswirtschaft, ihre Technologien und ihre Geschäftsmodelle nachhaltig verändern", zumindest im Datenschutz-sensiblen Zentraleuropa. Ein Lob also für diesen Vorstoß. Dienstag, 9. März 2010
HOCHpräzise Voraussage Geschrieben von Alain Blaes
in Datenschutz um
12:20
Kommentare (0) Trackbacks (0) HOCHpräzise VoraussageDie Vorratssdatenpeicherung hat zwar eine um keinen Deut bessere Verbrechensaufklärungsquote gebracht, nach dem vernichtenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts rufen die unterlegenen Befürworter nun aber Zeter und Mordio. Der Bund deutscher Kriminalbeamter BDK spricht sogar vom einem "Flurschaden", dessen Tragweite noch nicht absehbar sei. Mehr noch, die Bürger erwarte ein – nein, kein Sicherheitsrisiko, sondern ein SicherheitsHOCHrisiko. Wenn das mal gut geht... Wie die düstere Zukunft der Verbrechensbekämpfung in Deutschland ab März 2010 aussieht, zeigt die Grafik.
Montag, 8. März 2010
Kommt die neue Besinnung? Geschrieben von Alain Blaes
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12:53
Kommentare (0) Trackbacks (0) Kommt die neue Besinnung?In diesem Blog hatte ich schon mehrmals meine Verwunderung darüber geäußert, warum die Politik gerade beim Datenschutz offenbar immer wieder versucht, das Verfassungsrecht zu umgehen: beim Bundestrojaner, bei der automatischen Erfassung von Kfz-Kennzeichen oder zuletzt bei der Vorratsdatenspeicherung. Was ist der Grund: wird der Gesetzgeber juristisch falsch beraten? Versucht er seine Grenzen auszuloten? Ist es gar staatliche Willkür? Gestern erfahre ich von einem Juristen, Gesetzes- und Verfassungsrecht sei im Grunde viel zu kompliziert für mich, für einen Laien also, der seine Informationen nur aus den Medien zieht. Im Hintergrund, für Medien nicht nachvollziehbar, passierten die wahren und komplizierten Prozesse. Meine Verwunderung habe weder Substanz noch sei sie irgendwie von Belang. Bin ich froh, dass Hans-Jürgen Papier mir im Geiste beisteht! In diversen Interviews monierte der Präsident des Bundesverfassungsgerichts am Wochenende: "Einige Gesetze des Bundes und der Länder sind - absichtlich oder unabsichtlich - über das Ziel hinausgeschossen." Die "unantastbare Menschenwürdekerne" seien vom Gesetzgeber "in aller Regel nicht hinreichend beachtet" worden, sagte er. Ursache sei wohl die Verwirrung vieler Staaten nach Nine-Eleven (darunter eben auch Deutschland) und ihr Unvermögen, mit einem neuen terroristischen Gefahrenpotenzial umzugehen. Papier hofft, dass sich der Gesetzgeber nach dem klärenden Urteil zur Vorratsdatenspeicherung ("eine schallende Ohrfeige") jetzt wieder stärker auf die verfassungsmäßige Rechtsprechung besinnt. Das hoffe ich auch. Freitag, 19. Februar 2010
Steal me! Geschrieben von Rainer Doh
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14:39
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenmissbrauch, datenschutz, google, google street view, identität, identitätsdiebstahl, informationelle selbstbestimmung, innovation, web, web 2.0, zeit
Steal me!In Köln hat sich ein Hausbesitzer darüber beschwert, dass ein kommerzielles Bilderbuch ungefragt Fotos von seinem Haus veröffentlicht. Das Bilderbuch hat nichts mit Google Street View zu tun, sondern macht im Grunde da weiter, wo Street View (bisher) aufhört. Vor Gericht holte sich der Hausbesitzer eine Abfuhr. Bemerkenswert ist die Begründung des LG Köln: ![]() Sichere Identität: Klingel ohne Klingelschild
Der Klägerin steht gegen die Beklagte kein Anspruch auf Unterlassung der Veröffentlichung von Lichtbildern von ihrem Haus in Verbindung mit der Nennung des Straßennamens und der Hausnummer … zu. Durch die streitgegenständliche Veröffentlichung erfolgt weder ein Eingriff in ihr Persönlichkeitsrecht noch steht ihr nach Abwägung ein Unterlassungsanspruch aus datenschutzrechtlichen Grundsätzen zu. Das ist also die amtliche Fassung des alten, immer wieder gern gehörten Arguments, dass das Verteilen von Informationen im Web deswegen ganz harmlos sei, weil man sich dieselben Informationen auch durch einen Blick auf ein Klingelschild beschaffen kann. Eine reichlich naive Auffassung, weil das natürlich ein ganz gewaltiger Unterschied ist – ein paar tausend Klingelschilder abzuschreiben, wäre schon ein wenig aufwändig. Fälle, in denen findige Datenbeschaffer eine Hundertschaft von manuellen Klingelschildscannern ausgeschickt haben, sind ja auch nicht bekannt geworden. Aber wir wollen heute gar nicht an dieser seltsam arglosen Ansicht herummäkeln, und wir wollen auch nicht die Sorge um möglicherweise zunehmende Einbruchsdiebstähle breit treten – zu diesem Thema sei auf die Website "Please Rob Me" verwiesen, wo die Tweets von Leuten aufgelistet werden, die gerade nicht zu Hause sind. Aber Einbruch und Diebstahl sind ja ohnehin Phänomene aus der alten, der analogen, der weblosen Welt. Die digitale Welt ist längst weiter. Wie weit, das zeigt eine Case Study, die letzte Woche in der ZEIT unter dem Titel "Meine Identität gehört mir" ausführlich dargestellt wurde. Ein schönes Praxisbeispiel für alle, die fragen, was man mit harmlosen, privaten Informationen denn überhaupt anstellen kann. Davon abgesehen warten wir noch auf eine total witzige Website für Leute, die ihre Identität loswerden wollen: Be me! PS: Das Thema "Identitätsdiebstahl" wurde auch schon literarisch aufbereitet; wen's interessiert – T.C.Boyle: Talk Talk Dienstag, 9. Februar 2010
Die rührige Frau Aigner Geschrieben von Alain Blaes
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10:25
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: datenschutz, gesetzgebung
Die rührige Frau Aigner
Nach der heftigen Google-Schelte der letzten Tage legt Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner nochmal nach und zeigt sich als unerbittliche Datenschützerin. Das ist im Prinzip gut so. Im Vorfeld eines Gesprächs mit dem Branchenverband Bitkom sagte sie gegenüber dpa: "Die Wirtschaft muss alles dafür tun, damit die Sicherheit der Kundendaten gewährleistet ist." Auch das ist richtig. Nur wissen wir, dass es mit der Selbstverpflichtung der Wirtschaft nicht immer weit her ist: ein Umlenken fängt leider meist erst mit einer griffigen Gesetzgebung an. Vor allem hier besteht also Handlungsbedarf. Ein Plauderstündchen mit der Bitkom reicht da aber noch nicht aus.
Montag, 8. Februar 2010
Die Lösung für Google StreetView Geschrieben von Alain Blaes
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19:37
Kommentare (0) Trackbacks (0) Die Lösung für Google StreetView
Über Google StreetView kann man denken was man will, aber der jüngste Vorstoß unserer Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner mutet dann doch etwas grotesk an. Es mag ja sein, dass die flächendeckende Fotoaktion nichts anderes ist als "eine millionenfache Verletzung der Privatsphäre". Es mag auch sein, dass die Darstellung von Google als böse Datenkrake einer gewissen Grundlage nicht entbehrt. Und sicher ist es auch richtig, dem Verursacherprinzip zu folgen.
Die Forderung aber, Google solle "die Genehmigung der Bürger einholen, wenn sie das Foto eines Privathauses veröffentlichen möchten“, ist angesicht der Komplexität des Themas schon recht undifferenziert. Und ungefähr so realitätsbezogen wie die Forderung der Länderminister, Bürger mögen der GEZ die Nicht-Existenz eines Empfangsgeräts beweisen. Aber vielleicht könnten GEZ und Google beim Abklappern der Haushalte ja tolle Synergien nutzen: "Guten Tag, Sie zahlen keine GEZ-Gebühr. Auf dem Foto hier ist aber ganz deutlich Fernsehflimmern zu sehen. Wenn Sie der Veröffentlichung des Fotos zustimmen, zahlen Sie nur 80 Prozent der Strafgebühr. Bitte unterschreiben Sie hier." |
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