Gratuliere! Gratuliere! Das Telefax hat runden Geburtstag und wird 40 Jahre alt!
Doch zugleich heißt es, Abschied nehmen, denn wieder einmal ist eine verdiente Technologie reif für den Sondermüll.
Mal ehrlich: Wann haben wir das letzte Mal gefaxt? Wenn ich bloß an diese Prozedur denke: Blatt in den Einzug legen ("Gesicht nach unten"), Nummer eintippen, Einzug kontrollieren, damit nichts schief wird (was spätestens bei Seite 3 der Fall ist) ... wie umständlich ist das denn? Im Zeitalter von E-Mail und Instant Messaging sieht ein Fax ziemlich vorgestrig aus.
Sicher, wenn es ganz, ganz wichtig wird, wenn beispielsweise Dokumente originalgetreu zu Gericht geschickt werden müssen, dann schlägt die Stunde des Telefaxes. Fax ist eben immer noch einfacher als eine qualifizierte Signatur (darüber sollten wir mal gesondert nachdenken). Und die Rechtsprechung hat nicht jahrelang über die Rechtsgültigkeit von Telefax-Nachrichten gegrübelt, nur dass jetzt alles abgeschaltet und abgeschafft wird. Allerdings: Wenn sich eine Kommunikationsform dadurch auszeichnet, dass sie sich für die wirklich wichtigen Dinge eignet, hat sie ihre besten Zeiten schon hinter sich – da geht es dem Fax wie dem Kurier und dem Telex. Also bitte: Strom sparen und abstöpseln! Sonst rechnen wir zum 41. Geburtstag mal aus, wie viele tausend Kraftwerke die deutschen Telefaxgeräte so verschlingen.
Noch eines: Die Telefaxnummern bei Adress-Angaben, auf Visitenkarten und – ja auch da – im Abspann von E-Mails. Wann hat sich zum letzten Mal ein Kunde, Interessent, Journalist, Bewerber oder Wähler per Fax gemeldet?