Wir haben hier schon einmal über die Arbeit des Cern, der größten Suchmaschine der Welt, berichtet. Bislang war deren Suche allerdings nicht so erfolgreich, das Higgs-Boson, mit dem man beweisen könnte, dass es tatsächlich Materie gibt, ist immer noch nicht gefunden.
Dafür kam nun etwas Anderes heraus: Heute verlautete nämlich aus den Katakomben von Genf, wo sich das Cern verbirgt, man habe ein paar Neutrinos dabei beobachtet, wie sie auf dem Weg von Genf nach Italien das Licht überholt hätten. Dies würde natürlich wesentliche Teile der Einstein'schen Relativitätstheorie in Frage stellen, weil dort ja festgelegt ist, dass nichts schneller sein kann als das Licht. "Das Ergebnis ist eine totale Überraschung", sagte einer der Forscher. So ist es, ich kann es eigentlich immer noch nicht glauben. Und es geht nicht nur mir so:
"Das Gefühl bei den meisten ist, dass das nicht stimmen kann", sagt selbst ein Sprecher des Cern.
Dieses Gefühl teilt jedoch nicht jeder:
Physiker Brian Greene von der Columbia University sieht den neuen Experimenten gespannt entgegen. "Wir wären begeistert, wenn es sich als richtig herausstellt. Wir lieben Ergebnisse, die die Grundfesten dessen erschüttern, was wir für wahr halten."
Und irgendwie war dieser Einstein doch immer schon ein wenig überschätzt; das Bild mit der Zunge war auf Dauer auch ganz schön nervig.
Die Angelegenheit hat jedoch auch ihre unangenehme, praktische Seite: Ohne die Relativitätstheorie, das haben wir in den letzten Jahren gelernt, würde GPS nicht funktionieren, mithin auch unsere Navis nicht. Vereinfacht ausgedrückt: "Eine Uhr auf einem Berg geht schneller als eine im Tal." Das war Einstein. Und jetzt? Wie kommen wir nach Hause?