Artikel mit Tag twitterVerwandte Tags bierzelt facebook politik wahlkampf web 2.0 xing youtube boston social media usa cern progress wissenschaft dax dell kommunikation unternehmenskommunikation design hp notebook pr pr-strategie umwelt email fax handy medienbruch online-brief sms datenmissbrauch datenschutz flickr steuern ungarn telefax blog blogger connectivty datenskandale deutsche blogs dienstwagenaffäre handyortung informationelle selbstbestimmung iphone ipod journalismus mobility mobiltelefon netzteile roaming schaar strom tracking verkehr zeit internet dating kirche medien vatikan bahn cebit computer faz innovation medienkrise multitasking murdoch pr-kampagne print-medien schirrmacher spiegel online sz welt macbook otto social responsibility werbung pr-tools press release pressemitteilungen apple garantie imac rauchen mattel tweet computerzeitung content Hombach ipad it it-industrie it-medien itk-branche konradin kreativität medientage newsletter reader sarkozy skiff springer verlage waz obama datensicherheit quelle datenvorratsspeicherung gesetzgebung verfassung computerpanne fernsehen fernsehshows zdf Kunden PR-Tools telefon videokonferenz eu ibm soziale netze todesstrafe wikipedia ITK-Branche PR-Kampagne kultur sprache stil swift übersetzung Wahlkampf piraten Twitter wahl wahlkampfsongs arbeitgeber bewerber blippy depression deutscher bauernverband google google street view identität identitätsdiebstahl kunden maus persönlichkeitsrechte software sommerloch sprachwandel studie verdeckte öffentlichkeitsarbeit web comics humor intel karstadt kontextsensitiv microsoft samsung simpsons verbatim werbebranche werbekampagneMontag, 16. August 2010Hallo?In der SZ hat sich vorgestern Alex Rühle Gedanken über das (vermeintliche) Ende des Telefons gemacht. Ein Thema von epochaler Bedeutung, so dass wir uns in die Diskussion einklinken müssen. In den USA soll nämlich, so ist zu lesen, seit 2005 die Zahl der Telefonanrufe kontinuierlich zurückgehen. Zugleich nimmt die Dauer der Telefongespräche ab: "Dauerte ein Gespräch vor fünf Jahren durchschnittlich drei Minuten, so hat man sich mittlerweile anscheinend schon nach 90 Sekunden nichts mehr zu sagen." Vor allem junge Menschen nutzen Telefon intensiv – aber dem Vernehmen nach immer weniger zum Telefonieren, und die Telko-Anbieter scheinen ihr Geschäftsmodell auch mehr auf den Datenverkehr zu verschieben. Deutet sich da ein globaler Trend an? Man muss zugeben: Asynchrone Kommunikationsdienste (schöner Begriff!) haben ihre Vorteile: Schließlich ist ein E-Mail "self-documenting", man kann auch nach vier Wochen den genauen Wortlaut rekapitulieren. Und das gilt sogar für Kanäle wie SMS oder Twitter mit ihrem extrem restriktiven 140-Zeichen-Limit. Alex Rühle weist noch auf ein weiteres Manko des Telefonieren hin – eines, das mehr im Zwischenmenschlichen angesiedelt ist:
Bizarr, in der Tat. Wie formvollendet tritt dagegen ein E-Mail auf, das mit einem fröhlichen "Hallo Herr Meier" beginnt. Noch ein Aspekt auf den die SZ hinweist: Wieder in den USA hat eine Studie gezeigt, dass Politiker, die sich per Telefon austauschten, durchschnittlich 13 Minuten miteinander redeten, im direkten Gespräch hingegen eine dreiviertel Stunde. Außerdem "konnte am Telefon der jeweilige Sprecher gerade mal 15 Wörter sagen, bis sich sein Gegenüber einschaltete, während es in der persönlichen Begegnung fast doppelt so viele waren." Das gilt nicht selbstverständlich nur für Politiker. Hier zeigen sich vielmehr ganz generell die Grenzen von telefonischen Interviews – im direkten Gespräch kann man einfach mehr erfahren. Die Gesprächspartner sind im realen Vis a Vis auskunftsfreudiger, sie erzählen Dinge, Hintergründe und Einschätzungen, die sie einer Telefonstimme nie verraten würden. Beim Telefonieren will man offenbar möglichst schnell wieder auflegen. Nun fehlt noch eine Studie, die uns sagt, wie sich das bei einer Videokonferenz verhält – liegt sie näher an 13 oder näher an 45 Minuten? Wir sind gespannt auf die Antwort der Wissenschaft. Montag, 21. Juni 2010
Todesstrafe per Twitter Geschrieben von Alain Blaes
in Medien, Wirtschaft und Politik um
18:55
Kommentare (0) Trackbacks (0) Todesstrafe per TwitterWie im guten alten Wilden Westen wurde Ronnie Lee Gardner letzte Woche von den Behörden in Utah per Erschießungskommando hingerichtet. Glücklicherweise war er wohl der letzte, der im US-Bundesstaat auf diese Art offiziell ums Leben kam.
Freitag, 4. Juni 2010
In Boston muss der Teig weg Geschrieben von Alain Blaes
in Medien um
21:12
Kommentare (0) Trackbacks (0) In Boston muss der Teig wegBoston ist eine hübsche Stadt, sehr europäisch, halbwegs grün, nicht zu groß und nicht zu klein und hat den Flair von Harvard und MIT. Wir hatten dort wegen Arbeitserlaubnis, Wohnungssuche und Autokauf zu tun, waren aber auch shoppen und sind abends schön essen gegangen.
Montag, 8. März 2010
Twitter-Dinge, die die Welt nicht ... Geschrieben von Susanna Tatár
in Medien um
15:53
Kommentare (0) Trackbacks (0) Twitter-Dinge, die die Welt nicht brauchtEs gibt Firmen, die "twittern per Fax" anbieten, andere lassen Haustiere twittern. Spielzeughersteller Mattel hat einen Halsbandanhänger entwickelt, der die Bewegungen und Laute von Hunden erkennt, diese einer von 500 Twitter-Nachrichten zuordnet und die Statusmeldung sofort per WLAN an Twitter versendet. Mein Favorit ist „Endlich habe ich den Schwanz gefangen, den ich die ganze Zeit gejagt habe – Aua!“ Solche Erfolgserlebnisse meines Hundes muss ich auch unbedingt und umgehend erfahren, etwa inmitten eines Kundenmeetings. Und wenn ich während einer Presseveranstaltung einen Tweet meines Hundes lese „Ich zerfetze gerade deine Designer-Couch, für die du ein Jahr lang gespart hast“, dann werden die Pressevertreter und meine Kunden sicherlich dafür Verständnis haben, dass ich sofort heim muss - um das Möbelstück zu retten oder den Hund zu vermöbeln... Na ja, so lange man nicht auf die Idee kommt, ein ähnliches Halsband für Angestellte zu entwickeln...
Mittwoch, 3. März 2010
Der Online-Twitter-Fax-SMS-Brief Geschrieben von Susanna Tatár
in Medien, Technologie und Märkte um
17:23
Kommentare (0) Trackbacks (0) Der Online-Twitter-Fax-SMS-Brief
Das sehnsüchtige Warten ist vorbei: Er ist da, der Online-Brief. Es wird zwei Varianten geben: Einen reinen Online-Brief – es tut auch nichts zur Sache, dass andere neulich doch schon eine ähnliche Idee hatten, die unter dem Namen „E-Mail“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat – und eine Kombi-Version, die digitale und reale Elemente besonders elegant kombiniert: Der Absender übermittelt die Daten der Post online und diese werden dann von Postboten an den Empfänger zugestellt. Für einen Brief nach dem Hybrid-Modell wird die Post etwa 46 Cent verlangen, für den reinen Online-Brief 22 Cent. Nicht ganz zu Unrecht titelte die Computerwoche Anfang Februar: "22 Cent für (r)eine Email?"
Dienstag, 1. Dezember 2009
Die größte Suchmaschine der Welt ... Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
17:38
Kommentare (0) Trackbacks (0) Die größte Suchmaschine der Welt sucht wiederJetzt suchen sie wieder, die Physiker vom CERN. In ihren 27 Kilometer langen langen Ringtunnel, für den ihnen die wissbegierigen Staaten der Welt ein paar Milliarden spendiert haben, schießen sie Teilchen aufeinander und hoffen, dass sie treffen — und dass sich in den Detektoren das Higgs-Boson zeigt. Vor einem Jahr hatte die Suchmaschine gleich nach dem Start den Geist aufgegeben, ein profaner Kurzschluss. Jetzt geht die Sucherei also von vorne los: ![]() Mist - wieder nichts! Wo steckt das verdammte Ding? Schon klar, warum sie alle so verzweifelt nach diesem Teilchen suchen: Im "Standard-Modell" der Physik erklärt es, warum es überhaupt Materie gibt. Und wenn sie das Ding diesmal wieder nicht finden sollten, wird es richtig prekär: Denn das hieße, dass es entweder gar keine Materie gibt (eher weniger wahrscheinlich) - oder dass die Theorie, an der seit 40 Jahren gefeilt wird, einfach falsch ist. Auch so etwas ist in der Physik ja schon vorgekommen. Twitter ist wie immer schon wieder einen Schritt weiter. Heute wurde dort gemeldet:
Tja, und dann kommt auch noch Spott dazu. ![]() Leider zu früh gefreut - das war was anderes ... PS: Auch wir sind (indirekt) am Fortschritt der Wissenschaft beteiligt, denn unser Kunde Progress liefert den Suchenden Software. Aber weder wir noch Progress können etwas dafür, wenn wieder nichts gefunden wird. Mittwoch, 25. November 2009
Aus- und Einschalten Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
11:12
Kommentar (1) Trackbacks (0) Aus- und EinschaltenTelefonieren beim Autofahren ist nicht nur verboten (wenn auch nur für echte Handys und nicht für schnurlose Telefone), sondern auch gefährlich. Das gilt natürlich auch fürs mobile Twittern. Man sollte das besser nicht tun. Dazu müsste man aber das Handy ausschalten oder ruhig stellen oder zumindest nicht anfassen. Und das ist schwierig, das erfordert eine große Charakterstärke, die in unserem Zeitalter – ach! – nur noch wenige aufbringen. Wie schafft man es, 30, 40 oder gar 50 Kilometer lang nicht zu twittern, obwohl das Gerät doch in Griffweite liegt und getwittert werden will? Dieser Zustand schreit nach einer Lösung, aber im Blog-Zeitalter muss man da nicht lange herumschreien:
Genial! Absolut genial. Und ZoomSafer hat sogar an die twitternden Beifahrer gedacht. Sie können auch über 10 Meilen pro Stunde twittern, denn ZoomSafer verfügt über eine Funktion, mit der man als Beifahrer ZoomSafer wieder deaktivieren kann. Wenn man das durchdenkt, merkt man, wie genial das erst ist: Man kann hier nämlich, indem man das Einschalten wieder einschaltet, das Ausschalten abschalten und erspart sich so, das Einschalten auszuschalten. Man könnte natürlich gleich das Ausschalten einschalten, dann bräuchte man das Abschalten gar nicht erst Ausschalten, aber das wäre so was von uncool. Und nicht Web-basiert.
Freitag, 16. Oktober 2009
Kein Anschluss für Social Media Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
10:38
Kommentare (0) Trackbacks (0) Kein Anschluss für Social MediaWir haben uns wieder mal draußen in der wirklichen Welt umgesehen, nachgefragt, was sich dort – jenseits von Medienschaffenden, Journalisten, Agenturen usw. – in Sachen Social Media und Unternehmenskommunikation tut. Wir hatten uns im Sommer schon einmal die Auftritte der Dax-Unternehmen bei Twitter unter die Lupe genommen, dann hatten wir uns die Parteien und ihren Web-2.0-Wahlkampf angeschaut. Nun waren wieder die Dax-Unternehmen dran: In einer Umfrage unter allen im Dax notierten Unternehmen erkundigten wir uns nach den Aktivitäten in der Social-Media-Welt.
Eine Umfrage also. Und damit liegt eigentlich schon mal ein Problem auf dem Tisch. Dass nämlich für die Aufnahme des Ist-Zustands der Social-Media-Aktivitäten der führenden deutschen Unternehmen überhaupt eine Umfrage durchgeführt werden musste, zeigt, wie schwach die Stellung von Social Media in den Unternehmen noch immer ist.
Dabei ist Social Media doch ein Kommunikationsinstrument, das ganz wesentlich nach außen wirken soll, mit dem sich ein Unternehmen in der Öffentlichkeit positionieren und präsentieren kann. Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum die untersuchten Unternehmen ihre Social-Media-Aktivitäten geradezu verstecken. Dies ist umso weniger zu verstehen, als die eindeutige Identifizierung von offiziellen Accounts – und damit eine Abgrenzung von privaten Mitarbeiter- oder gar Fake-Accounts – in vielen Fällen nur über eine direkte Verlinkung mit der offiziellen Website möglich ist. Links zu den Social-Media-Auftritten müssen daher gleich auf der Homepage eines Unternehmens zu finden sein, nicht anders als Links zu Kontakten, zum Impressum, zu den Investor Relations, zur Suchfunktion oder zum Pressebereich. So aber bleibt als erster Eindruck, dass für die meisten der Dax-Unternehmen das Angebot, Plattformen für einen Dialog mit der Öffentlichkeit zu nutzen, wenn überhaupt dann eher als Pflichtübung angesehen wird. Man macht mit, weil es derzeit en vogue ist, die Auftritte werden zum Teil auch von engagierten Mitarbeitern gepflegt, aber ein Engagement auf Top-Level ist dabei nicht erkennbar. Soweit, so unbefriedigend. Die Ergebnisse der Umfrage sind uns einen separaten Blog-Beitrag wert. Demnächst in diesem Theater. Dienstag, 22. September 2009
Obama lässt twittern Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
13:23
Kommentare (0) Trackbacks (0) Obama lässt twitternBarack Obama kämpft um seine Gesundheitsreform. Selbstverständlich greift er auf die Möglichkeiten des Web 2.0 zurück — der Präsident mobilisiert seine Anhänger und Unterstützer per Twitter. Herausgekommen ist eine Twitter-Anwendung, die ... nein, das muss man sich einfach selbst anschauen. Und allmählich beginnt man zu begreifen, was mit Twitter usw. alles möglich sein kann.
Dienstag, 22. September 2009Wie einmal ein "Web-2.0-Wahlkampf" ziemlich daneben gingVielleicht hatte sich Barack Obama im Herbst 2008 nicht gerade ins Weiße Haus "getwittet", hauptsächlich hat er ja einen ganz normalen Wahlkampf geführt. Aber der spätere Präsident hat die neuen, "sozialen" Medien umfassend und gezielt für seinen Wahlkampf eingesetzt. Dem Vernehmen nach hatte er bis zu 90 Experten beschäftigt, die in seinem Namen auf allen Plattformen präsent waren. Weil Obama mit seinem "Web-2.0-Wahlkampf" so erfolgreich war, konnte man mit Fernwirkungen auf den Bundestagswahlkampf des Jahres 2009 rechnen. So erklärte SPD-Bundesgeschäftsführer Wasserhövel den Internet-Wahlkampf zum "Herzstück der Kampagne" und CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla bezeichnete die Internetseiten seiner Partei als "Startrampen für politisch Aktive." Nun, da der Wahlkampf fast vorüber ist, muss man ein ernüchterndes Fazit ziehen: Von den hohen Ansprüchen ist nur wenig übrig geblieben. Das Vorbild Obama ist in unerreichbarer Ferne entschwunden, hiesige Parteien und Spitzenkandidaten wissen mit den neuen Kommunikationsmöglichkeiten so gut wie nichts anzufangen. Zum Beispiel Twitter: Natürlich wird eifrig getwittert, aber es geht dabei ziemlich chaotisch zu. Hier twittert die Bundespartei, da die Fraktion, dort die Landesverbände, mal sind es Ortsverbände, mal Kandidaten, dann wieder Sympathisanten. Der eine verwendet dieses Logo, der andere jenes. Jeder will und darf mitmachen – Abstimmung gibt es offenbar keine. Das entspricht zwar durchaus ein Stück weit dem Geist von Twitter, ist aber damit nur für Partei-Insider interessant. Nutzwert für Wähler? Fehlanzeige. Die große Zahl von Fake-Accounts – es sind sowohl "spd_de" als auch "Merkel_CDU" Fakes – ist auch die Folge davon, dass sich die Parteien solche Bezeichnungen nicht rechtzeitig gesichert haben. Eine langfristige Strategie in Sachen Web 2.0 wird offenbar nicht verfolgt. Zudem hat sich keiner der Spitzenpolitiker die Mühe gemacht, sich bei Twitter einen "Verified Account" zu sichern. Die Folge: nicht nur hinter einzelnen, sondern hinter den meisten Namen verbergen sich Spaß- und Fake-Accounts – allein für Angela Merkel gibt es mehr als ein Dutzend Fake-Accounts mit bis zu 5.000 Followern. Übrigens: Barack Obama verfügt selbstverständlich über einen gesicherten Twitter-Account. Die Follower-Zahlen der Parteien sind dem Durcheinander entsprechend lausig. So erreichen die als offiziell identifizierbaren Twitter-Accounts bei der FDP etwas mehr als 4.000, bei der SPD etwa 4.500 und bei den Grünen knapp 8.000 Follower; der Account cducsu kommt auf knapp 1.700 Follower und die CSU solo dümpelt bei 600, für die Linke ist gar kein bundesweiter Account feststellbar, das ist immerhin konsequent. Dazwischen tummelt sich eine Unzahl diverser Partei-Accounts mit zweistelligen Follower-Zahlen. Zur Erinnerung: Vorbild Barack Obama kommt auf rund 2,2 Millionen Follower. Das geringe Interesse der Parteien an Twitter hat natürlich seinen Grund: In Deutschland sind 145.000 Personen bei Twitter aktiv; selbst wenn man unterstellt, dass diese alle wahlberechtigt seien, so sind das doch nur 0,23 % der etwa 62 Millionen Wahlberechtigten. Da scheint sich also für die Wahlkampfstrategen ein Engagement nicht zu lohnen. Bloß: Auch wenn es heute nur relativ wenige aktive deutsche Twitter-User gibt, so kommt dieser neuen Kommunikationsform doch eine gewisse Leitfunktion zu. Gerade in den letzten Wochen hat sich deutlich gezeigt, dass auch in der breiten Öffentlichkeit über Twitter geredet wird – selbstverständlich auch von Nicht-Benutzern und ein paar Mal sogar im Fernsehen, dem Leitmedium der Parteien. Zum Beispiel Facebook: Die rund 6,2 Millionen deutschen Facebook-User stellen stolze 12 % der Wähler und haben damit erheblich mehr Gewicht als die Gemeinde der Twitterer. Hier müsste sich ein Engagement also durchaus lohnen. Dennoch sind die Auftritte der Parteien und ihrer Spitzenkandidaten auch bei Facebook dürftig. Die Facebook-Gruppe CDU zählt beispielsweise magere 1.868 Mitglieder, die Gruppe SPD 3.481, die Gruppe FDP erreicht 3.600, die Linke knapp 1.700, die Grünen rund 3.000. Und auch hier gibt es eine Vielzahl von parallen Auftritten, die nicht aufeinander abgestimmt sind. Die Anzahl von Fans, die die Spitzenpolitiker für sich verbuchen können, sehen nur wenig besser aus: (jeweils Stand 21.9.09) Merkel: 17.249 Befürworter Steinmeier: 6.503 Befürworter Westerwelle 3.151 Befürworter Künast 2.706 Befürworter Trittin: 2.469 Befürworter Lafontaine: 712 Befürworter Mit diesen Zahlen bewegen sich die Parteien und Spitzenkandidaten also auch bei Facebook bezüglich des Anteils an den Wählerzahlen im Promillebereich. Schaut man sich die entsprechenden Seiten an, so wird klar warum, denn die Auftritte sind überwiegend lieblos und Außenstehende reichlich uninteressant. Beiträge wie der folgende setzen schon ein recht spezielles Interesse voraus: "Franz Müntefering spricht heute ab 15:30 Uhr (Einlass: 15:00 Uhr) auf einer Wahlkampfkundgebung in Velbert. Sei auch Du dabei!" Als hätte man sich abgesprochen, werden auch bei Angela Merkel hauptsächlich die Termine ihrer Reden veröffentlicht. Wie war das mit Web 2.0? Mit neuen Möglichkeiten der direkten Kommunikation? Mit Dialog und Austausch von Ideen? Auch bei Facebook ist diesbezüglich Fehlanzeige. Man kann Klaus Eck nur zustimmen:
Auch hier ist eine Vergleichszahl interessant: Barack Obama kommt bei Facebook auf 6.758.236 Befürworter. Das ist nicht einfach nur "mehr", das ist eine andere Liga. Ach was, eine andere Sportart. Zum Beispiel Xing: Nach den bisherigen Beobachtungen wäre es schon sehr überraschend, wenn sich Xing als die Social-Media-Plattform der deutschen Parteien präsentieren würde. Tatsächlich sind auch hier die Zahlen mager. SPD: 817 Mitglieder CSU: 349 Mitglieder Grüne: 506 Mitglieder Die Linke: 106 Mitglieder Noch einigermaßen aktiv ist hier die CDU, sie durchbricht die 1.000er-Mauer und kommt auf 1.085 Mitglieder; die FDP ist bei Xing fast schon hyper-aktiv und erreicht 2.088 Mitglieder. Nur zur Erinnerung: es gibt rund 48 Millionen Wähler. Zum Beispiel YouTube: Hier endlich geht es rund! Bei Youtube scheinen sich die Parteien voll zu engagieren – klar, hier haben sie eine Plattform, auf der sie all die wunderbaren Filmchen ihrer zahlreichen Auftritte hinterlegen können. Will das jemand sehen? Ja, durchaus: Über 40.000 Mal wurde der TV-Spot der SPD angeschaut, die Wahlwerbung der CDU "Wir haben die Kraft" kommt auf rund 39.000 Zuschauer; für ihr Statement zum Steuerrecht findet die Kanzlerin allerdings nur noch 144 Zuseher. Um auch hier die Relationen nicht ganz aus dem Auge zu verlieren: Allein die Zahl der Steuerberater beträgt fast 80.000. Alle Parteien haben zudem YouTube-Kanäle eingerichtet, wobei sich die hohen Zugriffszahlen durch die lange Zeit ihres Bestehens relativieren. Richtige Fans dieser Kanäle, also Abonnenten, gibt es nur wenige: CDU Kanalaufrufe: 317.0000, Abonnenten: 1.492 Kanal besteht seit: 2008 CSU Kanalaufrufe: 12.800 , Abonnenten: 98, Kanal besteht seit: 2008 SPD Kanalaufrufe: 335.000, Abonnenten: 1.626, Kanal besteht seit: 2007 FDP Kanalaufrufe: 709.000, Abonnenten: 1.792, Kanal besteht seit: 2006 Grüne Kanalaufrufe: 119.000, Abonnenten: 1.425, Kanal besteht seit: 2006 Die Linke Kanalaufrufe: 84.000 Abonnenten: 900, Kanal besteht seit: 2006 So spielt das Internet im Wahlkampf 2009, der schon als "Internet-Wahlkampf" tituliert wurde, eine recht biedere Rolle: Natürlich informieren sich die Wähler, die die Medien das ganze Jahr über online konsumieren, auch über die Wahl im Internet, das ist eine Trivialität. Und natürlich hat jeder Kandidat seine E-Mail-Adresse und jede Partei eine strahlend bunte Web-Site. Dort kann man die Kandidaten besichtigen, die Termine von Auftritten abfragen und bei Bedarf eine der beliebten Broschüren bestellen. Web 2.0? Außer bei SPD und CSU wird von den Web-Sites der Parteien nicht einmal auf die vorhandenen Web-2.0-Angebote verlinkt. Entgegen der vollmundigen Ankündigungen kann von einem Web-2.0-Wahlkampf also überhaupt keine Rede sein. Die Parteien haben offenbar aus den im Verhältnis zu den Wählerzahlen geringen Benutzerzahlen den Schluss gezogen, dass ein weiter gehendes Engagement hier nicht lohnend ist. TV-Talk-Runden machen auch in der hundertsten Auflage mehr her. Oder humorige Ansprachen in Bierzelten, vor geschätzen 0,005 Promille des Wahlvolks. Aber der Wahlkampf 2013, der wird dann bestimmt ein richtiger Web-2.0-Wahlkampf. Donnerstag, 6. August 2009
Auch das noch: Twitter ist tot Geschrieben von Rainer Doh
in Medien um
15:59
Kommentare (2) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: twitter
Auch das noch: Twitter ist totWar nicht Twitter genau für solche Fälle gedacht: Es passiert etwas und ALLE im Web müssen es sofort wissen! Nein, nicht Flugzeuge, die im Husdon landen, denn das betrifft ja doch nur die NY-Feuerwehr, sondern etwas, das wirklich ALLE betrifft! Und dann passiert es tatsächlich – gerade jetzt eben, in dieser Minute: TWITTER IST ABGESTÜRZT. Und niemand, niemand auf der ganzen Welt kann es twittern! Man wird die News einfach nicht los... was tun? Wo ist eigentlich unser Fax-Verteiler... ? Mittwoch, 5. August 2009
Kommunikation im ... Geschrieben von Rainer Doh
in Medien, Wirtschaft und Politik um
11:34
Kommentare (0) Trackbacks (0) Kommunikation im Social-Media-Zeitalter: noch nicht im DaxTwitter ist der Hype des Sommers, aber die großen deutschen Unternehmen halten sich derzeit noch vornehm zurück. Eine von PR-COM durchgeführte Untersuchung zeigt, dass ein Drittel der Dax-Konzerne bei Twitter überhaupt noch nicht aktiv ist, darunter Unternehmen wie die Deutsche Börse, ThyssenKrupp oder die Deutsche Post. Aber auch sonst ist das offizielle Engagement in diesem neuen Kommunikationsmedium mehr als bescheiden: Ein großer Konzern wie die Allianz hat es beispielsweise auf ganze 180 Tweets und lediglich 250 Follower gebracht, bei BMW sind bislang kümmerliche 100 Leser den armseligen 69 Tweets gefolgt. Dazu passt, dass man die Links zu den offiziellen Twitter-Accounts bei den meisten Unternehmen auf der Home-Page mit der Lupe suchen muss – in einigen Fälle musste man in der Pressestelle anrufen (!), um den Twitter-Account zur erfragen. Und was man im Dax von der Twitter-Kommunikation hält, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass viele der Unternehmen zwar (ein paar) Follower haben, es aber nicht für nötig erachten, ihren Lesern auch selbst zu folgen. Mit anderen Worten: an einem Dialog besteht offenbar keinerlei Interesse. Kommunikation als Einbahnstraße, so war Social Media eher nicht gedacht. Wie wenig die Möglichkeiten des neuen Mediums bei großen Unternehmen angekommen sind, zeigen nicht nur die Zahlen, sondern vor allem die Inhalte. Zum Beispiel die Lufthansa, die mit rund 6000 Followern unter den Dax-Unternehmen ganz vorne liegt – auch wenn die Airline ihr ehrgeiziges Ziel, bis Ende August auf 10.000 Follower zu kommen, wohl nicht erreichen wird. Was macht die LH aus ihrem Twitter-Auftritt? Einen reinen Werbe-Ticker mit Meldungen wie "Nicht suchen, buchen! Für 99 € für ein WE im Aug/Sep nach Amsterdam, Birmingham, London, Warschau oder Wien" Ähnlich sehen übrigens die Auftritte von BMW und VW aus. Grundsätzlich ist nichts dagegen zu sagen, dass ein Unternehmen Twitter auch als Werbe-Plattform nutzt. Auch! Daneben muss aber eine "richtige" Twitter-Kommunikation gepflegt werden, mit Informationen aus dem Unternehmen, über den Markt, mit News, mit Hintergrundmaterial, mit Meinungen und Kommentaren. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen mal wieder unsere amerikanischen Freunde. So hat IT-Hersteller Dell ein spezielles Portal für seine Twitter-Accounts aufgebaut. Dieses Portal ist leicht zugänglich und enthält Links zu allen rund 40 von Dell gepflegten Twitter-Accounts. Darunter befinden sich auch einige, die auf regionale Sonderangebote verweisen, andere enthalten technische Informationen oder greifen Themen aus den Bereichen Umwelt, Innovation, Lifestyle usw. auf. Man muss sich auf diesem Portal einfach mal umschauen, um festzustellen, wie weit die Dax-Unternehmen von moderner Social-Media-Kommunikation weg sind. Dass das alles aufwändig ist und viel Zeit und Ressourcen beansprucht, steht außer Frage. Dennoch: Dell hat sich offenbar nicht lange mit Grundsatzfragen wie "kann sich Twitter überhaupt langfristig etablieren?" aufgehalten. Aber Dell ist ja auch nicht im Dax. Montag, 3. August 2009
All you can eat Geschrieben von Rainer Doh
in Technologie und Märkte um
10:56
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: kirche, macbook, medien, otto, social media, social responsibility, twitter, werbung
All you can eatWas war das wieder für eine Aufregung, letzte Woche. Otto-Versand hatte ein MacBook für 49 Euro statt für 1700 Euro angeboten und binnen gefühlter Nanosekunden ging die Nachricht durch das Web, durch Twitter, durch die Blogs und durch alles andere auch. Natürlich hatte Otto sich bei der Preisauszeichnung vertan und nach ein bisschen verlegenem Herumgedruckse hat man sich bei den eiligen Bestellern entschuldigt, man versprach als Ausgleich Warengutscheine und eine Verlosung von 50 Mac-Books unter den leer ausgegangenen Bestellern. Und das waren nicht wenige: Angeblich wurden innerhalb weniger Stunden von 2565 Bestellern insgesamt 6534 Notebooks geordert. Merkwürdige Sitten herrschen da draußen im Web: Jedermann war von Anfang an klar, dass es sich um einen Fehler gehandelt hatte. Skrupel, diesen offensichtlichen Fehler auszunutzen, gab es zumindest bei den 2565 Bestellern keine. Etliche der angeblich Enttäuschten berieten sich daraufhin mit ihren Anwälten, wie man die Lieferung erzwingen könne, man diskutierte die Rechtslage, und diverse Blogs wurden richtig böse auf Otto, weil die Hamburger partout nicht zum Angebot stehen wollten. Lawblogger Udo Vetter, sonst eine besonnene Stimme im Web-Chor, meinte: "Die Sach- und Rechtslage ist nicht klar ... Also mal ein Fall, in dem Kunden mit Rechtsschutzversicherung klar im Vorteil sind." Eine tolle Idee: mit der Rechtsschutzversicherung zu Gericht laufen und die 49 Euro durch die Instanzen boxen, ich würde sagen: notfalls Karlsruhe! So macht Social Media Spaß! Natürlich wird nichts dergleichen passieren. Die moralische Bewertung des Falles wollen wir daher dem nächsten Kirchentag überlassen und uns nur auf einen kleinen Denkanstoß beschränken: "Hey Leute, geht's noch"? Interessanter und amüsanter ist ein anderer Aspekt der Otto-Panne. Diverse Blogger und Twitterer haben nämlich gemutmaßt, es habe sich dabei in Wahrheit um eine ziemlich raffinierte PR-Aktion des Versandhauses gehandelt. Zu weit hergeholt? Vielleicht, aber auffällig ist es schon, dass die Panne nicht bei einer Waschmaschine oder einem Staubsauger passierte, sondern bei einem Trend-Produkt mit hoher Web-Affinität. In Folge der "49-Euro-Panne" weiß nun wirklich jeder, dass Otto-Versand MacBooks im Sortiment hat. Insofern: Vorteil Otto. Obwohl wir in diesem Fall auch sagen müssten: Kirchentag – übernehmen Sie! Montag, 13. Juli 2009
Zwitscherst du noch oder lebst du schon? Geschrieben von Sabine Felber
in Medien um
16:23
Kommentare (0) Trackbacks (0) Tags für diesen Artikel: social media, twitter
Zwitscherst du noch oder lebst du schon?Twitter – hop oder top? Diese Frage wurde und wird weiterhin vielfach diskutiert. Hat Twitter eine Zukunft oder wird diese Form des Mikroblogging bald wieder in der Versenkung verschwinden? Viele wollen es wissen – wohin die Entwicklung geht, ist momentan aber noch schwer abzusehen. Die dpa zitiert aktuell eine neue Studie von Fittkau & Maaß, die besagt, dass nur 5,5% der Onliner 1x pro Monat eine Kurznachricht für ihren Mikroblog schreiben. Ganz andere Zahlen haben zum Beispiel Social Networks (40%) oder Blogs (24,3%). Wer also nutzt Twitter überhaupt? Eine kleine Umfrage im privaten Umfeld (Befragte im Alter zwischen 25-35 Jahren) hat mir gezeigt, dass vielen Twitter gar nicht bekannt ist (Branchen: Verwaltung, Handwerk) oder sie zwar davon gehört aber keine klare Vorstellung haben, was Twitter konkret ist und welcher Nutzen sich einem bietet (EDV, Medien). Dies bestätigt mehr oder weniger die wohl etwas repräsentativere Studie von F&M, laut welcher ein Großteil der deutschen Twitter-User in der Branchen EDV, Medien/Verlagswesen sowie Multimedia/Internet tätig sind. Das bedeutet natürlich, dass die Zielgruppe von Twitter recht branchenspezifisch ist und sollte manche Unternehmen zu überlegen geben, ob sich ihre Zielgruppen hier wirklich tummeln und ob eine Verbreitung von Infos und Angeboten via Twitter Sinn macht. Allen anderen dürften diese Ergebnisse ziemlich egal sein, denn wer twittert, muss das mit Leib und Seele machen und Lust darauf haben. Halbherzig zu twittern, um eben auch mal etwas bei "Social Media" mitzumischen, ist relativ sinnlos und zeigt sich auch in der Anzahl der Follower. Mein persönliches Fazit: Trends haben mich noch nie interessiert... wenn also demnächst alle schreien sollten, "Twitter ist tot!", dann gehöre ich sicher zu denjenigen, die rufen: "Es lebe Twitter!" Mittwoch, 24. Juni 2009
Anmerkungen zur Twitter-PR Geschrieben von Rainer Doh
in PR und Kommunikation um
17:15
Kommentare (0) Trackbacks (0) Anmerkungen zur Twitter-PRWas derzeit bei Twitter abgeht, das ist schon kein Hype mehr. Schäfer-Gümbel lief noch unter "Kuriositäten", aber spätestens seit den Vorgängen im Iran gibt es kein Halten mehr. Nun auf einmal schreibt jeder über Twitter, auch etablierte Medien wie FAZ und ZEIT, die noch vor ein paar Wochen – "Schluss mit dem Geschnatter" – kaum ein gutes Haar an diesem neumodischen Online-Zeugs gelassen hatten. Natürlich hat auch die Unternehmenskommunikation Twitter entdeckt, denn über Twitter lassen sich Informationen sehr schnell verteilen, insbesondere an die "Web-Avantgarde", die für viele ja bevorzugte Adressaten darstellen. Mittlerweile hat sich ja eine Twitter-Szene gebildet. Mitunter ist die Motivation der Unternehmen, die sich hier engagieren, etwas vage, was aber in einer ersten Entdeckungsphase auch nicht weiter problematisch ist. Tatsächlich befinden sich die meisten Unternehmen noch im Versuchsstadium; sie führen einen oder mehrere Accounts und füllen sie mehr oder weniger regelmäßig mit Tweets. Primär geht es derzeit noch um das Sammeln von Erfahrungen und um das Dabeisein. So sind auch die dafür nötigen Prozesse noch weitgehend ungeklärt: Wer gibt zum Beispiel in einem Unternehmen Tweets frei? Ein Freigabeprozess analog zu einer Pressemitteilung wäre Gift für die Aktualität und Authentizität eines Tweets. Andererseits: Wichtige Unternehmensinformationen so ganz ohne Ok, das wäre auch heikel. Einige Unternehmen sind bei Twitter schon ziemlich weit. So hat beispielsweise DELL Twitter voll in seine (englischsprachige) Kommunikation integriert; es gibt bei DELL ein eigenes Twitter-Portal, das Lesern einen schnellen Zugang zu den regional und thematisch gegliederten Accounts verschafft. So weit sind die meisten Unternehmen noch nicht. Auch andere Länder sind in Sachen Twitter schon weiter. Aus Großbritannien hört man zum Beispiel, dass einige Journalisten Meldungen nicht mehr per E-Mail erhalten wollen, sondern nur noch per Twitter. Dabei muss sich aber erst noch erweisen, wie tragfähig das Konzept von Twitter für die Unternehmenskommunikation ist. Die 140 Zeichen maximale Textlänge stellen sicher noch das geringste Problem dar, im Gegenteil – wer hat sich nicht schon angesichts einer ausufernden Pressemeldung mit vier Originalzitaten einen Tweet herbeigewünscht? Frage ist vielmehr, ob das Web nicht auch schon besser strukturierte, übersichtlichere Informationskanäle zur Verfügung gestellt hat. Und vor allem ist zu klären, worüber da informiert werden soll. Nachrichten über das aktuelle Wetter oder den Kaffeezustand sind bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Andererseits: als Linksammlung auf die nackten Pressemeldungen wäre Twitter auch unterfordert. Und nicht zu vergessen: Aktualität ist kein Wert an sich. Und natürlich kann die Reichweite von Twitter nicht mit der von klassischen Medien mithalten. 70.000 Twitterer in D, das sind noch recht bescheidene Werte, vor allem, wenn man davon die Karteileichen abzieht, deren Zahl bei Twitter besonders hoch sein soll. Kein Wunder also, dass beispielsweise Daimler auf lediglich 700 Follower kommt, Novartis hat 400, Henkel Germany rund 150 und die Allianz gerade mal 134. Abgesehen davon, dass sich derzeit alle Unternehmen noch in einer Twitter-Testphase befinden, möglicherweise ist diese Art der Erfolgskontrolle dem neuen Medium gar nicht angemessen; Followers abzählen klingt ja fast ein wenig nach Old Communication. Vielleicht müssen sich ja ganz neue Maßstäbe entwickeln. Was man aber ganz bestimmt NICHT braucht, das sind solche Tweets:
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