Artikel mit Tag wikipedia
Freitag, 26. April 2013
Es muss nicht immer alles neu sein, auch wenn der Zeitgeist das so fordert. Im Gegenteil. Ein Hirschrücken zum Beispiel sollte generell gut abgehangen sein, auch eine Rinderlende, Rotwein wird zumindest eine Zeitlang durch Aufheben besser, Ölgemälde ganz generell und Pyramiden sowieso.
Das gilt aber auch für Themen, sogar für Titelthemen, auch die widersetzen sich gelegentlich dem Zeitgeist: 
Aufmerksame Leser dieses Blogs muss das an einen Hirschrücken von Spiegel Online erinnern, der seit Februar 2011 herumhängt:
Gut abgehangen hat sich das Thema weiterentwickelt: Aus den vollschreibenden Männern ist nun eine ganze Sekte geworden: westlich, weiß, männlich. Das ist in der Tat so: zum Beispiel sind die Mexikaner und die Japaner in der deutschen WP nur ein kleines Häuflein. Im Unterschied zu New Scientist. Bei der deutschen Ausgabe der Männer-Sekte Wikipedia kann man erfahren, dass die deutsche Ausgabe des New Scientist im Spiegel Verlag erscheint. Und noch etwas hat der Weiße Mann in sein Lexikon hineingeschrieben:
Anfang April 2013 kündigte der Verlag an, die deutsche Ausgabe zum 31. Mai 2013 wieder einzustellen.
Wegen vier Wochen muss man wirklich nicht mehr groß Themen vom Zaun brechen.
Dienstag, 22. November 2011
Sehr geehrter Herr Wales, liebe Wikipedia,
allmählich reicht es. Ja, wir alle haben nun den "persönlichen Aufruf von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales" gelesen und nun ist's auch wieder gut. Ja? Nun nehmt ihr das Bild, das man leider nicht herauseditieren kann, wieder vom Server.
Danke.
Eure Fans


Donnerstag, 3. Februar 2011
zu den Top-Themen der Woche zählt die Frauenquote. Und es wäre ein Wunder, wenn dieses Thema nicht auch in unsere IT- und Medien-Welt herüberschwappen würde. So sorgt sich nun also Spiegel Online um den Anteil weiblicher Autoren bei Wikipedia: "Der Anteil weiblicher Wikipedia-Autoren ist minimal - der Weisheit der Vielen fehlt die Vielfalt." Zwar erschließt sich nicht auf Anhieb, was "Weisheit" mit "Vielfalt" (der Autoren, nicht der Themen) zu tun haben soll, aber Top-Thema ist nun mal Top-Thema. Dabei ist das mit den Damen und/oder Herren hier (im Unterschied zu den Vorständen im DAX) gar nicht so einfach, denn die Wikipedia-Artikel sind allesamt anonym: "Wie viele Frauen schreiben eigentlich an der Wikipedia mit? Und ebenso überraschend ist, dass darauf nicht einmal eine Wissensplattform von der Größe Wikipedias eine Antwort hat."
Spiegel Online berichtet von einigen Studien zu dieser Frage, die es jedoch letzten Endes auch nicht herausbringen. Damit stellt sich aber – Top-Thema hin oder her – eine grundsätzliche Frage: Wenn man es offenbar den Artikeln der Wikipedia selbst gar nicht anmerken kann, ob sie von einer Dame oder einem Herrn verfasst wurden – worin besteht dann eigentlich das Problem? Halt, nicht vorschnell geurteilt! SPON-Autor Konrad Lischka kennt einen Fall, bei dem es sehr darauf ankommen könnte: Es gibt da nur Einzelfälle, die illustrieren, wo ein Problem liegen könnte. Zum Beispiel die Geschichte einer Jura-Studentin, die Comics sammelt und in der englischsprachigen Wikipedia eine Kategorie für weibliche Superhelden anlegen wollte. Sie registrierte sich, schuf die Kategorie und pflegte Artikel ein. Dann kam es zur Abstimmung über die Kategorie, sie wurde für unnötig befunden und gelöscht.
Tolle Geschichte.
Dienstag, 18. Januar 2011
10. Geburtstag und die Medien sind voller Hymnen über Wikipedia. Zurecht wie wir als Nutzer sagen müssen, und erst recht seit wir es geschafft haben, dort auch Beiträge zu posten. Wie sehr sich Wikipedia mittlerweile durchgesetzt hat, zeigt der Umstand, wie wenig anlässlich dieses Jubiläums noch von den klassichen Enzyklopädien, also von Brockhaus und Co., die Rede ist. Nicht mal eine kleine nostalgische Erinnerung sind die einstigen Stützen des Wissens den Medien heute noch wert. Einfach vergessen. Wir springen in die Bresche und drehen die Uhr kurz ein paar Jahre zurück:
Brockhaus-Pressesprecher Klaus Holoch sieht deshalb in Wikipedia keine ernsthafte Konkurrenz: "Sobald Sie sich auf eine Information verlassen müssen, etwa für eine Doktorarbeit, kommen Sie besser zu uns, da wird jeder Artikel dreimal geprüft." (Spiegel Online, 24.2.2004)
Auch das hat sich erledigt. 2008 wurde die Printausgabe des Brockhaus eingestellt. Schade, sieht in einem Schrank immer noch besser aus als ein Bildschirm. Was macht das ruhmreiche Unternehmen eigentlich heute?
Mit dem Herbstprogramm beschreitet F. A. Brockhaus neue Wege der Wissensvermittlung. Die Traditionsmarke geht mit »Der Brockhaus in einem Band«, »Der Kinder Brockhaus in einem Band« und mit dem »Brockhaus Taschenlexikon in 24 Bänden« auf innovativem Weg in die Zukunft. (Quelle)
Na ja, neue Wege der Wissensvermittlung: Der Kinder Brockhaus in einem Band. Ob das was wird? Ach ja, Wikipedia ist natürlich auch schon da. Aber nicht in einem Band. Wie schnell sich dagegen in Wikipedia das Wissen ändert, zeigt nichts besser als ein Widget, das die Zeit veröffentlicht hat:
Freitag, 7. August 2009
Die Ausdifferenzierung von Wikipedia schreitet unaufhaltsam voran. Vom freien Wörterbuch Wiktionary über das Bücherportal Wikibooks und die Quellensammlung Wikisource bis hin zur Lernplattform Wikiversity – der Aufklärung im Netz sind keine Grenzen gesetzt.
Nun also Szenesprachenwiki. Das klärt Unkundige in diversen Kategorien über die neuesten Wörter der Szenesprache auf. Während sich die Rubrik "Computer & Technik" als durchaus hilfreich erweist und dem DAU ("Dümmster anzunehmender User", abgeleitet von GAU bezeichnet dies einen Computeranwender ohne jegliches Grundverständnis) Pingen und Poken erläutert, überwiegt in den übrigen Kategorien hingegen der Unterhaltungswert.
Interessant zu wissen, dass es sich bei einer "Büffelhüfte" aus der Kategorie "Partnerschaft und Freundschaft" um eine dicke Frau mit ausladendem Becken handelt. Die wiederum Vorteile bei der Geburt des "Backup-Kindes" haben dürfte – "Jedes Kind, das nach dem ersten Kind gezeugt wird."
Namensträger von "Atze" ("Ein Freund, der immer an deiner Seite steht und dich beschützt. Auch: ein sehr kräftiger, gutgebauter Mann.) mögen sich an der Kategorie "Feierabend und Nachtleben" erfreuen, Ulf ("Looser, Vollpfosten, Gelenksteffen") und "Horst" ("Trottel, abwertende Verwendung des bekannten Vornamens") dürften es dagegen wenig latscho finden und die Kategorie "Schule und Uni" meiden.
Samstag, 30. Mai 2009
Musterbeispiel für das "Mitmach-Web" ist bekanntlich Wikipedia: "... jeder Internetbenutzer kann die Artikel nicht nur lesen sondern meist auch bearbeiten, auch anonym. Bestand hat, was von den andern Benutzern akzeptiert wird." Wer sich bei einem Thema auskennt, schreibt einen Beitrag und die "Weisheit der Vielen" sorgt dann für die Qualitätskontrolle.
Soweit die Theorie, die grau ist. Und jetzt zur Praxis:
Vor einiger Zeit habe ich nämlich selbst einen Beitrag für Wikipedia geschrieben, einfach um mal zu probieren, wie das so funktioniert. Es wurde ein kleiner Vierzeiler, ganz sachlich und neutral (es betraf keinen unserer Kunden oder Mitbewerber). Vorsichtig wie ich bin, hatte ich mich inhaltlich über den entsprechenden Beitrag in der amerikanischen Wikipedia abgesichert. Und natürlich habe ich mich peinlich genau an alle Formatvorgaben gehalten.
Mein erster Wikipedia-Beitrag war etwa 2 Stunden "drin". Dann wurde er ohne Angabe von Gründen gelöscht. Meine höfliche Nachfrage auf der Diskussionsseite nach dem Warum, mit dem Hinweis das Thema könne doch nicht etwa "irrelevant" sein, wenn es einen entsprechenden englischen Beitrag dazu gäbe, verhallte ohne Reaktion in den Weiten von Wikipedia. Keine Diskussion, keine Erklärung, kein Beitrag.
"Jeder Nutzer kann auch als Autor oder Redakteur an der Erweiterung und Verbesserung der freien Online-Enzyklopädie mitarbeiten." Jeder? Tatsächlich scheint Wikipedia nicht so offen zu sein, wie immer angenommen wird – und wie es ein Berichterstatter vom anderen abschreibt, vermutlich ohne je selbst etwas dort eingestellt zu haben. Dafür muss man wohl zu den paar 1000 Wikipedia-Insidern gehören.
Jetzt bin ich zwar tief enttäuscht von Wikipedia, das sich durch mich nicht erweitern lassen will, aber andererseits ... doch auch ein wenig beruhigt, dass es "in der Praxis" anscheinend recht schwierig ist, dort was einzustellen. Ist vielleicht besser so.
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